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Kapitel 4
Daten organisieren:
Bibliotheken in Windows 7
In diesem Kapitel:
Windows-Explorer 88
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Zusammenfassung 112
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Kapitel 4: Daten organisieren: Bibliotheken in Windows 7
Dieses Kapitel beschäftigt sich ausführlich mit der neuen Funktionalität, die Windows 7-Bibliotheken
bieten. Es erläutert zunächst, wie sich Bibliotheken in der Benutzeroberfläche von Windows-Explorer
widerspiegeln und untersucht dann die zugrunde liegende Architektur, die für eine Unterstützung der
Bibliotheken zuständig ist.
Zuerst geht es um die Windows-Shell und Windows-Explorer, damit Sie die Rolle der Bibliotheken für die
neuen Benutzerszenarien besser einordnen können. Dann tauchen Sie in das neue Konzept der Bibliotheken
ein und untersuchen, wie Bibliotheken arbeiten und in Windows-Explorer integriert sind. Außerdem zeigt
dieses Kapitel, wie Sie die native Bibliotheks-API für die Programmierung im Zusammenhang mit Biblio-
theken einsetzen und stellt auch einige Beispiele mit verwaltetem Code vor.
Windows-Explorer
Um das Konzept von Bibliotheken in Windows 7 besser zu verstehen, ist ein Rückblick in die Zeiten vor
Windows 7 angebracht. Seit den frühen Tagen von Windows ist Windows-Explorer den Benutzern als Haupt-
einstiegspunkt in Windows vertraut. Es handelt sich um die Hauptbenutzeroberfläche, über die Benutzer ihre
Dateien verwalten, durch die Ordnerhierarchie navigieren und mit deren Inhalten sie arbeiten können. Win-
dows-Explorer ermöglicht Benutzern auch, ihre Computer zu verwalten, und zwar mit Verknüpfungen wie
Systemsteuerung und Arbeitsplatz, die direkt von Windows-Explorer bereitgestellt werden.
Das letzte große Update an Windows-Explorer wurde mit Windows Vista eingeführt, um Änderungen im
Speichersystem der Benutzerprofile zu reflektieren. Diese Änderungen waren für die Behandlung großer
Datenträger (Volumes) mit Benutzerdateien erforderlich geworden. Allerdings hat dieses Update einfach
nicht genügt, denn in den letzten Jahren ist eine regelrechte Explosion von digitalen Informationen zu
verzeichnen und mit der wachsenden Verfügbarkeit von preiswertem Speicherplatz neigen die Benutzer
dazu, allen möglichen »Datenmüll« – sprich Digitalfotos, Videodateien und alle Arten von Dokumenten –
auf ihren Computern anzuhäufen.
Vor Windows 7 mussten Benutzer ihre Dateien in einer hierarchischen Ordnerstruktur speichern und organi-
sieren. Um dieses Konzept besser zu manifestieren, haben fhere Versionen von Windows wie zum Beispiel
Windows XP die Constant Special Item ID List (CSIDL) verwendet. Die CSIDL-Werte verkörpern ein system-
unabhängiges Instrument zur Kennzeichnung von speziellen Ordnern, auf die Anwendungen häufig zugreifen.
Windows Vista hat ein neues Speicherszenario und einen neuen Namespace für Benutzerprofile eingeführt: Das
ID-System der bekannten Ordner (Known Folders), das die CSIDL-Werte durch IDs für bekannte Ordner ersetzt,
wobei ein Spezialordner durch eine KNOWNFOLDERID-Konstante gekennzeichnet wird.
Die bekannten Ordner sind Teil des Benutzerprofils und demzufolge gegenüber anderen Benutzern ge-
schützt. Ein Benutzerprofil (in diesem Kontext einfach Profil genannt) ist eine Sammlung von Daten, die
einem bestimmten Benutzer zugeordnet sind. Es verkörpert eine digitale Darstellung der Identität und
Daten einer Person. Dazu gehören auch die bekannten Ordner dieses Benutzers. Zum Beispiel befindet sich
der Ordner Eigene Musik unter %USERPROFILE%\Eigene Dokumente\Eigene Musik, wobei %USERPROFI-
LE% in den physischen Speicherort des Benutzerprofils auf der Festplatte des Computers übersetzt wird.
Der Standardspeicherort lautet C:\Benutzer\<Benutzername>\Eigene Dokumente\, wobei <Benutzername>
die Anmelde-ID des Benutzer – die Benutzerkonto-ID – ist. Später wird gezeigt, wie die Windows 7-
Bibliotheken mit bekannten Ordnern von Windows Vista interagieren, da Windows 7 sowohl den Ordner
Eigene Musik als auch die Bibliothek Musik enthält. (Die in Windows Vista eingeführten bekannten Ordner
existieren weiterhin und werden in Windows 7 verwendet.)

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