
Neue Religiosität aus der Sicht eines Soziologen 371
chen Weltansicht und Lebensführung zusammen, in der der parzellierende
Rollenzwang der Gesellschaft eben unterlaufen werden soll.
Der Rückgriff auf religiöse vereinheitlichende Sinndeutungsmuster ge-
schieht aber nicht mehr automatisch durch Sozialisation, sondern fakulta-
tiv durch individuelle Entscheidung. Das Individuum wählt seine Religion
selbst aus anhand eines reichhaltigen Warenhauskatalogs angebotener Sinn-
deutungsmuster.
Noch einmal Peter L. Berger: Er hat diesen Vorgang in seinem neuesten
Buch den „Zwang zur Häresie“ genannt.
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Berger zeigt darin, daß der reli-
giöse Glaube, einst vom