Heinrich Löffler
Wollte man also Genaueres erfahren über die geografische Vielfalt von
Sprachen und Dialekten, so genügten die eigene gelehrte Sprachkompe-
tenz und das Sprachwissen von Kollegen nicht mehr. Man musste schon
die Leute selber fragen. Man könnte hier von den ersten Anfängen einer
empirischen Sozialforschung sprechen. Der direkte Umgang mit den (ein-
fachen) Leuten war indessen die Domäne der Volkskunde, mit der Mär-
chen-, Sagen-, Brauchtums- und Mentalitätsforschung ursprünglich eine
Unterdisziplin der historischen Sprachwissenschaft.
Massenbefragung auf dem Korrespondenzweg
Für großräumige Fragen musste man an die Masse der einfachen Leute
herankommen. Dies war nur auf dem Korrespondenzweg möglich. Und
dieser wiederum beschränkte ...