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AUSTRALIEN Ayers Rock
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„Nein, für heute werden keine Touren mehr angebo-
ten. Aber das Wetter ist sowieso nicht so gut, um Fo-
tos zu machen, es ist bewölkt“, sagt die Dame hinter
dem Informationstresen mit einem Schulterzucken.
Wenn sie wüsste, dass gerade dieser bewölkte Him-
mel einem meiner Fotos später eine tolle Tiefe und
Dramatik verleiht.
Roter Staub wirbelt auf, während ich meinem Ziel
entgegenrase. Vor zwei Stunden erst bin ich auf dem
Flughafen in der Nähe des Uluru-Kata Tjuta Natio-
nal Park gelandet und nun befinde ich mich auf dem
Weg zum Ayers Rock oder auch „Uluru“, wie er von
den einheimischen Aborigines genannt wird. Kurz
vor Sonnenuntergang finde ich endlich eine pas-
sende Location. Licht und Wolken sind perfekt, der
Stress hat sich gelohnt. Die hinter mir untergehen-
de Sonne taucht den tagsüber eher rotbräunlichen
Felsen für einen kurzen Moment in ein glühendes
Rot. Es ist wirklich ein faszinierendes Farbspiel, das
sich hier zum Sonnenuntergang dem Besucher bie-
tet. Ich mache sehr viele Fotos, um nichts von dem
magischen Moment zu verpassen. Nachdem die
Sonne untergegangen ist, komme ich bei einem
kühlen Bier mit einem Einheimischen ins Gespräch.
Er erzählt mir, dass viele Touristen die Steine vom
Ayers Rock illegalerweise als Souvenir mit nach Hau-
se nehmen. Wenn sich dann bei ihnen die Tragödien
häufen, schicken sie die Steine reumütig zurück, weil
sie glauben, sie bringen Unglück. Die Adres-
se lautet: Ayers Rock – Zentralaustralien, fast
immer fehlt der Absender.
Am nächsten Morgen klingelt um vier Uhr der We-
cker. Ich mache mich wieder sehr früh auf den Weg,
um den ca. 600 Millionen Jahre alten, roten Felsen
von der anderen Seite, diesmal zum Sonnenaufgang,
zu fotografieren. Dort angekommen verdrängen die
ersten Sonnenstrahlen langsam die schwarze Nacht.
Der Himmel leuchtet in pastellfarbener Morgenröte
und weiches Licht umhüllt den Uluru. Er ist wirklich
fantastisch.
Tipp: Wenn man sich die Mühe macht, zum
Ayers Rock zu reisen, ist es sinnvoll, mindestens
zwei Übernachtungen einzuplanen. Mit einem
eigenen Mietwagen ist man unabhängig, steht
nicht unter Zeitdruck und kann sich voll und ganz
diesem tollen Naturschauspiel hingeben. Und
eine Plage, auf die mich im Vorfeld leider kein
Mensch hingewiesen hat, sind die vielen Fliegen,
die sich teilweise zu Hunderten auf einem nieder-
lassen. Am nervigsten sind sie im Gesicht, daher
rate ich zu einem Hut mit integriertem Mücken-
schutz.
Früh morgens · Dieses Foto entsteht auf der
gegenüberliegenden Seite zum Sonnenaufgang.
Auch bei dieser Lichtstimmung ist der Uluru schön
anzusehen. 17 mm · ISO 100 · f 9 · 1,3 Sek
Ruhig Blut · Dieses Foto mache ich am zweiten
Abend. Da auf diesem Bild die Wolken fehlen,
wirkt es nicht so spektakulär, sondern eher ruhig.
Für dieses Foto habe ich bewusst das Hochformat
gewählt, da ich später im Himmel Text einfügen
möchte. 14 mm · ISO 100 · f 6,3 · 4 Sek
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Sonnenuntergang · Um den Ayers Rock zum Sonnenuntergang zu fotografieren, lohnt es sich wegen des Besu-
cherandrangs, früh genug nach einem geeigneten Standpunkt Ausschau zu halten. Dieses Foto entsteht vom
Parkplatz am Lasseter Highway. Ich benutze ein Weitwinkelobjektiv sowie ein Stativ und einen Kabelfernauslöser,
um bei den schwachen Lichtverhältnissen jede Erschütterung zu vermeiden. 13 mm · ISO 100 · f 8 · 1/25 Sek
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Aborigine mit Bumerang · Diese Aborigine-Frau weist mich im Kulturzentrum Tjapukai Aboriginal Cultural
in die Kunst des Bumerangwerfens ein. Leider versagt meine Wurftechnik kläglich, und so greife ich lieber
zum Fotoapparat. 200 mm · ISO 200 · f 2,8 · 1/1000 Sek

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