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IT-Near- und -Offshoring in der Praxis: Erfahrungen und Lösungen by Rainer Rucks, Ronald Krick, Jens Borchers, Gerd Nicklisch

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259
Glossar
Aktivitäten In diesem Buch verwenden wir den Begriff »Aktivitäten«
als Oberbegriff für Tätigkeiten in Unternehmen auf allen Ebe-
nen. In Verbindung mit dem Auslandsbezug von Leistungen wer-
den auch die Begriffe »Near- oder Offshore-Aktivitäten« oder
»Auslandsaktivitäten« verwendet. Im Zuge der Globalisierung
sind unter »Auslandsaktivitäten« nicht nur die vertrieblichen
Aktivitäten, sondern auch die Aktivitäten zur Beschaffung oder
Herstellung im Ausland zu verstehen. Insofern liegt hier eine all-
gemeine Auffassung des Begriffs »Aktivitäten« zugrunde. Es
soll jedoch darauf hingewiesen werden, dass in einigen Diszipli-
nen eine engere Auslegung dieses Begriffs durchaus üblich ist, so
wird im Rahmen der Analyse von (Geschäfts-)Prozessen unter
einer Aktivität eine atomare bzw. aus der jeweiligen Betrach-
tungsperspektive – bei gegebener Zielsetzung der Analyse – eine
nicht mehr weiter sinnvoll zerlegbare Tätigkeit verstanden.
Anbieter von IT-Near- und -Offshore
Unter Anbietern von
!
IT-Near-
und -Offshore-Leistungen werden alle jene Unternehmen subsu-
miert, die IT-Leistungen an ausländische Kunden liefern und in die-
sem Zusammenhang nennenswerte direkte soziale Schnittstellen zu
diesen Kunden aufweisen. Unter direkten sozialen Schnittstellen
wird hier die Interaktion zwischen Mitarbeitern oder direkte Ver-
bindungen über gemeinsame – nicht rein technischeProzesse ver-
standen.
Anwender von IT-Near- oder -Offshore Unter Anwendern von !IT-
Near- und -Offshore werden alle jene Unternehmen subsumiert,
die Leistungen von einem ausländischen IT-Dienstleister bezie-
hen und im Kontext des Leistungsbezugs über nennenswerte
direkte soziale Schnittstellen zu diesem IT-Dienstleister verfügen.
Unter direkten sozialen Schnittstellen wird hier die Interaktion
zwischen Mitarbeitern oder direkte Verbindungen über gemein-
same – nicht rein technische – Prozesse verstanden.
Glossar260
Anwendungsdomäne !Domäne
Application Management Unter Application Management wird der
Betrieb und die Wartung von Softwaresystemen verstanden,
hierbei können auch begleitende Dienstleistungen wie User-
Helpdesk erbracht werden.
Arbeitssprache einer Organisation ist die Sprache, die überwiegend
oder ausschließlich innerhalb der Organisation verwendet wird.
Von den Mitarbeitern wird die Beherrschung dieser Sprache
erwartet. In deutschen Unternehmen, die Teil eines international
aufgestellten Konzerns sind, ist neben Deutsch häufig auch Eng-
lisch als Arbeitssprache etabliert.
Artefakte Als Artefakte bezeichnet man alle Ergebnisse, die im Verlauf
eines Projekts oder einer Wartungsaufgabe anfallen. Dazu gehö-
ren alle Designdiagramme, Spezifikationsdokumente, Source-
code und andere Beschreibungen (z. B. die Datenbankdefinitio-
nen). Zu jedem Typ von Artefakt sollte es eine einheitliche
Vorgabe geben und ein Regelwerk für die Versionierung.
Auslandsaktivitäten !Aktivitäten
Batch-Prozess Ein Batch-Prozess ist eine Folge von Aktionen in einem
IT-System (z. B. das Ersetzen von Daten bei Massen-Updates),
die keine weiteren Nutzereingriffe erfordern.
Body Leasing Beim Body Leasing stellt der Auftragnehmer dem Auf-
traggeber Personal zur Verfügung, für dessen Führung der Auf-
traggeber selbst verantwortlich ist. Die Risiken, die sich aus
einer unzureichenden Leistung des Personals (z. B. geringe Pro-
duktivität) oder schlechtem Management ergeben, trägt in die-
sem Fall der Auftraggeber allein.
Bond(ing)-Programm Unter Bond(ing)-Programmen versteht man
Maßnahmen, die dazu dienen, Mitarbeiter länger an ein Unter-
nehmen zu binden. In Indien sind z. B. finanzielle Sonderzahlun-
gen üblich, die erst nach längerer Betriebszugehörigkeit ausge-
zahlt werden. Die Wirksamkeit solcher Programme ist strittig,
weil häufig der nachfolgende Arbeitgeber die entsprechenden
Ausfälle übernimmt, wenn ein Mitarbeiter vorzeitig kündigt.
Business Process Outsourcing (BPO) Unter Business Process
Outsourcing (BPO) versteht man das Outsourcen von Geschäfts-
prozessen, z. B. des Einkaufs, der Finanzbuchhaltung oder des
Personalwesens.
261Glossar
Capability Maturity Model (CMM) !CMMI
Capability Maturity Model Integration (CMMI) Das »Capability
Maturity Model Integration« (kurz CMMI) ist ein Prozessmo-
dell zur Beurteilung und Verbesserung der Qualität (»Reife«)
von Produkt-Entwicklungsprozessen in Organisationen, defi-
niert vom Software Engineering Institute (SEI) an der Carnegy
Mellon University. CMMI ist der Nachfolger von CMM.
Captive Nearshore !Captive Sourcing, !Nearshore
Captive Offshore !Captive Sourcing, !Offshore
Captive Outsourcing !Captive Sourcing (auch internes Outsourcing
genannt)
Captive Sourcing Durch das Präfix »Captive« erfolgt eine Einschrän-
kung auf solche Sourcing-Aktivitäten, bei denen die Unterneh-
men, die als Auftragnehmer auftreten, innerhalb der Unterneh-
mensgruppe des Auftraggebers angesiedelt sind. Captive-
Strategien beschränken den externen Bezug auf Unternehmen
aus der eigenen Unternehmensgruppe bzw. dem eigenen Kon-
zern.
Captive-Strategie !Captive Sourcing
Change Request Ein Change Request ist die formale Anforderung
einer Änderung an eine bereits vorliegende Spezifikation. Nor-
malerweise wird ein Change Request vom Anwender gestellt
und ist i. d. R. mit zusätzlichen Kosten verbunden.
Co-Sourcing Wenn die Leistungen eines Dienstleisters nicht nach tech-
nischen Kriterien (z. B. Lieferung bestimmter Softwarepakete,
Anzahl der angenommen Anrufe) vergütet werden, sondern die
Vergütung sich an den geschäftlichen Abläufen orientiert,
spricht man von Co-Sourcing. Beispiele sind die Bezahlung in
Abhängigkeit von abgeschlossenen Kundenanfragen (Helpdesk)
unabhängig von der Anzahl der notwendigen Interaktionen
oder die erfolgsorientierte Bezahlung.
Domäne Unter einer Anwendungsdomäne bzw. kurz Domäne versteht
man in der IT ein fachlich abgegrenztes Anwendungsgebiet (z. B.
Kreditverwaltung). Anwendungsdomänen haben in der Regel
fachliche Hintergründe und spezifische IT-Anforderungen, die
nicht in der Domäne tätigem Personal in der Regel unbekannt
sind (wie z. B. Rundungsregeln im Bankenbereich).

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