
4.1 Grundbegriffe 77
Von „kompositioneller" Intertextualität soll dann gesprochen werden,
wenn der Medientext nicht eingleisig auf einen Prätext rückführbar ist, son-
dern auf zwei oder mehr Prätexte zurückgeht. Ein häufiges Beispiel dafür
ist die Genese eines Medientextes auf der Basis von Texten verschiedener
Agenturen.
Es ist selbstverständlich, dass diese Kategorien unscharf sind und glei-
tende Übergänge aufweisen. So kann es ζ. B. durchaus fraglich sein, ob ein
Text während der Textgeschichte tatsächlich als derselbe erkennbar bleibt,
wenn die Anreicherungen ein solches Ausmaß annehmen, dass sie den Prä-
text dominieren. Generell lässt