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Der Staat als Zuhälter

Book Description

Bis ins 20. Jahrhundert gab es in Europa Bordelle, in denen Prostitution staatlich toleriert und kontrolliert wurde. Die Studie untersucht, welche Argumente und Faktoren in den Parlamenten Deutschlands, Frankreichs und Italiens den Ausschlag gaben, um dieses System abzuschaffen.

Historisch relevant ist eine Untersuchung dieser Gesetzesdebatten, da in ihnen ein Mentalitätswandel sichtbar wird. Neben hygienischen, moralischen und menschenrechtlichen standen sozial-, außen- und sicherheitspolitische Aspekte zur Diskussion. Nicht allein die Hierarchie zwischen den Geschlechtern wurde hinterfragt, sondern auch die innerhalb der Klassengesellschaft. Dass das Thema so delikat ist, erweist sich dabei als Vorteil; die parlamentarischen Debatten förderten Argumente und Denkweisen zutage, die sonst nicht ausgesprochen wurden, geschweige denn protokolliert.

Methodische Relevanz kommt der Studie zu, weil über den Sinn transnationaler und vergleichender Geschichtsschreibung zwar viel theoretisch reflektiert wurde, es aber an sachgerecht abgegrenzten, quellengestützten empirischen Studien weiterhin mangelt. König leistet dem Abhilfe, indem er demonstriert, wie weit der historische Vergleich tragen kann, wenn er konsequent durchgeführt wird.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Contents
  5. Vorwort
  6. Einleitung
  7. I Die Abschaffung der reglementierten Prostitution: Ausgangslage und Verlaufsskizzen
    1. 1 „Reglementierte Prostitution“ im 19. und frühen 20. Jahrhundert
      1. 1.1 Ausgangslage: Ursachen, Motivation, Zielsetzung der Reglementation
      2. 1.2 Bordellsysteme: Bordellierung, Kasernierung, Sperrbezirke
      3. 1.3 Gesundheitsüberwachung und Zwangsbehandlung
    2. 2 Gesetzesinitiative und Gesetzgebung: Verlaufsskizzen
      1. 2.1 Deutschland
      2. 2.2 Frankreich
      3. 2.3 Italien
  8. II Parlamentarische und öffentliche Debatte: Themen, Faktoren, Argumente
    1. 1 Gesundheitspolitik
      1. 1.1 Le péril vénérien: Geschlechtskrankheiten als Bedrohung
      2. 1.2 Mythos Erbsyphilis
      3. 1.3 Heilmittel: Salvarsan und Penicillin
      4. 1.4 Das Bordellsystem: Schutz oder Infektionsherd?
      5. 1.5 Die Abschaffung der Reglementierung
      6. 1.6 Fazit
    2. 2 Sozialpolitik: Prostitution und Gesellschaft
      1. 2.1 Männlicher Geschlechtstrieb: die Frage der Enthaltsamkeit
      2. 2.2 Klassengesellschaft: Prostitution als systemstabilisierendes Element
      3. 2.3 Die „geborene Prostituierte“: Verkommenheit als Schicksal?
      4. 2.4 Straßenbild und Jugendgefährdung: Bordelle als moralischer Schutzwall?
      5. 2.5 Korruption und Pressekampagnen: Die Einflussnahme der Profiteure
      6. 2.6 Fazit
    3. 3 Geschlechterhierarchie und Emanzipation
      1. 3.1 Frauenwahlrecht und Abolitionismus
      2. 3.2 Geschlechterhierarchie: Doppelmoral und Gleichheitsbestrebung
      3. 3.3 Fazit
    4. 4 Nationalgefühl, Identität und internationale Einflüsse
      1. 4.1 Nationales Denken: Selbstbestätigung und Abgrenzung
      2. 4.2 Frauenhandel: Die maisons de tolérance im Visier des Völkerbunds
      3. 4.3 Aufwertung der Menschenrechte: Der Einfluss der Vereinten Nationen
      4. 4.4 Kirche, Christentum und Prostitution
      5. 4.5 Fazit
  9. Schlussbetrachtung
  10. Riassunto
  11. Abbildungsnachweise
  12. Tabellenverzeichnis
  13. Abkürzungsverzeichnis
  14. Quellen- und Literaturverzeichnis
    1. 1 Ungedruckte Quellen
    2. 2 Gedruckte Quellen
    3. 3 Zeitschriften
    4. 4 Quellen im Internet
    5. 5 Literatur
  15. Register
    1. 1 Personen
    2. 2 Orte
  16. Fußnoten