5.4.5Normgenerierende Strukturen (Strukturtyp 10)

Normen sind nach der Sozialtheorie charakteristische Bestandteile der Makroebene. Sie sind Produkte der Wechselwirkungen intentionaler Handlungen. Die Entstehung von Normen ist ein typisches Beispiel für den Mikro-Makro-Übergang. Sind Normen einmal entstanden, wirken sie zurück auf zukünftige Handlungen der Akteure auf der Mikroebene. Einmal im Sinn normkonformen Verhaltens, ein anderes Mal als Sanktionen bei Normverletzungen.

Im Zusammenhang mit der Normentstehung müssen nach Coleman zwei Fragen unterschieden werden:

1.Wie, d.h. unter welchen Bedingungen, entsteht ein Interesse und damit ein Bedürfnis nach einer wirksamen Norm?

2.Wann, d. h. unter welchen Bedingungen, wird dieses Bedürfnis befriedigt? ...

Get Soziologische Theorie, 9th Edition now with O’Reilly online learning.

O’Reilly members experience live online training, plus books, videos, and digital content from 200+ publishers.