Die von Muslimen angefertigten Koranübersetzungen spielen in der liturgischen Praxis keine Rolle. Für den bedeutenden mittelalterlichen Theologen asch-Schafi (gest. 820) ist ein in der Muttersprache verrichtetes Gebet nicht gültig:

Jeder Muslim muß sich bemühen, soviel Arabisch zu lernen, wie er kann, so daß er zumindest in der Lage ist zu bezeugen, daß es keinen Gott gibt außer Gott und Mohammed Sein Diener und Gesandter ist, und er das Buch Gottes rezitieren und den takbir, tasbih, tashahud [das sind Elemente des Gebets, L. S.] und ähnliches aussprechen kann, wie es ihm als Pflicht auferlegt worden ist. (zit. n. Kermani 2003, 160)

Wie schwierig es sein kann, wenn man am Arabischen als lingua sacra rüttelt, zeigt der Fall der Türkei: Nach ...

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