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ArchiCAD 20 - Praxiseinsteig by Detlef Ridder

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Kapitel 5
Wände, Fenster, Türen ...
130
INNEN Die Wand erstreckt sich von der Referenzkante aus gesehen nach
rechts.
Lage der Referenzkante: WAND AN DER REFERENZKANTE SPIEGELN Mit dieser
Funktion können Sie die Ausrichtung einer Wand während der Erzeugung
oder nachträglich ändern. Dadurch wird die Wand an der Referenzkante gespie-
gelt, also in ihrer Lage verändert.
Struktur: STANDARD, MEHRSCHICHT, KOMPLEXES PROFIL Hiermit können Sie den
Wandaufbau aus verschiedenen Komponenten und/oder die Wandform wählen.
STANDARD Bei diesem Wandtyp können Sie im Grundrissfenster unter
W
ANDNEIGUNG drei Querschnittsformen wählen: SENKRECHT, GE-
NEIGT und BEIDSEITIG GENEIGT. Die Wand besteht aus einem einzigen Mate-
rial bzw. Baustoff.
MEHRSCHICHT Für diesen Wandtyp gibt es im Grundrissfenster dieselben
Querschnitte wie oben, aber die Wand besteht aus mehreren Materialschich-
ten. Die vorhandenen mehrschichtigen Wandaufbauten finden Sie unter
O
PTIONEN|ELEMENT-ATTRIBUTE|MEHRSCHICHTIGE BAUTEILE.
KOMPLEXES PROFIL Hier kann ein beliebiges Wandprofil und ein beliebiger
Schichtaufbau verwendet werden. Bei Wahl dieser Option erscheint neben
dieser Strukturoption eine neue Dialogfläche für das gewünschte Profil. Als
Vorgabe wird ein Profil W
AND, ALTBAU mit verschiedenen Schichten und
einer konstruierten Außenkontur angeboten. Bei dieser Wand gibt es im
Grundrissfenster keine Option für die Wandneigung mehr, weil der Quer-
schnitt allein durch das Profil bestimmt wird. Eigene Profile können über
O
PTIONEN|ELEMENT-ATTRIBUTE|PROFIL-MANAGER erstellt werden. Profile ent-
stehen im Prinzip aus Schraffurbereichen mit beliebiger Form und wählba-
ren Materialien/Baustoffen.
5.1.2 Materialien, Prioritäten und Profile
Materialen/Baustoffe und Verschneidungsprioritäten
Den Wänden und Wandschichten können verschiedene Materialien zugeordnet
werden. Diese Materialien regeln über Prioritäten auch die automatische Ver-
schneidung von Wänden und die Darstellungsreihenfolge. Wände und später auch
Decken oder Dächer aus gleichem Material werden in Schnitten und Grundrissen
verschmolzen dargestellt.
Bei Überlagerungen von Wänden und Wandschichten regeln die Prioritäten, wel-
che Schicht verschmolzen wird und welche unterdrückt wird. Die verfügbaren Ma-
terialien oder Baustoffe können über O
PTIONEN|ELEMENT-ATTRIBUTE|BAUSTOFFE
oder über Symbolleiste ATTRIBUTE|BAUSTOFFE angezeigt werden (Abbildung
5.6). Auch neue Baustoffe lassen sich hier erstellen. In der Spalte P
RIORITÄT oder
rechts unter V
ERSCHNEIDUNGSPRIORITÄT sind verschiedene Werte eingetragen, die
5.1
Wände
131
den Vorrang von Materialien steuern. Ein hoher Wert entspricht auch einer hohen
Priorität. Die Auswirkung unterschiedlicher Prioritäten zeigt Abbildung 5.7. Dort
hat Stahlbeton mit 680 die höchste Priorität und dominiert die anderen Baustoffe.
Entsprechend werden die Wände durch Stahlbeton unterbrochen.
Abb. 5.6: Verwaltung der Prioritäten für Baustoffe
Noch deutlicher zeigt sich die Wirkung der Verschneidungsprioritäten in Abbil-
dung 5.7. Hier wurden teilweise Wände mit Schichtaufbau und eine Decke mit
Schichtaufbau kombiniert. Das Bild soll nur die Wirkung der Prioritäten zeigen,
die Konstruktion ist architektonisch gesehen nicht sinnvoll. Wände und Decken
gleichen Materials, hier Beton, werden verbunden. Die Deckenschichten mit
geringerer Priorität werden von den Wandkomponenten mit höherer Priorität
unterbrochen.
