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CMMI: Verbesserung von Software- und Systementwicklungsprozessen mit Capability Maturity Model Integration (CMMI-DEV) by Ralf Kneuper

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23
3.5 Kontinuierliche Darstellung des CMMI
Abbildung 3–3 beschreibt die interne Struktur des CMMI in der
stufenförmigen Darstellung in Form eines Datenmodells: Jeder Reife-
grad umfasst ein oder mehrere Prozessgebiete, mit Ausnahme von Rei-
fegrad 1, der keine Anforderungen und damit auch keine Prozessge-
biete umfasst. Jedes Prozessgebiet enthält ein oder mehrere spezifische
Ziele, die selbst durch jeweils ein oder mehrere spezifische Praktiken
umgesetzt werden. Außerdem enthält jedes Prozessgebiet genau ein
generisches Ziel, das selbst einem oder mehreren Prozessgebieten zuge-
ordnet ist.
Tabelle 3–2 auf Seite 25 gibt einen Überblick über den Umfang des
Modells, gemessen in Anzahl der Ziele und Praktiken. Die letzte Spalte
enthält für Reifegrad 2 die Angabe »10 bzw. 12«, da diese Prozessge-
biete auf Reifegrad 2 zehn generische Praktiken, auf Reifegrad 3 und
höher zwölf generische Praktiken umfassen. Tabelle 5–1 auf Seite 96
enthält einen Größenvergleich zwischen CMM, CMMI und verwand-
ten Modellen.
3.5 Kontinuierliche Darstellung des CMMI
Während in der stufenförmigen Darstellung jeweils eine vorgegebene,
fest definierte Sammlung von Prozessgebieten untersucht wird,
betrachtet man in der kontinuierlichen Darstellung jeweils einzelne
Prozessgebiete und wie gründlich diese umgesetzt sind.
Abb. 3–3
Metamodell der
stufenförmigen
Darstellung für ein
Anwendungsgebiet
3 Aufbau und Varianten des CMMI
24
3.5.1 Kategorien von Prozessgebieten
Kategorien von
Prozessgebieten
In der kontinuierlichen Darstellung sind die Anforderungen des
CMMI in vier Kategorien von Prozessgebieten gegliedert. Die Prozess-
gebiete sind die gleichen wie in der stufenförmigen Darstellung:
Prozessmanagement umfasst alle Prozessgebiete, die sich mit dem
Management der für die gesamte Organisation gültigen Prozesse, der
sogenannten organisationsweiten Prozesse, befassen. Dazu gehören
u.a. die Definition und kontinuierliche Verbesserung dieser Prozesse.
Projektmanagement enthält die Prozessgebiete, die sich mit dem
Management des einzelnen Projektes befassen.
Ingenieurdisziplinen sind die (technischen) Entwicklungsthemen;
dazu gehören neben einem einfachen Lebenszyklusmodell die Veri-
fikation und Validation der Ergebnisse.
Unterstützung schließlich beinhaltet eine Reihe von Querschnitts-
themen, die die Arbeit in den anderen Prozessgebieten unterstützen.
Diese Kategorien dienen lediglich der Strukturierung und haben für die
praktische Umsetzung des Modells keine Auswirkung.
Damit ergibt sich die in Abbildung 3–4 dargestellte Struktur: Jede
der vier genannten Kategorien enthält ein oder mehrere Prozessge-
biete.
.
Abb. 3–4
Metamodell der
kontinuierlichen
Darstellung für ein
Anwendungsgebiet
25
3.5 Kontinuierliche Darstellung des CMMI
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Tab. 3–2
Umfang des
CMMI-DEV v1.2
(sD = stufenförmige
Darstellung;
kD = kontinuierliche
Darstellung)
3 Aufbau und Varianten des CMMI
26
Tabelle 3–3 enthält eine Auflistung aller Prozessgebiete und ihrer
Zuordnung zu diesen Kategorien.
3.5.2 Generische Ziele und Fähigkeitsgrade
Generische Ziele in der
kontinuierlichen
Darstellung
In der kontinuierlichen Darstellung des CMMI gibt es fünf generische
Ziele, oder anders ausgedrückt: Es gibt fünf Stufen der Institutionali-
sierung eines Prozessgebietes plus die Stufe 0, falls keines der generi-
schen Ziele erfüllt ist:
GG 1: Spezifische Ziele erreichen
GG 2: Einen gemanagten Prozess institutionalisieren
GG 3: Einen definierten Prozess institutionalisieren
GG 4: Einen quantitativ gemanagten Prozess institutionalisieren
GG 5: Einen optimierenden Prozess institutionalisieren
Fähigkeitsgrad und
Reifegrad
Die inhaltliche Bedeutung dieser Ziele ist in Kapitel 4.5 erläutert.
Jedes generische Ziel ist einem Fähigkeitsgrad (Capability Level im
Gegensatz zum Reifegrad, Maturity Level, in der stufenförmigen Dar-
stellung) zugeordnet. Dieser bezieht sich allerdings auf jeweils ein Pro-
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Tab. 3–3
Prozessgebiete des
CMMI-DEV v1.2 in der
kontinuierlichen
Darstellung
27
3.5 Kontinuierliche Darstellung des CMMI
zessgebiet und nicht auf die Gesamtheit der Prozessgebiete wie im stu-
fenförmigen Modell. Damit ist eine wesentlich feingranularere Beschrei-
bung möglich.
Es gibt also in der kontinuierlichen Darstellung einen Fähigkeits-
grad mehr als Reifegrade in der stufenförmigen Darstellung. Während
in der stufenförmigen Darstellung der Reifegrad 1 als Einstiegsstufe
mit keinen Anforderungen verbunden ist, ist das Erreichen von Fähig-
keitsgrad 1 in einem Prozessgebiet schon eine echte Leistung, da dafür
alle spezifischen Ziele des Prozessgebietes erfüllt sein müssen.
Beziehung Fähigkeitsgrad
zu generischem Ziel
Fähigkeitsgrad n ist für ein Prozessgebiet erreicht, wenn das gene-
rische Ziel GG n erfüllt ist. Ist kein generisches Ziel erreicht, so hat die
Organisation auf diesem Prozessgebiet den Fähigkeitsgrad 0. Auch die
Fähigkeitsgrade sind kumulativ definiert, d.h., um Fähigkeitsgrad n+1
für ein Prozessgebiet zu erreichen, muss man Fähigkeitsgrad n errei-
chen plus zusätzliche Anforderungen erfüllen.
Folgende Fähigkeitsgrade sind definiert:
Fähigkeitsgrad 0: Unvollständig (Incomplete)
Fähigkeitsgrad 1: Durchgeführt (Performed)
Fähigkeitsgrad 2: Gemanagt (Managed)
Fähigkeitsgrad 3: Definiert (Defined)
Fähigkeitsgrad 4: Quantitativ gemanagt (Quantitatively Managed)
Fähigkeitsgrad 5: Optimierend (Optimizing)
Beispiel
Eine Organisation, die sich im Wesentlichen mit dem Projektmanage-
ment beschäftigt, könnte sich z.B. auf die relevanten Projektmanage-
mentthemen wie »Projektplanung« (PP) und »Projektverfolgung und
-steuerung« (PMC) konzentrieren und hier einen hohen Fähigkeits-
grad erreichen und dokumentieren, während Themen mit in dieser
konkreten Organisation geringerer Bedeutung, z.B. »Konfigurations-
management« (CM), nur rudimentär bearbeitet werden (vgl. Abb. 3–5).
Abb. 3–5
Beispielprofil der
Fähigkeitsgrade einer
Organisation

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