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Anthropologie und Moral by Anna Wehofsits

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3.Begriffliche Voraussetzungen

In Anbetracht von Kants komplexer begrifflicher Architektonik ist es für eine erste Orientierung sinnvoll, der detaillierten Auseinandersetzung mit Affekten und Leidenschaften einen groben Überblick über das begriffliche Umfeld voranzustellen, in das beide eingebettet sind. Dies wird es später erleichtern, genau zu verstehen, warum Kant zu einer unterschiedlichen moralischen Bewertung beider kommt: Affekte sind für ihn nur Ausdruck einer momentanen „Untugend“, die „mit dem besten Willen gar wohl zusammen bestehen kann“ (MS 6:408). Leidenschaften bezeichnet er dagegen als gewohnheitsmäßige „Laster“, die auf beständigen Maximen beruhen und ohne Ausnahme „böse“ sind.

Leidenschaften werden von Kant als unkontrollierte ...

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