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Mit CMMI Prozesse verbessern!: Umsetzungsstrategien am Beispiel Requirements Engineering by Uwe Hehn, Michael Gerdom, Paul-Roux Wentzel, Jürgen Schmied

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974.7 Projektplanung der Schulungen
Projektleiter, deren Projekt zum Pilotprojekt ausgewählt wurde, sind
nicht immer begeistert über diese »Ehre«: Das Risiko, dieses Projekt
hinsichtlich der Parameter Qualität, Aufwand und Zeit nicht erfolg-
reich durchzuführen, ist natürlich deutlich höher als bei einem Projekt
nach bewährten Prozessen. Hier muss das Management mehr Unter-
stützungsarbeit leisten.
Clara How stellt für die Phase Projektdefinition und -pilotierung folgende
Planung auf:
Projektdefinition
Für jedes im Prozess-Verbesserungsprojekt zu behandelnde Thema wird
ein Workshop (Länge zwei Stunden) vorgesehen, in dem die bekannten
Schwachpunkte nochmals beleuchtet werden. Ziel der Workshops ist,
gemeinsam eine Lösungsidee zu erarbeiten.
Je nach Thema und Ausmaß der zu bearbeitenden Befunde werden von
vornherein mehrere Workshops eingeplant.
Für alle betrachteten Themen arbeitet die Beraterin die Lösungsideen aus
und wird das Ergebnis an das Team zum ersten Review verteilen. In der
folgenden Reviewsitzung (Länge maximal zwei Stunden) werden alle An-
merkungen geprüft und ggf. konsolidiert. (Auch hier können weitere Re-
viewsitzungen erforderlich werden.)
Frau How erstellt eine entsprechende Prozessbeschreibung bzw. arbeitet
die Anmerkungen in bereits vorhandene Prozessbeschreibungen ein. In
einem abschließenden Abnahmereview wird das Ergebnis freigegeben.
Pilotprojekt
Maximal zwei freigegebene Prozessdefinitionen werden gleichzeitig in
einem Pilotprojekt pilotiert, um nicht zu viel Instabilität zu erzeugen.
Die Auswahl eines geeigneten Pilotprojektes erfolgt bereits zu Beginn der
Phase Projektdefinition, damit zwischen Abschluss der Projektdefinition
und Start des Pilotprojektes so wenig Zeit wie möglich verloren geht.
Clara How bleibt deswegen in ständigem Kontakt zum übergeordneten
Projektmanagement, um die bestmögliche Wahl treffen zu können.
4.7 Projektplanung der Schulungen
Während des Projektverbesserungsprojektes gibt es mehrere Situatio-
nen, in denen Schulungen wichtig sind.
Konzeptphase
Es wird erwogen, ein Werkzeug oder eine neue Methode einzufüh-
ren. Um beurteilen zu können, ob das Werkzeug bzw. die Methode
nützlich sein wird, werden Mitglieder des Projektteams an einer Werk-
zeug- bzw. Methodenschulung teilnehmen. Diese Schulung wird im
Allgemeinen eine externe Schulung sein; Ziel ist nicht, Werkzeug oder
Methode perfekt einsetzen zu können, sondern die Konsequenzen des
Einsatzes zu überblicken.
4 Planungsphase98
Pilotierung
Die Mitarbeiter des Pilotprojektes nehmen an Schulungen für vor-
gesehene Werkzeuge bzw. Methoden teil. Hier steht der Einsatz des
Werkzeugs oder der Methode im Pilotprojekt im Vordergrund (die
Entscheidung dafür ist bereits getroffen); Feinschliff beim Einsatz ist
aber auch erwünscht. Diese Art der Schulung wird abhängig von der
Größe des Pilotprojektes extern oder auch intern stattfinden.
Rollout
Bevor nach Abschluss der Phase Prozessdefinition und -pilotierung
ein Prozess bereit zum Einsatz »im Großen«, d.h. zum Prozess-Roll-
out, ist, müssen die Mitarbeiter für die neuen bzw. verbesserten Pro-
zesse geschult werden. Das gilt ebenfalls für Werkzeuge, die im Rah-
men der Prozessverbesserung neu eingeführt werden sollen. Hier geht
es darum, dass alle künftigen Projektteammitglieder den prozesskon-
formen Einsatz eines festgelegten Werkzeugs oder einer Methode unter
realistischen Projektrandbedingungen möglichst reibungslos lernen.
Da im Allgemeinen ein Großteil der Projektteammitglieder zu ver-
schiedenen Zeiten geschult werden muss, lohnt es sich oft, eine maßge-
schneiderte Standardschulung selbst auszuarbeiten bzw. von einem
geeigneten Seminaranbieter ausarbeiten zu lassen. Die Schulungen fin-
den meist in den eigenen Räumen statt.
Die Erarbeitung der Schulungsunterlagen soll parallel zur Erarbei-
tung der verbesserten Prozesse erfolgen. So sind die Schulungsunterla-
gen zeitnah zum Prozess-Rollout verfügbar. Außerdem kann die Schu-
lung während der Pilotierung der neuen Prozessdefinition auch
pilotiert werden: Der Abgleich zwischen gelebtem Prozess und gelehr-
tem Prozess wird damit sehr einfach.
4.7.1 Aufwandsschätzung
Für die Schätzung des Aufwands bei der Erstellung der Schulungsun-
terlagen gibt es viele Möglichkeiten.
Aufwandsschätzung
Erstellung
Schulungsunterlagen
Wir wollen hier am Beispiel der Erstellung von Schulungsunter-
lagen exemplarisch aufzeigen, wie man mit nachvollziehbaren zusätz-
lichen Annahmen leicht zu brauchbaren quantitativen Planungsergeb-
nissen kommen kann.
Grundannahme ist, dass der Aufwand der Erstellung der Unterla-
gen für jeden Prozess proportional zur Dauer der Schulung für einen
Prozess ist. Wir gehen davon aus, dass n Prozesse geschult werden
müssen.
Für Themen, die bereits recht gut bekannt sind, reicht eventuell
eine kürzere Auffrischung; die Vermittlung neuer Themen benötigt
mehr Zeit. Hier wäre es sinnvoll, zwei Kategorien von Schulungen
zu unterscheiden (Kategorie 1: n
1
Prozesse mit je d
1
Stunden,

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