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Mit CMMI Prozesse verbessern!: Umsetzungsstrategien am Beispiel Requirements Engineering by Uwe Hehn, Michael Gerdom, Paul-Roux Wentzel, Jürgen Schmied

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2 Vorgehen zur Prozessverbesserung30
Darstellung einer angepassten Vorgehensweise – auf der Basis von
IDEAL – aber mit unseren Erfahrungen der letzten Jahrzehnte
(vorrangig aus den Branchen Automotive, Medizintechnik und
Banken)
Konkretisierung der Vorgehensweise für Prozessverbesserung
anhand eines anonymisierten, aber möglichst konkreten Fallbei-
spiels. Um den Umfang andererseits etwas zu beschränken, kon-
zentriert sich dieses Buch auf das Themengebiet Requirements
Engineering. Die Wahl fiel auf Requirements Engineering, da
Anforderungen der Grundstock für jedes Entwicklungsprojekt
sind. In diversen Studien (z.B. [Sta 00]) wird immer wieder geschil-
dert, dass Projekte deutlich länger dauern als geplant, kostenmäßig
aus dem Ruder laufen oder gar abgebrochen werden. Als Hauptur-
sache werden meist Faktoren genannt, die einen klaren Bezug zum
Thema Requirements Engineering haben. Beispiele sind etwa:
Unklare und unvollständige Anforderungen
Mangelnde Einbeziehung der Beteiligten
Unrealistische Erwartungen seitens der Stakeholder
Sich häufig ändernde Spezifikationen
Grundsätzlich ist aber die dargestellte Vorgehensweise unabhängig
vom adressierten Prozessgebiet und lässt sich natürlich auf andere
Prozessgebiete problemlos übertragen. Ziel ist letztlich, dass der
Leser statt einer theoretischen Abhandlung eine konkrete Vorge-
hensweise mit Praxisbezug erhält.
2.1 Phasenmodell
Abgeleitet aus dem IDEAL-Modell präsentiert Frau How nachfolgendes Vor-
gehensmodell der Firma process!park. Sie geht dabei weniger auf die einzel-
nen Detailaktivitäten, sondern mehr auf das generelle Vorgehen ein (Details
werden in den nachfolgenden Kapiteln beschrieben).
312.1 Phasenmodell
In Abbildung 2–2 ist das Phasenmodell für Prozess-Verbesserungspro-
jekte dargestellt. Grundsätzlich lassen sich die Phasen
Prozessanforderungen und -design,
Prozessdefinition und -pilotierung sowie
Rollout des Prozesses
unterscheiden. Diesen Hauptphasen sind typischerweise Projektstart-
aktivitäten vorgelagert und unterstützende Prozesse wie Projekt- und
Risikomanagement, Konfigurationsmanagement, Qualitätssicherung,
Change Management u.a. zugeordnet. Parallel werden Trainingskon-
zepte ausgearbeitet und schrittweise umgesetzt, und schließlich geht
die Verbesserungsinitiative am Ende in eine Phase der kontinuierlichen
Prozessverbesserung über.
Die Projektstart- und die oben angedeuteten Hauptphasen lassen
sich wie folgt genauer beschreiben:
Prozess-Rollout
ProzessverbesserungSchulung
Erstellung des
Schulungskonzepts
Erstellung der
Schulungsunterlagen
Schulungen durchführen
Prozessdefinition und -pilotierung
Anforderungen
an den Prozess
Prozessbeschreibung
Prozess-
architektur
Ausgerollter
Prozess
Initiale Messungen Lessons-
Learned-
Bericht
Meilensteinplan
Projektbeschreibung
(Kick-off)
Konfigurationsmanagement
Änderungsmanagement
Qualitätsmanagement
Projektmanagement
Projekt-
abschluss
Start-up
Kick-
off
Initiierung
Prozessanforderungen und -design
Analyse
Prozess- &
Projekt-
analyse
Standort-
bestimmung
Workshops
Anforderungen
& Architektur
Reviews
Konzept
Rollout des Prozesses
Coaching
Projektgrobplanung
Planung der Pilotierung Planung des Rollouts
Planung der Schulungen
Projektplanung, -kontrolle und -steuerung
Prozesspilotierung
Pilotierung
Coaching
Prozessdefinition
Workshops
Proc. C
Proc. B
Proc. A
Proc. D
Proc. E
g
e
f
c
b
h
a
d
Arch. 1
Arch. 2
Arch. 3
“”
STANDARDS
PROCESSES
PROCEDURES
TOOLS
POLICIES
TEMPLATES
TRAINING & SUPPORT
Feedback
Reviews
Abb. 2–2
Phasenmodell zur
Prozessverbesserung
2 Vorgehen zur Prozessverbesserung32
Projektstartaktivitäten:
Projektstart
Die Projektstartaktivitäten (siehe Abschnitt 4.4) decken sich sehr gut
mit der »Initiating Phase« des IDEAL-Modells (siehe Initiating Phase
des IDEAL-Modells). Das heißt, hier werden folgende Aktivitäten
durchgeführt:
Aufbau der Motivation zur Prozessverbesserung in der Geschäfts-
leitung
Aufbau der Motivation zur Prozessverbesserung bei den Mitarbei-
tern
Erste Stakeholder-Analyse für die Prozessverbesserung
Diskussion und Festlegung der Vision und der Geschäftsziele der
Organisation
Aufstellung der Vision und der Ziele zur Prozessverbesserung aus
Sicht der Organisation
Freigabe zur Durchführung (mindestens) der nachfolgenden Phase
Festlegung des Lenkungskreises für das Prozess-Verbesserungsprojekt
Überblicksschulung zu CMMI und Prozessverbesserung für das
Management der Organisation
Im Fall der FindYourWay AG wurde bereits ein erstes Treffen mit der Berate-
rin Clara How durchgeführt, in dem die grundsätzliche Vorgehensweise ge-
schildert, diskutiert und anschließend mit dem Vorstandsvorsitzenden, Herrn
J. Boss, vereinbart wurde. Der darauffolgende Schritt beinhaltet die Erarbei-
tung der konkreten Prozessverbesserungsziele in einem Projektstart-Work-
shop, an dem die Geschäftsführung, das gesamte mittlere Management und
natürlich der Leiter des Prozess-Verbesserungsprojektes, Herr Christian
Schneller, teilnimmt. Die Agenda für diesen Workshop sieht wie folgt aus:
09:00 – 09:15 Uhr Begrüßung und Zielsetzung für den Workshop
(C. Schneller)
09:15 – 10:45 Uhr Review Geschäftsziele und -strategie (J. Boss, alle):
Wo wollen wir hin?
Was bedeuten die Geschäftsziele für die einzel-
nen Unternehmensbereiche?
Was haben wir bis jetzt erreicht?
10:45 – 11:00 Uhr Kaffeepause
11:00 – 12:30 Uhr Brainstorming »Verbesserungspotenziale in der
Organisation« und erste Ableitung möglicher
Ziele (Alle)
12:30 – 13:30 Uhr Mittagspause
13:30 – 15:00 Uhr CMMI: Was ist das? (C. How)
15:00 – 15:15 Uhr Kaffeepause

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