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Anthropologie und Moral by Anna Wehofsits

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4.Positionierung und Metaphorik

4.1Deplatzierte Affekt-Analyse

Zwei formale Eigenheiten von Kants Auseinandersetzung mit Affekten und Leidenschaften in der Anthropologie sind auffällig und zunächst irritierend: Erstens werden die Affekte am systematisch falschen Ort diskutiert. Wie gesehen, bestimmt Kant Affekte als kurzandauernde Gefühle, die er zum Vermögen der Lust und Unlust rechnet; Leidenschaften dagegen als langandauernde Neigungen, die er dem Begehrungsvermögen zuordnet. Es wäre deshalb zu erwarten, dass Kant die Affekte im zweiten Buch der Anthropologie diskutiert, dessen Gegenstand das Gefühl der Lust und Unlust ist. Tatsächlich diskutiert er sie jedoch erst im dritten Buch über das Begehrungsvermögen und zwar in direkter Abgrenzung ...

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