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Mit CMMI Prozesse verbessern!: Umsetzungsstrategien am Beispiel Requirements Engineering by Uwe Hehn, Michael Gerdom, Paul-Roux Wentzel, Jürgen Schmied

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2 Vorgehen zur Prozessverbesserung36
netes Änderungsmanagement Feedback aus den Projekten oder aus
anderen Quellen eingeholt wird und weitere Prozessverbesserungen
durchgeführt und in der Organisation umgesetzt werden.
2.2 Rollenmodell
Ein Prozessmodell beschreibt typischerweise nicht nur die eben skiz-
zierte zeitliche Komponente (Phasenmodell). Vielmehr gehören auch
die klare Definition von Verantwortlichkeiten (Rollenmodell) sowie
die zu liefernden Arbeitsergebnisse (meist beliebige Dokumenttypen
und -strukturen) dazu. Meist werden Letztere um interne Arbeitser-
gebnisse ergänzt, die zwar nicht zwingend dem Projektauftraggeber
übergeben werden, die jedoch intern für die Projektabwicklung eine
wichtige Rolle spielen.
Genau diese beiden Aspekte – Rollenmodell und Dokumente –
werden in diesem und im nächsten Abschnitt erläutert. Darüber hinaus
finden sich in Prozessmodellen meist weitere Elemente, wie zum Bei-
spiel Aktivitäten, Methoden- und Werkzeugbeschreibungen etc. Diese
Elemente eines Prozessmodells stehen nicht lose nebeneinander, son-
dern haben besondere Beziehungen untereinander, zum Beispiel ist eine
ausgewählte Rolle für ein bestimmtes Dokument verantwortlich. Die
Gesamtheit dieser Elemente sowie ihrer Beziehungen untereinander
bilden das sogenannte Metamodell einer Prozessbeschreibung (siehe
Abschnitt 5.3.1).
Abbildung 2–3 zeigt beispielhaft ein typisches Szenario zur Projekt-
organisation eines Prozess-Verbesserungsprojektes. Dieses exemplari-
sche Rollenmodell ist grundsätzlich anwendbar auf die Menge aller
Geschäftsprozesse im Unternehmen oder aber auch auf einen einzelnen
speziellen Geschäftsprozess (zum Beispiel den Entwicklungsprozess).
Letztlich bedeutet diese Interpretation, dass in das Rollenmodell im
Allgemeinen noch weitere Hierarchieebenen eingezogen werden kön-
nen. Im weiteren Verlauf interpretieren wir das Rollenmodell als Teil
des Prozessmodells für einen Entwicklungsprozess, denn dies ist das
passende Szenario für unser Fallbeispiel. Das Rollenmodell wird des-
halb auch in Kapitel 4 erneut aufgegriffen und mit konkreten Namen
aus der Firma FindYourWay AG versehen.
Die Rollen werden im Folgenden entlang der skizzierten Hierachie
(siehe Abb. 2–3) top-down erläutert. Zur besseren Übersichtlichkeit
werden die Rollen getrennt nach Organisationsebene und Projekt-
ebene dargestellt.
Rollen auf Organisationsebene sind dabei Rollen, die nicht in
einem konkreten Entwicklungsprojekt arbeiten, sondern Linienaufga-
372.2 Rollenmodell
ben oder spezielle Aufgaben innerhalb des Prozess-Verbesserungspro-
jektes übernehmen.
Rollen auf Projektebene sind dagegen Rollen in Entwicklungspro-
jekten, d.h. Rollen, die die definierten Prozesse anwenden und umset-
zen. Auch der Coach, der Projektteams bei der Umsetzung der Pro-
zesse unterstützt, gehört hierzu.
2.2.1 Organisationsebene
Rolle Prozesssponsor
Prozesssponsor
Der Prozesssponsor ist die Rolle, die das Budget für alle prozessbezo-
genen Aktivitäten wie Appraisals und Verbesserungsprojekte freigibt.
Andererseits will er natürlich auch die Ergebnisse aus dem von ihm
getätigten Investment sehen. Der Prozesssponsor ist typischerweise
Mitglied der Geschäftsleitung und ist auch Mitglied im Lenkungskreis.
Rolle Lenkungskreis
Lenkungskreis
Im Lenkungskreis befinden sich üblicherweise Vertreter der Geschäfts-
leitung, der Projektleiter des Verbesserungsprojektes, der Prozessver-
antwortliche und der Qualitätsmanager der Organisation. Je nach
Größe der Organisation finden sich auch (Haupt-)Abteilungsleiter
bzw. Vertreter von verschiedenen Standorten darin wieder. Der Len-
kungskreis ist unter anderem
OrganisationsebeneProjektebene
Prozess-
arbeitsgruppen
Prozessbesitzer
Prozessmanager
Prozess-
teammitglieder
Projekte
Coach
Lenkungskreis
Prozess-
architekt
Prozessbesitzer
Prozessmanager
Prozess-
teammitglieder
Ausführender
Ausführender
Prozesssponsor
Prozessverantwortlicher
Projektleiter
Ausführender
Ausführender
Abb. 2–3
Rollenmodell zur
Prozessverbesserung
2 Vorgehen zur Prozessverbesserung38
für die Festlegung von Verbesserungszielen bzw. Erfolgskriterien,
für die Bereitstellung von Ressourcen,
für die Freigabe des Projektplans zum Verbesserungsprojekt und
für die Überwachung des Projektfortschritts
zuständig. Vom Lenkungskreis werden in der Regel auch Leitlinien für
die Organisationsprozesse aufgestellt.
Der Lenkungskreis tagt in regelmäßigen Abständen, z.B. monat-
lich. Es werden dabei die folgenden Themen besprochen:
Wichtige und strategische Entscheidungen
Projektfortschritt und Risiken auf hohem Niveau
Finanzielle Fragen oder schwerwiegende organisatorische
Probleme
Sofern die Verbesserungsinitiative aufgrund ihrer Größe in mehrere
Verbesserungsprojekte unterteilt ist, ist dieser Kreis auch für
Entscheidungen bei der Priorisierung im Rahmen der sogenannten
Programmplanung (siehe Artikel von Fillipo Vitiello in Abschnitt
4.16) zuständig.
Rolle Prozessverantwortlicher
Prozessverantwortlicher
Der Prozessverantwortliche ist die Rolle, die für die Prozesse im Unter-
nehmen ganzheitlich verantwortlich ist. Oftmals ist der Prozessverant-
wortliche mit dem obersten Qualitätsmanager identisch. Der Prozess-
verantwortliche ist für alle prozessübergreifenden Themen zuständig.
Hierzu gehören zum Beispiel:
Festlegung von Anforderungen an die Prozessbeschreibungen
Festlegung einer einheitlichen Prozessmanagement-Infrastruktur,
d.h. Festlegung von Werkzeugen
Durchführung bzw. Organisation von prozessübergreifenden Schu-
lungen (z.B. Durchführung von Schulungen zum einzusetzenden
Prozessmanagement-Werkzeug oder zur Prozessmodellierungsme-
thode)
Der Prozessverantwortliche dient natürlich auch als Eskalationsebene
für Prozessbesitzer, die Konfliktthemen prozessübergreifender Natur
nicht alleine auflösen können.
Rolle Prozessbesitzer
Prozessbesitzer
Im Unterschied zum Prozessverantwortlichen, der übergreifend für die
Prozesse verantwortlich ist, ist der Prozessbesitzer diejenige Rolle, die
für einen bestimmten Teilprozess – zum Beispiel den Requirements-

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