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ArchiCAD 18 Praxiseinstieg by Detlef Ridder

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363
Kapitel 13
Organisation, Layout und Plot
Ziel der Konstruktionsarbeit ist letztendlich die Erstellung von Unterlagen für die
Genehmigung des Projekts, Beschaffung der Materialien und Ausführung der
Arbeiten. Dazu ist die Erstellung eines Grundrissplans allein natürlich nicht aus-
reichend. Deshalb verwaltet ArchiCAD neben den rein geometrischen Daten noch
einiges mehr, was sich dann im Begriff BIM (Building Information Model) wider-
spiegelt. Alle Informationen eines Bauprojekts sollen möglichst gemeinsam und
mit Bezug aufeinander in einer Datenstruktur gespeichert sein. Damit das alles
zusammen sinnvoll verwaltet werden kann, gibt es zwei wichtige Paletten, den
N
AVIGATOR und den ORGANISATOR. Diese Organisationsmittel und ihre Struktu-
rierung sollen zuerst vorgestellt werden, bevor im Weiteren dann die Erstellung
von L
AYOUTS für die Plotausgabe erläutert wird. Am Schluss werden auch die wei-
teren Möglichkeiten des Publizierens in verschiedenen Formaten erläutert.
13.1 Organisation
13.1.1 Der Navigator
Der NAVIGATOR oder korrekter die Palette NAVIGATOR wird unter FENSTER|PALET-
TEN|NAVIGATOR aktiviert. Er ist vorgabemäßig aktiviert. Er dient dazu, vier ver-
schiedene Mappen zu verwalten, die im Ablauf des Konstruktionsprozesses
unterschiedliche Objekte enthalten. Die Mappen des N
AVIGATORS, von denen
immer nur eine sichtbar sein kann, sind:
1. P
ROJEKT-MAPPE,
2. A
USSCHNITT-MAPPE,
3. L
AYOUTBUCH und die
4. P
UBLISHER-SETS.
PROJEKT-MAPPE Sie ist standardmäßig aktiviert. Sie enthält die Baumstruktur
des virtuellen Gebäudes, d.h. des Gebäudes mit all seinen innewohnenden Infor-
mationen und Planungsdaten und geometrischen Abmessungen. Sie ist die
Mappe, die typischerweise während des Konstruktionsprozesses dauernd ge-
braucht wird und in der dann auch ständig zwischen den Konstruktionen der
verschiedenen Geschosse und den dreidimensionalen Ansichten hin- und her-
geschaltet werden kann.
Kapitel 13
Organisation, Layout und Plot
364
Abb. 13.1: NAVIGATOR-Palette mit PROJEKT-MAPPE
AUSSCHNITT-MAPPE Sie enthält definierte Aus-
schnitte mit bestimmten Maßstäben, Bemaßungen,
gezielt aktivierten oder deaktivierten Layern, wie es
für ganz bestimmte Ausgaben z.B. bestimmte Ge-
werke usw. nötig ist. Dies ist schon ein Schritt in
Richtung der Zeichnungsausgabe. Für ein einziges
Geschoss in der P
ROJEKT-MAPPE können hier meh-
rere Ausschnitte mit verschiedenen Maßstäben
und Darstellungseinstellungen erzeugt werden.
Abb. 13.2:
NAVIGATOR-Palette mit AUSSCHNITT-MAPPE
13.1
Organisation
365
LAYOUTBUCH Das Layoutbuch verwaltet die
zur Plotausgabe aufbereiteten Layouts. Das
sind auf das jeweilige Ausgabeformat zuge-
schnittene Zeichnungsrahmen und darin
platzierte Ausschnitte. Im Layoutbuch gibt
es sogenannte Master-Layouts, im Wesentli-
chen leere Papierlayouts für die verschiede-
nen DIN-Formate mit Zeichnungsrahmen,
die als Vorlage für individuelle Layouts die-
nen. Das individuelle Layout entsteht aus
diesen Vorlagen durch Füllen mit Aus-
schnitten. Aus diesem Layoutbuch können
direkt Layouts zur Ausgabe an einen Plotter
geschickt werden.
