
262 Protestantische Frömmigkeit im neuzeitlichen Strukturwandel der Öffentlichkeit
und ideengeschichtlichen Substraten theologischer Dogmatik orientiert
ist: einer Sicht mithin, die gerade darum als belastend angesehen wird,
weil sie die Frömmigkeitswirklichkeit vermeintlich objektiv nur in die
Perspektive des Normativen zwängt – sei es die normative Kraft des
faktisch Gewordenen, sei es die des idealiter Gesollten – und infolgedessen
die unendliche Mannigfaltigkeit und Vielgestaltigkeit der auch nicht
theologisch instrumentalisierten und auch nicht kirchenamtlich formierten
Frömmigkeit kaum in den Blick bekommt. Sie ist – wie Hans Günther
schreibt