15.6
ASM überwachen und verwalten
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Bei der Beantwortung der Frage, ob ASM Preferred Read eingesetzt werden sollte
und wie die Performance der Fehlergruppen auf dem aktuellen Knoten ist, hilft
Ihnen die I/O-Statistik des Enterprise Manager. Hier sehen Sie die Antwortzeiten
und den Durchsatz der einzelnen Disks.
15.6 ASM überwachen und verwalten
Automatic Storage Management erfordert im laufenden Betrieb vom Datenbank-
administrator relativ wenig Aufwendungen. Die wichtigsten Aufgaben von Über-
wachung und Verwaltung sind, Fehler zu erkennen, die Balance des Striping
sicherzustellen sowie die Performance zu überprüfen. Für diese Aufgaben existie-
ren eine Reihe von Werkzeugen: SQL*Plus, der Oracle Enterprise Manager sowie
das Kommandozeilen-Utility ASMCMD.
Eines der Ziele von ASM ist es, die Administration zu erleichtern und den Auf-
wand gering zu halten. Dies ist über weite Strecken gelungen. Es ist durchaus
praktikabel, ASM ohne Spezialwissen aufzusetzen und über einen längeren Zeit-
raum erfolgreich zu betreiben. Wenn es allerdings zu Problemen kommt, sind
eine tiefere Erfahrung und Spezialwissen notwendig.
Das Gleiche gilt, wenn die I/O-Performance für die Datenbank und die Appli-
kation kritisch ist. Eine kleine bis mittelgroße Datenbank, die auf einem RAID-
System mit externer Redundanz aufgesetzt ist, bereitet in der Regel wenig Perfor-
mance-Probleme. Anders verhält es sich, wenn die Datenbank größer wird und
ein durchdachtes Striping erforderlich macht.
Der vorliegende Abschnitt geht etwas tiefer in die interne Struktur von ASM. Mit
diesem Hintergrundwissen sind Sie in der Lage, auch schwierige Situationen zu
meistern und einen stabilen und performanten Betrieb zu gewährleisten.
15.6.1 ASM-Performance
Wenn Sie ein Design für den Einsatz von ASM erstellen, dann haben Sie die Opti-
onen, das Striping und Mirroring entweder durch ASM oder das Storage-Subsys-
tem vornehmen zu lassen. Wenn Sie sich dazu in der Praxis umhören, werden Sie
die unterschiedlichsten Meinungen vorfinden.
So gibt es Verfechter dafür, eine einzige Diskgruppe mit einem RAID-System zu
erstellen und ASM mit External Redundancy aufzusetzen. Ein solches Vorgehen
vereinfacht die Administration sehr stark, hat jedoch den Nachteil, dass die I/O-
Performance nicht überwältigend ist. So sind Anwender enttäuscht, wenn die Per-
formance mit diesem Design, möglicherweise noch auf einem RAID-5-System,
nicht ihren Erwartungen entspricht. Schließlich verspricht Oracle, dass die Perfor-
mance von ASM sehr nahe an die von Raw Devices herankommt.
Kapitel 15
Automatic Storage Management (ASM)
350
Das ist in der Tat der Fall. Allerdings müssen dann auch die Vorteile von ASM aus-
genutzt werden. So ist ja bekannt, dass die Performance stark eingeschränkt ist,
wenn alleine die Online Redo Log-Dateien auf einem RAID-System liegen. Des
Weiteren verzichten Sie sehr wahrscheinlich auf das Feature des automatischen
und manuellen Re-Balancing über die Disks einer Diskgruppe. Weiterhin sind die
Extents und die Allocation Units von ASM auf die Performance einer Oracle-
Datenbank optimiert.
Wenn Sie sich für ein Striping und Mirroring durch das I/O-Subsystem entschei-
den, entscheiden Sie sich immer für eine Vereinfachung der Verwaltung und des
Administrationsaufwands. Für eine optimale I/O-Performance sollten Sie das Stri-
ping und Mirroring stets auf ASM-Ebene durchführen.
ASM Striping und Mirroring
Wie in keinem anderen Hardware-Bereich ist die Performance von I/O-Operatio-
nen abhängig von der Effektivität der Parallelisierung der Operationen. Wenn von
einer konstanten Maximalleitung der Disks ausgegangen wird, dann kann eine
Performance-Steigerung nur durch ein breiteres Striping über möglichst viele
Disks erreicht werden. Voraussetzung dabei ist, dass keine andere Hardware-Kom-
ponente wie Disk-Controller, HBA oder Bus einen Flaschenhals bilden.
Aber auch bei einem breiten Striping kann sich die Performance verschlechtern,
wenn Hot Spots entstehen und die Disks nicht gleichmäßig ausgelastet werden.
Eine optimale Performance wird also durch ein möglichst breites Striping und ein
gutes Ausbalancieren der I/O-Aktivitäten erreicht. Ein weiterer wichtiger Punkt
ist, die Größe der gespeicherten Einheiten an die Anforderungen der I/O-Aktivitä-
ten der Datenbank anzupassen.
ASM verwendet die Technologie Stripe and Mirror Everything (SAME) und verteilt
die I/O-Aktivitäten gleichmäßig über alle Disks einer Diskgruppe. Dieses Vorge-
hen ist unabhängig von der darunterliegenden Hardware. Das Load Balancing fin-
det weiterhin statt, auch wenn Sie Veränderungen im I/O-Subsystem vornehmen.
ASM belegt die Disks mit Allocation Units (AU). Eine AU ist die kleinste Einheit
auf einer ASM-Disk. Alle Allocation Units einer Disk haben dieselbe Größe. In
zahlreichen Versuchen wurde festgestellt, dass die AU-Größe vom 1 MByte die
optimale Performance für Oracle-Datenbanken garantiert.
Für das Striping verwendet ASM einen anderen Algorithmus als viele andere
Systeme wie zum Beispiel RAID, das einen Round-Robin-Mechanismus verwen-
det. ASM wählt die Disk für das initiale Extent nach dem Zufallsprinzip aus. Alle
weiteren AUs werden auf alle restlichen Disks so verteilt, dass sie gleicherma-
ßen gefüllt sind. Die Disks sind danach prozentual gleich gefüllt, unabhängig

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