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Sprachlich vermittelte Geschlechterkonzepte

Book Description

Erstaunlich wenig systematisch ist bislang untersucht worden, wie Sprache im Einzelnen am Aufbau von Geschlechtervorstellungen und Rollenbildern mitwirkt. Dieses Buch geht der programmatischen Frage nach, wie Geschlechterkonzepte sprachlich vermittelt werden, und erweitert sie um die stärker nach Erklärungen suchende Frage, wie diese Geschlechterkonzepte in die untersuchten Texte gelangen.
Auf dem Weg zu einer Antwort stellt die Studie eine linguistische Methode vor, mit der beschreibbar wird, auf welche Weise Sprache am Aufbau von Geschlechtervorstellungen mitwirkt. Sie vollzieht ferner in einem mehrstufigen Verfahren nach, wie es kommt, dass gerade diese (und keine anderen) Geschlechterkonzepte formuliert werden.
Die Untersuchung erfolgt am Beispiel von Schulbüchern für den Deutschsprachunterricht und Rechen- bzw. Mathematikunterricht aus den 1890er bis 2010er Jahren. Sie richtet sich also auf selbstverständlich vorausgesetzte, nicht eigens reflektierte oder zu rechtfertigende Systematisierungen und Zuschreibungen im Zusammenhang mit der Kategorie Geschlecht.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Abbildungsverzeichnis
  6. Tabellenverzeichnis
  7. 1 Einleitung
    1. 1.1 Fragestellung und Konzeption der Arbeit
    2. 1.2 (Gender-)Linguistik und Schulbuchforschung in Deutschland
      1. 1.2.1 Sprache-und-Geschlecht-Forschung
      2. 1.2.2 Zur An- und Abwesenheit der Sprachwissenschaft in der Schulbuchforschung
      3. 1.2.3 Zum Untersuchungsgegenstand Schulbuch
      4. 1.2.4 Forschungsdefizite
  8. 2 Theoretische Grundlagen
    1. 2.1 Sprachwissenschaft als Kulturwissenschaft
    2. 2.2 Diskursanalyse als Analyseperspektive
      1. 2.2.1 Sprache, Wissen, Diskurs
      2. 2.2.2 Sprache als diskursive Praxis
      3. 2.2.3 Intentionalität und Diskurs
    3. 2.3 Zum Verhältnis von Repräsentation und Konstruktion
  9. 3 Methodisch-empirisches Vorgehen
    1. 3.1 Methodische Grundlagen
    2. 3.2 Das Schulbuchkorpus
      1. 3.2.1 Von der Grundgesamtheit zur Schulbuchauswahl
      2. 3.2.2 Totalanalyse vs. Partialanalyse
    3. 3.3 Analyse der Sprache im Schulbuch
      1. 3.3.1 Identifikation analyserelevanter sprachlicher Mittel
      2. 3.3.2 Beschreibung des Kategorienschemas
      3. 3.3.3 Verfahren der Datenauswertung
  10. 4 Ergebnisse der Schulbuchanalyse
    1. 4.1 Wortorientierte Auswertung
      1. 4.1.1 Anzahl weiblicher und männlicher Personenreferenzformen
      2. 4.1.2 Zusammensetzung der substantivischen Personenreferenzformen
      3. 4.1.3 Mittel der Geschlechtsspezifizierung
      4. 4.1.4 Mittel der Geschlechtsabstraktion
      5. 4.1.5 Vorkommen von Paarformen
      6. 4.1.6 Abfolgen in komplexen koordinierten Phrasen
      7. 4.1.7 Integrierte Personenreferenzformen
    2. 4.2 Auswertung der Propositionsebene
      1. 4.2.1 Auswertung der Verbklassen
      2. 4.2.2 Auswertung der semantischen Rollen
      3. 4.2.3 Detailanalyse der Prädikationen
      4. 4.2.4 Ergänzende Auswertung der Eigenschaftszuschreibungen
      5. 4.2.5 Im Fokus: Passivität und Modalität
      6. 4.2.6 Ergänzende Auswertung der relationierten Einheiten
    3. 4.3 Auswertung der Textebene
      1. 4.3.1 Raumsymbolik
      2. 4.3.2 Text-Bild-Beziehungen
      3. 4.3.3 Thematisierungen von Geschlechterstereotypie
    4. 4.4 Veränderungen in Abhängigkeit von AutorΙnnen, Ländern und Reihen
      1. 4.4.1 Zusammensetzung der AutorΙnnenteams
      2. 4.4.2 Länderausgaben im Vergleich
      3. 4.4.3 Schulbuchtexte im Reihenvergleich
    5. 4.5 Zentrale Ergebnisse im Überblick
  11. 5 Aushandlungen des Sagbaren: Der institutionelle Entstehungszusammenhang von Schulbüchern
    1. 5.1 Grundlagen der Schulbucharbeit und Schulbuchzulassung
    2. 5.2 Der Umgang mit Geschlecht in der Schulbucharbeit und im Zulassungsverfahren
      1. 5.2.1 Nationale und internationale Rechtsgrundlagen
      2. 5.2.2 Kriterienkataloge & Co im Ländervergleich
      3. 5.2.3 Interviews & Co: Der praktische Umgang mit Geschlecht
      4. 5.2.4 Zusammenfassung
  12. 6 Diskursorientierte Analyse
    1. 6.1 Epistemisch-semantische Analyse
      1. 6.1.1 Voraussetzungen des Sprechens über Geschlecht und die Geschlechter
      2. 6.1.2 Geschlechtstypische Wissenssegmente in den Konzepten FRAU und MANN
    2. 6.2 Zusammenführung von AkteurInnenanalyse und Schulbuchstudie
      1. 6.2.1 Chronologische Zusammenführung: Institutionell verankerte Einflussnahmen
      2. 6.2.2 Zur Umsetzung des redaktionellen Usus
      3. 6.2.3 Toleranzbereiche und die Maßstabsproblematik
    3. 6.3 Sozial- und kulturgeschichtliche Kontextualisierung
      1. 6.3.1 Differenzfiguren
      2. 6.3.2 Sonderrolle der NS-Jahre
      3. 6.3.3 Wandeltendenzen der 1950er und 1960er Jahre
      4. 6.3.4 Umbruch seit den 1970er Jahren
      5. 6.3.5 Individualisierung, Verkindlichung, Privatisierung
      6. 6.3.6 Geschlechtersensible Sprache
  13. 7 Schlussbetrachtung
  14. Literaturverzeichnis