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Statt des Bezugs auf Filmtechniken könnte man hier natürlich ebenso gut
auf literarische Traditionen verweisen. Ganz klar ist diese Traditionslinie er-
kennbar bei dem, was Müller als „szenischen Einstieg" bezeichnet.
Hier wird „ohne einleitende Erklärung direkt auf ein konkretes Ge-
schehen an einem bestimmten Ort geblendet. Von der ersten Zeile an wird
dem Leser das Gefühl vermittelt, direkt dabei zu sein als einer, der plötzlich
selbst zum Augenzeugen wird." (121) Entscheidend für diesen Effekt ist,
dass der Autor im Text noch nicht existiert, dass er seine eigene Perspektive
gerade noch nicht ins Spiel bringt, das