
328 Protestantische Religion und praktische Rationalität
Für Baumgarten markiert die Einführung der religiösen Volkskunde – eine
andere Titulatur für Soziologie
57
– in die Praktische Theologie deren un-
abdingbaren Übergang „von der individualistischen zur sozialen Betrach-
tungsweise“
58
, die „das Netz der Beziehungen zu beachten (hat), in das der
Einzelne mit seinen Anschauungen, Selbstbeurteilungen und Billigungen
eingespannt ist“
59
. Diese machen geradezu „die Naturbedingungen eines
christlichen Volkslebens“
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aus; denn: „Christentum, Religion überhaupt, ist
nicht rein persönlicher, unmittelbarer Verkehr der Seele mit Gott, sondern
schließt notwendig ...