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Automotive SPICE in der Praxis: Interpretationshilfe für Anwender und Assessoren by Jörg Zimmer, Lars Dittmann, Klaus Hörmann, Markus Müller

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235
3.3 Die Reifegradstufen
Diese Berechnung ist in Abbildung 3–1 dargestellt (siehe auch ISO/IEC 15504-2,
Tab.1).
Abb. 3–1
Ermittlung der Level mithilfe von »process capability level model«
3.3 Die Reifegradstufen
3.3.1 Level 0 (
»Unvollständig«
)
Der Prozess ist nicht implementiert oder er erfüllt seinen Zweck nicht. Es gibt
keine oder wenige Anzeichen für ein systematisches Erreichen des Prozesszwecks.
Level 0 ist die einzige Reifegradstufe ohne Prozessattribut. Level 0 wird vergeben,
wenn das Prozessattribut PA 1.1 von Level 1 mit P »teilweise erfüllt« oder N
»nicht erfüllt« bewertet wird.
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3 Interpretationen zur Reifegraddimension
236
3.3.2 Level 1 (
»Durchgeführt«
)
Der implementierte Prozess erfüllt den Zweck des Prozesses.
»Der Zweck des Prozesses ist erfüllt« bedeutet, dass die Prozessergebnisse (engl.
process outcomes) erzielt werden.
Level 1 hat im Gegensatz zu den höheren Stufen nur ein Prozessattribut PA
1.1 »Prozessausführung« und eine generische Praktik GP 1.1.1 »Erziele die Pro-
zessergebnisse«. Dieses Prozessattribut bezieht sich auf den Zweck und die Pro-
zessergebnisse des jeweiligen Prozesses, und diese sind von Prozess zu Prozess
unterschiedlich.
Prozessausführung (PA 1.1)
Dieses Prozessattribut ist ein Maß dafür, inwieweit der Zweck des Prozesses
erreicht wird. Als Ergebnis einer vollständigen Erfüllung dieses Attributs gilt:
a) Der Prozess erzielt seine definierten Ergebnisse.
Die Erreichung des Prozesszwecks wird daran gemessen, inwieweit der Prozess
seine Ergebnisse erreicht. Diese Beurteilung stützt sich auf den Indikator GP 1.1.1
(Erziele die Prozessergebnisse) und dieser wiederum auf die Indikatoren für die
Prozessdimension
1
(Basispraktiken und Arbeitsprodukte). Die Basispraktiken
und Arbeitsprodukte sind also Anzeichen dafür, inwieweit der Prozesszweck
erfüllt ist und die Prozessergebnisse erreicht werden. Die Zusammenhänge sind in
Abbildung 3–2 dargestellt.
Abb. 3–2
Beurteilung von PA 1.1
1. Die Indikatoren für die Prozessdimension werden nur durch GP 1.1.1 bzw. PA 1.1 adressiert,
nicht aber durch die höheren Prozessattribute.
PA 1.1
GP 1.1.1
Wird zur Bewertung
herangezogen
Wird zur Bewertung
herangezogen
PA 1.1: Maß für die Erreichung des
Prozesszwecks. Der Prozesszweck ist
erfüllt, wenn die Prozessergebnisse
erzielt werden.
GP 1.1.1: Maß für die Erreichung der
Prozessergebnisse. Die Prozess-
ergebnisse werden erreicht durch
Ausführung von Basispraktiken und
Erzeugung von Arbeitsprodukten, die
die Prozessergebnisse unterstützen.
Basis-
praktiken
Arbeits-
produkte
237
3.3 Die Reifegradstufen
GP 1.1.1: Erziele die Prozessergebnisse. Vollziehe die Intention der Basisprak-
tiken. Erzeuge Arbeitsprodukte, die die Prozessergebnisse nachweisen.
Die Basispraktiken werden ausgeführt/befolgt und sind zweckmäßig implemen-
tiert, d.h., sie tragen zum Prozesszweck und zu den Prozessergebnissen bei und
erzeugen die Arbeitsprodukte.
Die Arbeitsprodukte sind adäquat implementiert in Anlehnung an die Anfor-
derungen des Assessmentmodells (siehe Automotive SPICE PAM, Annex B
»Work product characteristics«). Die Arbeitsprodukte werden über geeignete
Mechanismen verteilt. Die Benutzer, die diese Arbeitsprodukte benötigen, erhal-
ten sie auch.
Es müssen nicht alle Arbeitsprodukte des Prozesses implementiert sein,
jedoch müssen die notwendigen Arbeitsprodukte
2
vorhanden und technisch-
inhaltlich in Ordnung sein.
Insgesamt sollen durch die Basispraktiken und Arbeitsprodukte die Prozess-
ergebnisse erreicht werden. Da es nur eine generische Praktik gibt, hängt die
Bewertung von PA 1.1 alleine von GP 1.1.1 ab.
Hinweis für Assessoren
Die Problematik bei der Bewertung von PA 1.1 ist, dass die Prozessergebnisse und
die Basispraktiken zwar inhaltlich ähnlich sind, jedoch nicht identisch. Der inhalt-
liche Zusammenhang ist durch entsprechende Referenzierungen der Basisprakti-
ken auf die Prozessergebnisse hergestellt. Allerdings sind die Basispraktiken detail-
lierter, setzen teilweise andere Betonungen bzw. unterscheiden sich inhaltlich
geringfügig von den Prozessergebnissen.
Diese Unterschiede sind bei den meisten Beurteilungsfällen unerheblich. Eine
Rolle spielen sie dann, wenn eine bestimmte Prozessattributbewertung auf der
Kippe steht und das Erreichen einer Stufe davon abhängt (d.h. bei L oder F). In
solchen Fällen empfehlen wir, die Prozessergebnisse zu konsultieren, da die Prozess-
ergebnisse in der Bewertungshierarchie eine übergeordnete Bedeutung gegenüber
den Basispraktiken und Arbeitsprodukten besitzen (siehe Abb. 3–2).
2. Der Assessor muss im jeweiligen Kontext entscheiden, welche Arbeitsprodukte notwendig
sind.
3 Interpretationen zur Reifegraddimension
238
Abb. 3–3
Bewertungsbeispiele für PA 1.1
Hinweis für Assessoren
In Abbildung 3–3 sind einige schematische Bewertungsbeispiele zur Verdeutli-
chung aufgeführt. Fall 1, 2 und 4 enthalten keine Besonderheiten und werden
nicht weiter erläutert. In Fall 3 lagen eine ausreichende Testplanung und entspre-
chende Testfälle vor. Die Module wurden gemäß Programmierrichtlinien codiert.
Allerdings wurden die Entwicklertests aufgrund zu enger Liefertermine unzurei-
chend durchgeführt und dokumentiert. Im Assessment konnte nur mühsam nach-
vollzogen werden, welche Tests letztlich durchgeführt wurden. Daher wurde das
Prozessattribut mit P bewertet (sprich Level 0, Prozesszweck nicht erreicht),
obwohl 6 von 7 Basispraktiken mit F bewertet sind.
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