Kapitel 5
Wände, Fenster, Türen ...
132
Abb. 5.7: Auswirkung verschiedener Wandprioritäten
Verschneidung nur innerhalb einer Verschneidungsgruppe
Für die Ebenen, auf denen die Objekte erzeugt werden, gibt es eine weitere
Einstellung zur Steuerung der Verschneidung, die Verschneidungsgruppe. Allen
Ebenen ist zunächst die Verschneidungsgruppe 1 zugeordnet (siehe D
OKUMEN-
TATION|EBENEN|EBENEN (MODELL) oder Symbolleiste ATTRIBUTE|EBENEN ). In
der vierten Spalte auf der rechten Seite steht die Gruppennummer (Abbildung
5.9). Als Regel gilt: Die automatische Verschneidung wird nur zwischen Ebenen
mit gleicher Gruppennummer aktiv. Wenn eine automatische Wandverschnei-
dung nicht erwünscht ist, können Sie die betreffenden Objekte einfach auf eine
Ebene mit einer anderen Gruppennummer legen oder die Gruppennummer
einer Ebene ändern.
Abb. 5.8: Verschneidungen zwischen Wänden und Decke (mit Schichtaufbau)
5.1
Wände
133
Abb. 5.9: Verschneidungsgruppe bei Ebenen
Anschlussreihenfolge bei gleichen Wänden
Auch bei Wänden mit gleicher Verschneidungspriorität kann es abhängig von der
Zeichenreihenfolge Probleme mit der Darstellung geben. Bei Abbildung 5.10 soll
unabhängig von der angedeuteten Zeichenreihenfolge die mittlere Wand auf die
Innenkante reduziert werden. Die linke Abbildung zeigt die durch die Zeichenrei-
henfolge entstehende Verschneidung. Damit die mittlere Wand nun zurückgezo-
gen wird, genügt es, im Einstellungsdialog die Anschlussreihenfolge der mittleren
Wand vom Standardwert 8 auf 7 herunterzusetzen.
Abb. 5.10: Steuerung der Verschneidung über die Anschlussreihenfolge
Kapitel 5
Wände, Fenster, Türen ...
134
Mehrschichtige Wände
Mehrschichtige Wände können unter OPTIONEN|ELEMENT-ATTRIBUTE|MEHR-
SCHICHTIGE BAUTEILE oder Symbolleiste ATTRIBUTE| MEHRSCHICHTIGE BAUTEILE
bearbeitet und neu erstellt werden (Abbildung 5.11). Das Dialogfeld zeigt
rechts die vorhandenen mehrschichtigen Bauteile. Neue können mit mehreren
Schichten aus den wählbaren Materialien und wählbaren Trennungslinien
zusammengesetzt werden. Sie können rechts unten für die verschiedenen Bau-
teile wie Wände, Decken, Dächer und Schalen zur Verfügung gestellt werden.
Abb. 5.11: Dialog für mehrschichtige Bauteile
Profilwände
Die komplexeste Art von Wänden nennt sich KOMPLEXES PROFIL. Das sind Wände
mit frei definierbarem Querschnitt und Aufbau aus beliebig geformten Schichten.
Die Generierung erfolgt im Menü O
PTIONEN|ELEMENT-ATTRIBUTE|PROFIL-MANA-
GER (Abbildung 5.12) oder über Symbolleiste ATTRIBUTE|PROFIL-MANAGER . Im
Beispiel ist das vorhandene Wandprofil W
AND, ALTBAU gezeigt. Ein kleines Kreuz
auf der unteren Linie gibt die Lage der Wand-Referenzlinie an. Das Profil besteht
zunächst aus je zwei horizontalen und vertikalen Begrenzungslinien, genannt S
TRE-
CKUNGSBEREICH HORIZONTAL und STRECKUNGSBEREICH VERTIKAL. Diese Begren-
zungen werden später im Wanddialog der Wandhöhe und der Wandbreite
angepasst. Die Profilteile, die innerhalb dieser Begrenzungen liegen, werden pro-
portional zu den Abmessungen der Wand skaliert. Weitere Profilteile, die außerhalb
liegen könnten (beim aktuellen Profil ist nichts außerhalb der Begrenzungen vor-
handen), würden einfach mit den Wandabmessungen verschoben werden.

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