
174 Zum Interesse der sozialwissenschaftlichen Kritik an der Religion
Kirchensoziologie die Auffassung vor, diese habe den Kontakt mit der all-
gemeinen Theorie verloren, ihren Frag eansatz radikal auf kirchliche Praxis
und kirchliche Organisation verengt und sich weitgehend pastoraltheologi-
schen und kirchenpolitischen Interessen ausgeliefert.“
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So verkörpert sich im religionssoziologischen Bewußtsein letzten Endes
ein gewisser kirchlich-konfessioneller Provinzialismus: In ihrer Variante als
Kirchensoziologie nimmt sie sich selber zu einer Marginaltheorie zurück
und läßt Religion zusehends aus der soziologischen Zentralperspektive ent-
gleiten.