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Mit Open Souce-Tools Spam & Viren bekaempfen by Alexander Wirt, Peter Eisentraut

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Kapitel 11
KAPITEL 11
E-Mail-Clients
Dieses Kapitel behandelt, wie Spam und Viren auf der Clientseite abgewehrt wer-
den können. Clientseitige E-Mail-Filter sind zunächst notwendig, wenn auf dem
Mailserver keinerlei Filterung stattfindet und man auch keinen Zugriff auf den
Mailserver hat, um dies zu ändern. Clientseitige Filterung kann aber auch eine sinn-
volle Ergänzung zu serverseitiger Filterung sein. So können alle Anwender individu-
elles Filterverhalten festlegen, zusätzliche Erkennungsmethoden verwenden und
zuvor markierte E-Mails aussortieren.
Die clientseitige E-Mail-Filterung kann auf verschiedene Arten geschehen. Dieses
Kapitel geht zuerst auf das Programm Fetchmail ein, mit dessen Hilfe ein lokaler
Mailserver betrieben werden kann, der alle Fähigkeiten eines normalen Mailservers
hat. Dann werden einige POP3-Proxies vorgestellt, die E-Mails während der Über-
tragung vom Mailserver an das E-Mail-Client-Programm analysieren und filtern
können. Und schließlich werden die E-Mail-Clients selbst behandelt, wobei für ei-
nige populäre Produkte jeweils verschiedene Features vorgestellt werden, mit denen
Spam oder Viren abgewehrt werdennnen.
IMAP und POP3
IMAP und POP3 sind Protokolle, über die E-Mail-Client-Programme E-Mails vom
Mailserver abholen können. Sie unterscheiden sich konzeptionell von SMTP
dadurch, dass hier der Empfänger die Transaktion steuert.
POP3 (Post Office Protocol Version 3), beschrieben in RFC 1939, ist ein sehr ein-
fach gehaltenes Protokoll, das Clients lediglich die Möglichkeit gibt, E-Mails vom
Server herunterzuladen und sie vom Server zu löschen. POP3 hat keine Möglich-
keit, E-Mails auf dem Server zu bearbeiten oder mehrere Postcher auf dem Server
zu pflegen (außer mit getrennten Benutzerkonten). POP3 wird von den meisten
E-Mail-Clients unterstützt.
Fortsetzung
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Kapitel 11: E-Mail-Clients
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E-Mail-Filterung mit Fetchmail
Fetchmail ist ein Programm, das E-Mails von einem entfernten Mailserver über
eines der üblichen Protokolle IMAP oder POP3 abholt und in einen lokal laufenden
Mailserver über SMTP einspeist. Dieser lokale SMTP-Server verhält sich dann so,
als kämen die E-Mails aus dem Internet (außer dass die IP-Adresse des SMTP-
Clients jetzt der lokale Rechner ist), und kann die E-Mails wie jeder andere normale
SMTP-Server verarbeiten, also je nach Konfiguration in Postcher ausliefern, wei-
terleiten, filtern oder zurücksenden. Fetchmail wird oft verwendet, wenn ein Rech-
ner oder das Netzwerk einer Organisation nur über eine Einwahlleitung mit dem
Internet verbunden ist und die aus dem Internet kommenden E-Mails daher nicht
direkt zugestellt werden können. Dann werden die E-Mails auf einem mit dem
Internet permanent verbundenen Rechner gesammelt und von einem innerhalb des
lokalen Netzes stehenden zweiten Mailserver von Zeit zu Zeit mit Fetchmail abge-
holt. Auf den lokalen Mailserver kann man dann vom E-Mail-Client aus je nach
Notwendigkeit und Konfiguration wiederum mit IMAP, POP3 oder direkt über das
Dateisystem zugreifen. Abbildung 11-1 veranschaulicht das Funktionsprinzip von
Fetchmail.
Die Verwendung von Fetchmail ist aber auch ein Ausweg, wenn der eigentliche
Mailserver mit permanenter Verbindung zum Internet, der möglicherweise vom ISP
IMAP (Internet Message Access Protocol), beschrieben in RFC 3501 und weiteren
Dokumenten, ist ein umfangreicheres Protokoll, das unter anderem mehrere Postfä-
cher auf dem Server unterstützt und die Bearbeitung von E-Mails auf dem Server
ermöglicht. Im Gegensatz zu POP3 verbleiben E-Mails beim Zugriff über IMAP in
der Regel auf dem Server und werden nur bei Bedarf vorübergehend auf den Client
geladen. Das ermöglicht auch den Zugriff auf die E-Mails von verschiedenen Orten
aus. Da IMAP verglichen mit POP3 ein wesentlich robusteres Protokoll ist, wird es
gelegentlich auch in »POP3-Manier« verwendet, also einfach zum Herunterladen
und Löschen von E-Mails. Viele E-Mail-Clients unterstützen IMAP, wenn auch in
unterschiedlichem Umfang. ISPs bieten mitunter absichtlich keinen IMAP-Zugang
auf ihre Mailserver, damit die Nutzer gezwungen werden, die E-Mails mit POP3
vom Server zu entfernen.
Sowohl IMAP als auch POP3 benötigen spezielle Server-Software, um den jeweili-
gen Dienst anzubieten. Diese Software wird auf dem Mailserver installiert, der die
E-Mails für eine bestimmte Domain annimmt. Dabei muss der IMAP- beziehungs-
weise POP3-Server mit dem jeweiligen SMTP-Server abgestimmt werden. Es gibt
zahlreiche freie IMAP- und POP3-Server-Produkte, auf die hier aber nicht weiter
eingegangen werden soll.

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