
Religion und die Rationalisierung der modernen Welt:
Max Weber (1864–1920)
Daß Max Weber weder zeit seines Lebens noch wirkungsgeschichtlich recht
eigentlich „Schule“ gemacht hat, daß keine direkte Ahnenreihe von Jüngern,
Adepten, Schülern oder auch nur Nachlaßverwaltern durchgängig auf ihn
zurückzuführen ist, läßt ihn in gewisser Hinsicht auch heute noch unzu-
gänglich erscheinen: „Wie ein Gebirge“ liegt sein Werk „inmitten unserer
geistigen Landschaft“, schreibt Eduard Baumgarten – „dem Namen nach
fast allen bekannt, aber kaum betreten und nur von ganz wenigen wirklich
jemals erstieg en.“
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In der Tat: metaphorisches Pathos, pflichtschuldige Ver-
neigung, ...