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Automotive SPICE in der Praxis: Interpretationshilfe für Anwender und Assessoren by Jörg Zimmer, Lars Dittmann, Klaus Hörmann, Markus Müller

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3 Interpretationen zur Reifegraddimension
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3.1 Struktur der Reifegraddimension
3.1.1 Reifegradstufen und Prozessattribute
Die Reifegraddimension beschreibt die Reife von Prozessen durch neun Prozess-
attribute, die den Leveln 1 – 5 zugeordnet sind. Level 0 besitzt kein Prozessattri-
but. Die Prozessattribute sind im normativen Measurement Framework (siehe
ISO/IEC 15504-2) definiert. ISO/IEC 15504-5 definiert in Abschnitt 4.2.3 den
Begriff »Prozessattribut« folgendermaßen:
Prozessattribute sind Eigenschaften eines Prozesses. Sie können auf einer leis-
tungsorientierten Skala beurteilt werden und geben dadurch ein Maß für die Leis-
tungsfähigkeit eines Prozesses. Sie sind auf alle Prozesse anwendbar ...
Jeder Reifegradstufe sind ein (nur bei Level 1) oder zwei (ab Level 2) Prozessattri-
bute fest zugeordnet. Jedes Prozessattribut beschreibt einen bestimmten Aspekt
der jeweiligen Reifegradstufe. Die Anforderungen der Reifegradstufen bauen auf-
einander auf, so beinhaltet z.B. Level 3 alle Anforderungen der darunter liegen-
den Level 1 und 2.
3.1.2 Indikatoren für die Prozessreifegrade
Im Assessmentmodell werden die Prozessattribute durch Indikatoren weiter
detailliert, die den Assessoren Hinweise für die Bewertung der Prozessattribute
liefern.
Die Indikatoren der Reifegraddimension beschreiben wichtige Aktivitäten,
Ressourcen oder Ergebnisse, die im Zusammenhang mit den Prozessattributen
stehen. Es gibt in Automotive SPICE zwei Arten von Indikatoren der Reifegraddi-
mension:
Generische Praktiken (GP)
Generische Ressourcen (GR)
Die generischen Praktiken sind generisch formulierte Aktivitäten, die Anleitun-
gen für die Implementierung des jeweiligen Prozessattributs geben. Viele der
generischen Praktiken unterstützen die Ausführung der Basispraktiken durch
Prozessmanagementaktivitäten. Ein Beispiel für eine generische Praktik ist GP
2.1.2 (Planung und Überwachung der Prozessausführung), die die Implementie-
rung grundlegender Projektmanagementprinzipien für den jeweiligen Prozess for-
dert, d.h., dass die Prozessaktivitäten terminlich geplant sind und deren plange-
mäße Ausführung verfolgt wird.
Generische Ressourcen können bei der Ausführung generischer Praktiken
genutzt werden. Generische Ressourcen beinhalten Mitarbeiter, Werkzeuge,
Methoden oder sonstige Infrastruktur. Ein Beispiel für eine generische Ressource

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