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Mit CMMI Prozesse verbessern!: Umsetzungsstrategien am Beispiel Requirements Engineering by Uwe Hehn, Michael Gerdom, Paul-Roux Wentzel, Jürgen Schmied

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5 Konzeptphase150
Eine systematische Überwachung der Status der Abhängigkeiten kann ein
Verständnis davon vermitteln, wie die Prozessteammitglieder zusammenarbei-
ten, um Probleme zu lösen, die einem integrierten Satz von Teilprozessen im
Wege stehen.
Dieser Ansatz zur Lösung von Integrationsproblemen setzt einen Team-
geist voraus, der vom Management gefördert und durch den Einsatz einer
produktiven Arbeitsumgebung (Organisationsstrukturen und Werkzeuge)
unterstützt werden soll. Sie erleichtert die Kommunikation, den Zugriff auf
benötigte Informationen, die Einbindung von Prozess-Stakeholdern und die
gemeinsame Verwendung von Assets zwischen Prozessarbeitsgruppen.
5.4 Design des Prozessmodells
Das Prozessdesign
besteht aus der
Entwicklungsstrategie,
dem Phasenmodell und
dem Dokumentenplan
Im Anschluss an die Definition der Prozessarchitektur und zum
Abschluss der Konzeptphase gilt es nun, ein Design des Entwicklungs-
prozesses auf Basis der Prozessanforderungen und der Prozessarchitek-
tur durchzuführen. Eine Entwicklungsstrategie muss ausgewählt und ein
initialer Dokumentenplan erstellt werden. Auch dieser Schritt lässt sich
gut in einem Workshop durchführen, wieder unter der Leitung des Pro-
zessarchitekten. Die Teilnehmer des Workshops sollen nun diejenigen
Personen sein, die den zu definierenden Prozess tatsächlich ausführen
sollen, also Entwickler, Projektleiter usw. Die Einbindung eines exter-
nen Beraters oder eines internen CMMI-Experten ist hier empfehlens-
wert, damit von Anfang an die Konformität des Prozessmodells zum
CMMI-Scope gewährleistet ist. Die Workshops zur Erstellung des Pro-
zessdesigns werden wie in Abschnitt 6.2.1 beschrieben durchgeführt.
5.4.1 Entwicklungsstrategie
Zunächst soll die Entwicklungsstrategie ausgewählt und angepasst
werden, die für den zu definierenden Entwicklungsprozess verwendet
wird.
Grundsätzlich gibt es mehrere bekannte Entwicklungsstrategien, unter
denen eine Organisation wählen kann. Sie spiegeln eine Idee wider, die
einem Prozessmodell zugrunde liegt. Diese Entwicklungsstrategien sind
relativ simpel und bewegen sich auf einem sehr abstrakten Niveau. Die
bekanntesten Vertreter solcher Entwicklungsstrategien sind:
84=CF82:;D=6BBCA0C46848BC38434<&A>I4BB<>34;;ID6AD=34;8464=34"48C
83440=34AB82730B64B0<C4#>34;;0DBA827C4C48B?84;4B>;274A)CA0C4684=
B8=3(0?83&A>C>CH?8=6>34A30B)?8A0;<>34;;
1515.4 Design des Prozessmodells
Das Wasserfallmodell
Das Spiralmodell
Das V-Modell
Rapid Prototyping
Auswahl und
Anpassung einer
Entwicklungsstrategie
Aus diesen und anderen Entwicklungsstrategien kann nun eines ausge-
wählt werden, mit dem sich die Organisation am besten identifizieren
kann. Daraufhin muss die entsprechende Entwicklungsstrategie noch
an die bereits ausgewählten Teilprozesse adaptiert und die hergestell-
ten Zusammenhänge evtl. noch variiert werden. Eine solche ange-
passte Entwicklungsstrategie bildet die Grundlage des zu definieren-
den Prozessmodells und wird gerne als Überblick und als Einstieg in
die Prozessbeschreibung verwendet.