Abb. 13.3:
NAVIGATOR-Palette mit LAYOUTBUCH
PUBLISHER Der PUBLISHER dient
zum Verwalten von sogenannten Pu-
blisher-Sets, das sind meist mehrere
für die Ausgabe auf verschiedene Medi-
en zusammengestellte Layouts. Damit
können beispielsweise mit Maus-
klick gleich mehrere in einem Set
zusammengestellte Layouts für die
Baugenehmigung zugleich an den
Plotter geschickt werden. Aber es
können hiermit auch Zeichnungen
zur Weitergabe mit verschiedenen
Dateiformaten wie DWG, DWF oder
PDF erstellt werden.
Abb. 13.4:
NAVIGATOR-Palette mit PUBLISHER
Sie sehen also, dass die einzelnen Mappen im Projektablauf typischerweise oft
nacheinander zum Einsatz kommen und auch Elemente der einen Mappe in eine
andere zur Weiterverwendung übergeben werden müssen. Da dies in einem
modernen EDV-Programm per Drag&Drop möglich sein muss, braucht man noch
eine Darstellung, in der zwei Mappen zugleich geöffnet werden können, und das ist
Kapitel 13
Organisation, Layout und Plot
366
der ORGANISATOR. Er ist also ein erweiterter NAVIGATOR, der in einem zweiten
Fenster wieder Mappen öffnen lässt.
Die Projekt-Mappe
Bei der bisherigen Arbeit mit ArchiCAD haben Sie nur die PROJEKT-MAPPE des
N
AVIGATORS benutzt. Darin haben Sie meist zwischen dem GRUNDRISSFENSTER
und dem 3D-FENSTER gewechselt, um verschiedene Darstellungen der Konstruk-
tion zu sehen. Da in der P
ROJEKT-MAPPE aber das komplette Projekt verwaltet
wird, inklusive seiner internen Daten, gibt es noch weitere Kategorien zur Infor-
mationsspeicherung:
GESCHOSSE Diese Kategorie enthält die zweidimensionalen Konstruktionen
der einzelnen Geschosse. Sie werden im G
RUNDRISSFENSTER angezeigt und be-
arbeitet.
SCHNITTE/ANSICHTEN/INNENANSICHTEN Wenn Sie mit einem der Werkzeuge
S
CHNITT, ANSICHT oder INNENANSICHT im Grundrissfenster arbeiten, wird
automatisch hier der Schnitt, die Ansicht oder die Innenansicht(en) generiert
und kann durch Anwahl dann weiterbearbeitet werden, z.B. mit Bemaßung
versehen werden.
ARBEITSBLÄTTER Für ergänzende 2D-Konstruktionen können Sie ähnlich wie
D
ETAILS auch ARBEITSBLÄTTER erzeugen. Diese enthalten aber neben 2D-Kopi-
en der Modell-Geometrie vorgabemäßig auch die zugehörigen Anmerkungs-
und Bemaßungselemente. Der Maßstab eines Arbeitsblatts wird von der Ur-
sprungsansicht übernommen. A
RBEITSBLÄTTER können gemäß der jeweiligen
Ursprungsansicht aktualisiert werden.
DETAILS In dieser Kategorie entstehen die Detailzeichnungen, wenn Sie in
einer Ansicht mit dem D
ETAIL-Werkzeug einen Detailausschnitt definieren. Sie
können ihn dann hier weiterbearbeiten. Das D
ETAIL enthält die in 2D-Zeich-
nungselemente zerlegten Komponenten der Original-Konstruktionselemente.
Sie können die Detaildarstellung durch weitere eigene 2D-Konstruktionen er-
gänzen. Nach Änderungen an der Originalkonstruktion kann das Detail übers
Kontextmenü mit N
EU AUFBAUEN aktualisiert werden. Der Maßstab des Details
ist üblicherweise kleiner als die Ursprungsansicht.
3D-DOKUMENTE Wenn Sie eine 3D-Ansicht brauchen, in die Sie Texte eintra-
gen können oder bestimmte Sachen bemaßen möchten, dann sollten Sie aus
einem 3D-Fenster (siehe nachfolgender Punkt) ein 3D-Dokument erstellen.
3D Sobald Sie im GRUNDRISSFENSTER Elemente erzeugen – außer den zweidi-
mensionalen Dokumentationselementen –, entstehen stets dreidimensionale
Objekte, die hier in zwei Unterkategorien betrachtet werden können, als A
LL-
GEMEINE PERSPEKTIVE oder ALLGEMEINE AXONOMETRIE.

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