Damit ist klar, dass die Dichotomie von Langue als einem ,inneren‘ Zeichensystem und Parole bzw. Performanz als einem ,äußeren‘ Zeichengebrauch in die Irre führt und einen entscheidenden Punkt kaschiert: Denken ist − wenn man so will − ,innerer‘ Zeichenbrauch und dies ist nicht dasselbe wie Langue. Voraussetzung für diesen inneren Zeichengebrauch allerdings ist die Entäußerung von Zeichen in der Interaktion; die ,externe‘ Zeichenspur ist unabdingbare Voraussetzung für das ,interne‘ mentale System (vgl. Linz und Jäger 2004: 11). Dies ist ein wichtiger Aspekt einer kulturwissenschaftlich orientierten Sprachtheorie: Die Performanz des sprachlichen Denkens bedarf der Performanz des Sprechens oder Gebärdens oder Schreibens, und damit ist sie kulturgebunden. ...

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