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IT-Projektverträge: Rechtliche Grundlagen by Christoph Zahrnt

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B.2 Schwierigkeiten, mit den Juristen umzugehen
Der größte Teil der Empfehlungen eines Juristen ist bereits in den Regeln des Pro-
jektmanagements enthalten [siehe IT-PM, Kapitel 3.3.1]. Und wenn ein Auftrag-
nehmer Qualitätssicherung nach DIN EN ISO 9001 betreibt, gehen seine Regeln
sogar über das hinaus, was ein Jurist überhaupt empfehlen möchte.
(4) Juristische Auseinandersetzungen
Kommt es zu einer Auseinandersetzung, an der Juristen beteiligt werden, entsteht
vielfach das Gefühl des Versagens. Man war nicht imstande, eine Lösung auf der
von einem selber beherrschten Ebene zu schaffen. Man wird mit seinen Fehlern
konfrontiert, seien es solche in der Projektabwicklung oder solche auf der Ebene
des Vertrags (schlechte Formulierung; kein Nachführen des Vertrags bei Leis-
tungsänderungen; kein Schaffen von Beweismitteln).
Und dann ist man den Juristen ausgeliefert. Man kann ihnen die Realität
anscheinend nicht vermitteln. Sie entsche
iden anscheinend nach Schemata, in die
die Realität hineingepresst wird.
B.2 Schwierigkeiten, mit den Juristen umzugehen
Schwierigkeiten mit dem Recht hat man besonders, wenn man ein Problem hat.
Verständlicherweise fühlt man sich gegenüber jenem, der bei der Lösung dieses
Problems helfen soll, nicht wohl.
(1) Wie erscheint der Jurist?
Das Ansehen oder Prestige der Rechtsanwälte in der Bevölkerung ist immer noch
hoch, wie Umfragen ergeben.
44
Die Rechtsanwälte liegen noch auf Rang fünf
(nach den Ärzten, Pfarrern, Hochschulprofessoren und Unternehmern). Es steht
aber auch fest, dass sie – trotz ihres Ansehens – unbeliebt sind.
45
Bei der Vertrau-
enswürdigkeit sind sie für Verbraucher nur gutes Mittelmaß.
46
44. Allensbacher Berichte 2003, Nr. 7.
Wolfgang Hartung, Die Anwaltschaft im wirtschaftlichen Abseits, Anwaltsblatt 2002,
S. 268 ff., 271 führt das abnehmende Ansehen darauf zurück, dass insbesondere die Rechtsan-
wälte sich heute weniger als Organ der Rechtspflege (Verhältnis der Über-/Unterordnung zum
Mandanten) und mehr als Dienstleister verstehen und verhalten würden.
45. Johann Braun, Über die Unbeliebtheit des Juristen, JuS (Juristische Schulung) 1996, 287 ff. leitet
seinen Beitrag mit der Frage ein: »Warum sind Juristen bei Nichtjuristen so unbeliebt?« und
zi
tiert mehrere Bücher mit entsprechendem Titel. Nach seiner Analyse würden die Ursachen
dafür kaum bei den Juristen liegen, sondern eher bei den Nichtjuristen (»Besserwisser«). Und
wie wird der Jurist am besten damit fertig? Antwort (S. 290): Die Erfüllung der Pflicht, Not
abzuwenden, schaffe ein Gefühl der Selbstzufriedenheit.
46. www.readersdigest.de, Die größte Verbraucherstudie Europas, 18.04.2005: In Deutschland
immerhin noch zu 57% als sehr hoch bzw. zi
emlich hoch vertrauenswürdig eingestuft, europa-
weit nur zu 45%.

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