8.3 Hintergrundwissen als Schlüssel zum Erfolg 263
Zwischenbilanz der Glücksbringer
Himmel, Erde und Mensch wurden die „drei Befähigungen/Begabungen“ genannt.
Der Himmel verweist auf die kosmische Zeit, die Erde bedeutet den Raum, der
Mensch umfasst die Materie und das Denken. Die Einheit dieser drei Begabungen
wurde in der alten Zeit besonders beachtet (vgl. Wang, 1997, S. 89).
Aber die Chinesen sind sich auch seit langer Zeit bewusst, dass das Glück vom Fleiß
der Menschen abhängt. Glücksbringer, -farben und -zahlen haben Harmonie und
Anpassung (Wandlungskompetenz) als Basis und Ziel zugleich. Sie sind mehr als
nur Aberglauben, sondern soziale Symbolik und eine Metasprache, die ein großes
Reich verbindet. Die Glücks- und Unglückszeichen sind der Schlüssel zum chinesi-
schen Wesen. Denn nur wer diese annimmt ohne sie zu verspotten, wird in die „in-
neren“ Freundschaftskreise von Chinesen vordringen können und es zu etwas brin-
gen. Die chinesische Mythologie ist bei Gesprächen ein Eisbrecher, da sie zeigt, dass
sich jemand für die chinesische Kultur interessiert. Und die Glücksfiguren (Löwe,
Drache etc.) als Dekorationsgegenstände im Büro ermöglichen und erleichtern auch
bei den modernsten Chinesen die Kommunikation. Sie sind wie eine unsichtbare
zweite Visitenkarte.
Angst hat das Reich der Mitte nur vor sich selbst gehabt, so in den Tagen und Jahren
der Rückschritte – wie bei der Kulturrevolution. Alle die mächtigen, hochgeehrten
und geliebten Kaiser sowie Politiker haben in der chinesischen Kultur Spuren –
Kratzer wie Lücken – hinterlassen und wurden so Teil eines Kults, in der die jewei-
lige Epoche nach Glück und Unglück eingestuft wurde. Auch im heutigen neuen
China ist es das gemeinsame, solidarische und soziale Ziel, einen Zustand der Voll-
kommenheit zu erreichen im „Land des Glücks“ und der „Fünf Glücke“.

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