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CMMI: Verbesserung von Software- und Systementwicklungsprozessen mit Capability Maturity Model Integration (CMMI-DEV) by Ralf Kneuper

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4.3 Prozessgebiete auf Stufe 4 (quantitativ gemanagt)
RPZ (1RPZ1000), multipliziert. Abhängig von der Höhe von RPZ
werden Gegenmaßnahmen definiert.
Laufende Überwachung
des Risikomanagements
Diese Identifikation von Risikomaßnahmen zu Beginn eines Pro-
jektes ist wichtig, stellt aber nur den ersten Schritt beim Risikomanage-
ment dar. Mindestens genauso wichtig ist die laufende Überwachung
der Risiken, um zu prüfen, ob neue Risiken dazugekommen und ob
bestehende Risiken größer oder kleiner geworden sind, ob also neue
Gegenmaßnahmen notwendig sind oder bereits gestartete Gegenmaß-
nahmen eingestellt werden können.
4.2.11 Entscheidungsanalyse und -findung
»Entscheidungsanalyse und -findung« (Decision Analysis and Resolu-
tion, DAR) dient der Unterstützung der anderen Themen, indem es
eine systematische Vorgehensweise bei der Entscheidungsfindung for-
dert und unterstützt. Genutzt wird dies beispielsweise bei der Techni-
schen Umsetzung, wo in SG 1 die Auswahl von Lösungen für Produkt-
komponenten gefordert wird, oder bei der Lieferantenauswahl im
»Management von Lieferantenvereinbarungen«, SP 1.2.
Bewertung von
Alternativen
DAR hat ein einziges spezifisches Ziel, nämlich die Bewertung von
Alternativen. Die erste spezifische Praktik bezieht sich auf die gesamte
Organisation und fordert eine Richtlinie für die Entscheidungsanalyse,
in der u.a. festgelegt wird, bei welchen Entscheidungen ein systemati-
sches Vorgehen genutzt werden soll und bei welchen das übertrieben
wäre (»nehme ich heute den blauen oder den schwarzen Kugelschrei-
ber?«).
Die weiteren Praktiken beschreiben das Vorgehen bei einer kon-
kreten Entscheidung, von der Festlegung der Bewertungskriterien über
die Identifikation der Lösungsalternativen bis hin zur Entscheidung für
eine bestimmte Lösung.
Geeignete und verbreitete Methoden zur Entscheidungsfindung
sind beispielsweise die Kräftefeldanalyse ([BrRi94]) oder die Entschei-
dungsanalyse nach Kepner-Tregoe ([KeTr81]).
4.3 Prozessgebiete auf Stufe 4 (quantitativ gemanagt)
Stufe 4 des CMMI, ob als Reifegrad 4 in der stufenförmigen Darstel-
lung oder als Fähigkeitsgrad 4 in der kontinuierlichen Darstellung, ist
gekennzeichnet durch den intensiven Ausbau der in »Messung und
Analyse« eingeführten Messungen (vgl. Kap. 4.1.5) und, darauf auf-
bauend, ein quantitatives Management der eingesetzten Prozesse.
4 Die Prozessgebiete des CMMI
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Stufenförmige
Darstellung
In der stufenförmigen Darstellung wird dies umgesetzt durch die
beiden Prozessgebiete »Performanz der organisationsweiten Prozesse«
(Kap. 4.3.1), das u.a. die benötigten Messungen und die zugehörigen
Ziele festlegt, und »Quantitatives Projektmanagement« (Kap. 4.3.2),
das auf dieser Basis Projekte unter Nutzung der Messungen managt.
Kontinuierliche
Darstellung
Die kontinuierliche Darstellung hat ähnlich dazu die beiden gene-
rischen Praktiken GP 4.1, die quantitative Prozessziele für das jeweils
betrachtete Prozessgebiet festlegt, und GP 4.2, die der Umsetzung die-
ser Prozesse dient.
Stufe 4 führt also schwerpunktmäßig die Aktivitäten von
»Messung und Analyse« auf Stufe 2 sowie von »Organisationsweitem
Prozessfokus« und »Organisationsweiter Prozessdefinition« auf Stufe 3
weiter. Ziel ist, die Fähigkeit der eingesetzten Prozesse, bestimmte
Ergebnisse in Bezug auf Effektivität, Effizienz, Fehlerquote etc. gut
vorhersagen zu können, indem diese Parameter gemessen und analy-
siert und die Variationsbreite der Prozesse reduziert werden.
4.3.1 Performanz der organisationsweiten Prozesse
»Performanz der organisationsweiten Prozesse« (Organizational Pro-
cess Performance, OPP) hat die Aufgabe, ein quantitatives Verständnis
der Leistung (Performanz) von verwendeten Prozessen aufzubauen als
Grundlage für Vorhersagen und darauf aufbauender Entscheidungen
über die Prozesse.
Dies beginnt mit der Auswahl der zu betrachtenden Prozesse, um
sich auf die Prozesse zu konzentrieren, bei denen der größte Nutzen zu
erwarten ist. Für diese Prozesse definiert man geeignete Messungen
(SP 1.2), die beispielsweise den Zeit-, Ressourcen- oder Budgetbedarf
als Basis für Schätzungen oder den Vergleich von Prozessvarianten
messen, oder man misst Fehlerquoten als Entscheidungsgrundlage bei
Korrekturmaßnahmen.
Prozessperformanz
Unter dem Begriff »Prozessperformanz« (Process Performance)
versteht CMMI ein Maß für die Leistung
12
eines Prozesses. Die Perfor-
manz eines Prozesses umfasst sowohl Prozesskennzahlen wie Aufwand
als auch Produktkennzahlen wie Fehlerdichte und Antwortzeit.
Aussagekraft von
Messwerten
Wie schon beim Prozessgebiet »Messung und Analyse« (Kap.
4.1.5) beschrieben sind derartige Zahlen alleine nicht sehr aussage-
kräftig. Auf Stufe 4 kann man davon ausgehen, dass die Organisation
einheitliche Prozesse verwendet und die Aussagekraft der Zahlen
daher wesentlich höher ist als auf Stufe 2. Um die Interpretation der
12. Tatsächliche Leistung, also nicht nur Leistungsfähigkeit.

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