This is the Title of the Book, eMatter Edition
Copyright © 2005 O’Reilly & Associates, Inc. All rights reserved.
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Kapitel 1
KAPITEL 1
Einführung
9,5 Millionen Dollar aus der Elfenbeinküste herausschaffen, gegen eine kleine Pro-
vision? 20.000 Paar Schuhe kaufen? Eine E-Card von Shelly? (Wer ist überhaupt
Shelly?) 600 kg Gold aus Ghana herausbringen, natürlich auch gegen Provision?
Jemand liebt mich mehr als alle Sterne und packt zum Beweis eine ZIP-Datei bei?
Probleme im Schlafzimmer? Die Bank in Madrid braucht meine Zugangsdaten, um
mein Konto zu schützen? Reklame im Internet schalten?
Dies sind einige der Geschäftsvorschläge, die den Autoren per E-Mail angetragen
wurden, während sie dieses Kapitel schrieben. Natürlich sind es nicht alle, sondern
nur die, die sie automatisch in den Ordner mit den interessantesten Geschäftsideen
($HOME/Maildir/.spam) einsortieren ließen. Die Aufzeichnungen zeigen, dass rund
500 weitere Geschäftsvorschläge vom Mailserver gleich wegen Implausibilität ver-
worfen worden waren. Man kann sich schlilich nicht für jeden Zeit nehmen.
Ähnlich geht es vielen E-Mail-Anwendern. Jede zweite E-Mail im Internet ist Spam
oder ein Virus! Dieses Buch handelt davon, wie man sie erkennt und aussortiert und
sich wieder den realistischen Geschäften widmen kann.
Systemadministratoren kommt im Kampf gegen Spam und Viren eine Schlüsselrolle
zu. Es liegt in ihrer Verantwortung, ihren Nutzern das Medium E-Mail als verlässli-
ches und sicheres Medium zur Verfügung zu stellen. Sie müssen die Nutzer vor
schädlichen Sendungen schützen, Hardware und Software gegen Angriffe absichern
und dafür sorgen, dass E-Mails trotzdem schnell und zuverlässig zugestellt werden.
Dieses Buch behandelt den Kampf gegen Spam und Viren daher hauptsächlich aus
der Sicht der Administratoren von E-Mail-Systemen.
Was ist Spam?
Im weitesten Sinn ist Spam eine Bezeichnung für unerwünschte Werbe-E-Mails.
Darüber hinaus variieren die Definitionen.
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Kapitel 1: Einführung
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Spam trat zuerst Mitte der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts im Usenet auf,
noch bevor E-Mail Verbreitung gefunden hatte. Im Usenet bezeichnete (und be-
zeichnet) der Begriff Spam Beiträge mit Werbeinhalt, die massenhaft in zahllose
Newsgroups gepostet werden, ohne Bezug auf das Thema der Diskussion in diesen
Gruppen zu nehmen. Während das Spam-Aufkommen im Usenet zunahm, wurden
auch erste automatische Anti-Spam-Maßnahmen entwickelt, insbesondere so ge-
nannte Cancelbots, die automatisch massenhaft Spam-Postings canceln, also aus
den Newsgroups entfernen. Dabei konnte durch die Arbeit einiger weniger das
Spam-Problem im gesamten Usenet mehr oder weniger kontrolliert werden. Eine
derartige Effizienz ist in anderen Medien leider nicht möglich.
Das erste Spam überhaupt war vermutlich das Posting von Clarence L. Thomas IV
von der Andrews University am 19.1.1994 mit dem Titel »Global Alert For All:
Jesus is Coming Soon« (http://groups.google.com/groups?selm=9401191510.AA18576%
40jse.stat.ncsu.edu). Das erste Spam mit kommerziellem Inhalt war das Posting von
Laurence Canter von der Anwaltskanzlei Canter & Siegel (USA) am 12.4.1994 mit
dem Titel »Green Card Lottery - Final One?« (http://groups.google.com/groups?selm=
2odj9q%2425q%40herald.indirect.com). Dieses Posting wird allgemein als Start der
weltweiten kommerziellen Spam-Welle angesehen. Und es hatte auch ein weiteres
Merkmal mit vielen heutigen Spams gemeinsam: Die angebotenen Dienste zur an-
waltlichen Unterstützung bei der Teilnahme an der Green Card-Lotterie in den USA
waren im Prinzip betrügerisch, weil für die Teilnahme überhaupt keine anwaltliche
Hilfe nötig ist. Und die letzte Lotterie dieser Art war es selbstverständlich auch
nicht.
Mit der Verbreitung neuer elektronischer Kommunikationsmedien und dem Rück-
gang des Usenets wurde der Begriff Spam auf die neuen Medien übertragen. Die
meiste Aufmerksamkeit erhält heute der Spam-Versand über E-Mail, da Spam über
E-Mail im Verhältnis besonders häufig auftritt und E-Mail heute schon als nahezu
universelles Kommunikationsmedium gelten kann. Spam gibt es aber auch über
Mobiltelefone, Instant-Messaging-Protokolle wie ICQ und IRC (Spam over Instant
Messaging: SPIM) sowie über Internet-Telefone (Spam over Internet Telephony:
SPIT). In diesem Buch geht es freilich nur um Spam über E-Mail.
Im Zusammenhang mit E-Mail wird statt »Spam« oft die Bezeichnung »Unsolicited
Commercial Email« (unverlangte kommerzielle E-Mail), kurz UCE, verwendet. Die-
ser Begriff ist präziser und vermeidet die Assoziation mit dem Usenet, schließt aber
scheinbar nur E-Mails mit kommerziellem Inhalt ein. Genauer treffen würde wohl
die Bezeichnung »unverlangte Werbe-E-Mail«, womit auch Werbung ohne ge-
schäftlichen Hintergrund eingeschlossen wäre. Der kommerzielle Hintergrund einer
Werbe-E-Mail ist rechtlich allerdings von Bedeutung, da eine solche E-Mail zum
Beispiel in Deutschland gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb versto-
ßen würde. Von technischer Seite wird das aber eher nicht beachtet, da das Ziel die
Vermeidung von unerwünschter Werbe-E-Mail gleich welcher Art ist. Der Begriff
UCE kann daher als Synonymr Spam gesehen werden.

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