
Zum Interesse der sozialwissenschaftlichen Kritik an der Religion 179
sucht, Liebe, Begeisterung, Stolz, Rachedurst, Pietät, Hingabe, Begierden“
(Max Weber) – all das kann das Verhalten eines Menschen unberechenbar
machen. Darum ist jede Gesellschaft daran interessiert, ihre Mitglieder vor
der Übermacht der Affekte zu bewahren, indem sie diese in kontrollierte
Bahnen lenkt.
Auch hierbei spielt Religion eine maßgebliche Rolle: Sie sorgt
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dafür, daß Menschen ihren „Antriebsüberschuß“ vorwiegend in sozial-
produktives Handeln umsetzen und ihre innere Triebstruktur gewisser-
maßen auf den Gesellschaftsbestand hin sublimieren; ja sie selbst stellt
Strategien ...