Der Agenda folgend (siehe S. 136) wird am Nachmittag des zweiten Konzept-
Workshops mit der Auswahl und Anpassung einer Entwicklungsstrategie
fortgefahren. Der Teilnehmerkreis wurde für den Rest des Workshops wieder
auf die Personen eingeschränkt, die am Morgen des Workshops vertreten wa-
ren, bestehend aus Herrn Christian Schneller, dem Prozessarchitekten und
Leiter des Prozess-Verbesserungsprojektes, Frau How, der externen Prozess-
beraterin der Firma process!park, und den Prozessbesitzern, u.a. Frau Alice
Anforderungsdefinition
System
Systemdesign
Anforderungsdefinition
Subsystem
Systemtest
Subsystemdesign
Subsystemtest
Subsystem-
integration
Systemintegration
Entwicklung
Modultest
Konfigurationsmanagement
Änderungsmanagement
Lieferantenmanagement
Anforderungsmanagement
Qualitätsmanagement
Projektmanagement
Abb. 5–14
Angepasstes V-Modell der
FindYourWay AG
5 Konzeptphase152
E. Tation, Leiterin der Arbeitsgruppe Requirements Engineering. In den Pro-
zessanforderungen wurde vom Prozessmodell eine Anlehnung an das V-Mo-
dell sowie die Definition eines iterativen Prozessmodells gefordert. Daher ei-
nigten sich die Teilnehmer des Workshops darauf, das V-Modell als
Entwicklungsstrategie zu verwenden und für ihre Zwecke anzupassen. Fol-
gendes V-Modell wird von den Teilnehmern im Workshop erarbeitet und an-
schließend von Frau How im Protokoll festgehalten (siehe Abb. 5–14).
Grundlage der Entwicklungsstrategie ist das Standard-V-Modell, wobei
einige Anpassungen vorgenommen wurden:
Die Teilprozesse wurden an die in der Prozessarchitektur definierten Teil-
prozesse angepasst.
Zusätzlich zu den Teilprozessen der Entwicklung wurden weitere unter-
stützende Teilprozesse der Entwicklungsstrategie beigefügt, um darzustel-
len, dass diese ständig entwicklungsbegleitend durchzuführen sind.
Es wurde dargestellt, dass die Teilprozesse als Ganzes iterativ durchge-
führt werden sollen.
Die waagerechten Pfeile zwischen dem linken und dem rechten Ast des »V«
deuten eine Verifikation an. Die senkrechten Pfeile signalisieren einen Vali-
dierungsschritt. Das V-Modell hat den Vorzug, dass sich die einzelnen Teil-
prozesse sehr gut auf die von CMMI geforderten Prozessgebiete auf Maturity
Level 3 abbilden lassen.
5.4.2 Phasenmodell
Das Phasenmodell
definiert die zeitliche
Reihenfolge einzelner
Projektphasen und
Meilensteine
Die Entwicklungsstrategie definiert die verschiedenen in Entwick-
lungsprojekten durchzuführenden Teilprozesse und zeigt grob deren
inhaltliche Abhängigkeiten zueinander auf. Darüber hinaus definiert
die Entwicklungsstrategie, ob es sich bei dem Prozessmodell um ein
sequenzielles oder um ein iteratives Prozessmodell handelt. Das Pha-
senmodell hingegen definiert eine zeitliche Reihenfolge für den durch-
zuführenden Prozess. Das Phasenmodell enthält zusätzlich eine Defini-
tion von Meilensteinen, also Zeitpunkten, zu denen bestimmte
Dokumente vorliegen und bestimmte Prüfungen erfolgreich durchge-
führt werden müssen, um in die nächste Projektphase zu gelangen. Das
Phasenmodell nimmt somit eine zeitliche Anordnung der Phasen, der
wichtigsten Projektdokumente und Prüfungen vor. Über die zu erstel-
lenden Dokumente für einen Meilenstein wiederum können Rück-
schlüsse auf den Zeitraum für die Durchführung von Methoden oder
Aktivitäten gezogen werden.

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