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1.3 Das übergeordnete kategoriale Grundgerüst zum Lean Management
Blindleistung
durch Mehrfachkontrollen
Doppelbearbeitung
Überwachungstätigkeiten
Nutzleistung
Stützleistungen
z.B. Logistik
Beschaffung
Interne Dienstleistung
Fehlleistung
etwa 25%
etwa 45%
etwa 10% etwa 20%
100 % Gesamtleistung
zeigt in quantizierender Weise den Wert der Blindleistung mit 20%.
Hierbei handelt es sich, neben der Fehlleistung von 10% auf jeden Fall
um Muda. Diese 30% wären jedoch noch zu ergänzen. In den Stütz-
leistungen steckt mit hoher Wahrscheinlichkeit weiteres Muda. Und
inwiefern die Nutzleistung nicht auch noch bereinigt werden müsste,
um im Sinne Ohnos eine „echte“ Wertschöpfung mit Arbeit zu erhal-
ten, kann nicht ausreichend beurteilt werden, weil diese Zahlen aus
einer Einzelfallanalyse stammen und nicht generell gelten. Insofern
mögen diese Ausführungen lediglich eine ungefähre Tendenz aufzei-
gen, die überleitet zur Kategorie der Wertschöpfung.
1.3.7 Zur Kategorie Wertschöpfung
Zunächst greifen wir zur Erläuterung der Kategorie der Wert-
schöpfung (value added) unmielbar das Beispiel der Abbildung1.13
auf, indem nun die vier Dimensionen (Tätigkeiten) näher bestimmt
werden, in die sich die Wertschöpfung einteilen lässt (LQM 2001,
880f.):
Nutzleistungen: Hierunter werden diejenigen Tätigkeiten ge-
zählt, die aus der Sicht des Kunden zu einer Wertsteigerung führen.
Diese Tätigkeiten sind geplant und erhöhen den Wert eines Ergeb-
nisses für den Kunden während des Prozessablaufs. Beispiele für
die Nutzleistungen sind Konstruktion, Montage, Erstellen einer
Gebrauchsanleitung oder Einsatz der Marketinginstrumente zur
Erhöhung des Produktwertes. Nutzleistungen sind kontinuierlich
zu verbessern.
Abb. 1.13: Blind-
leistung, Nutzleistung,
Stützleistungen und
Fehlleistung (Quelle:
LQM 2001, 880)
Nutzleistung ist Arbeit,
aber auch das bedarf
der näheren Denion
Nutzleistungen
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1 Die Kategorien des Lean Managements
Stützleistungen: Sie tragen im Gegensatz zu den Nutzleistungen
nur indirekt zur Wertsteigerung eines Produktes bei und unter-
stützen die Nutzleistungen. Sie werden vom Kunden nicht wahr-
genommen, verursachen aber Kosten. Daher sind sie möglichst
wirtschalich zu gestalten und auf das geringstmögliche Maß zu
reduzieren. Bei Stützleistungen handelt es sich zum Beispiel um
das Rüsten von Maschinen, innerbetrieblichen Transport, Perso-
naleinsatzplanung oder um das Erstellen von Statistiken und Be-
richten.
Blindleistungen: Hierunter werden Tätigkeiten bezeichnet, die
aufgrund nicht optimaler Planung aureten und weder direkt noch
indirekt zur Wertschöpfung des Produktes beitragen. Diese Leis-
tungen werden vom Kunden nicht wahrgenommen, erhöhen aber
die Prozesskosten. Sie sind zu eliminieren. Als Blindleistungen
gelten zum Beispiel ungeplante Zwischenlagerungen, Nacharbeit
oder Nachlieferungen aufgrund von Fehlinformationen.
Fehlleistungen: Hierzu zählen Leistungen, die als Nutz- oder
Stützleistungen geplant wurden, aber nicht verwertet werden kön-
nen, da bei der Erstellung ein Fehler aufgetreten ist. Ziel muss es
sein, diese Fehlleistungen durch verbesserte Planung, Trainings
oder Prozessstrukturierung grundsätzlich zu vermeiden. Beispiele
für Fehlleistungen sind fehlerhae Produkte, falsche Buchungen
oder fehlerhae Statistiken.
Bei „normalen“ Unternehmen kann wohl realistischerweise ein
„Leistungsszenario“ mit solchen Werten tendenziell vorausgesetzt
werden. Soll es verändert werden, müssen alle verfügbaren Ressour-
cen eingesetzt werden, um die nichtwertschöpfenden Tätigkeiten zu
eleminieren bzw. in wertschöpfende umzuwandeln. Eine solche Ziel-
setzung sollte oberste Priorität haben, denn grundsätzlich sollte opti-
male Wertschöpfung generiert werden. Was ist nun unter Wertschöp-
fung genau zu verstehen?
Wertschöpfung besteht aus der Differenz zwischen dem
Wert eines Produktes vor und nach der Ver-/Bearbeitung.
Wertschöpfung wird in Wertschöpfungsprozessen realisiert,
die eine Input-/Throughput-/Output-Relation abbilden.
Demzufolge lässt sich auf den Produktionsprozess bezogen festlegen:
Produktion ist ein Wertschöpfungsprozess, in dem aus ein-
fachen oder komplexen Input-Gütern über verschiedene
Wertschöpfungsstufen Output-Güter erzeugt werden.
Wertschöpfung (value
added) = Denion
Produkon ist ein
Wertschöpfungspro-
zess
Stützleistungen
Blindleistungen
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