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Aktualisieren Ihrer MCSA/MCSE-Zertifizierung auf Windows Server 2008 MCTS - Original Microsoft Training für Examen 70-648 und 70-649 by Ian L. McLean, Orin Thomas

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Lektion 2: Konfigurieren von DHCP 39
Hinweis Die Standardbenutzerklasse
Alle DHCP-Clients gehören zur Standardbenutzerklasse. Dies ist die Klasse, in der alle
Optionen standardmäßig erstellt werden. Wenn Sie möchten, dass eine Option unabhängig
von der Klassenkennung auf alle DHCP-Clients angewendet wird, sollten Sie die Option in
der Standardbenutzerklasse lassen.
Um eine Benutzerklasse zu implementieren, müssen Sie auf dem DHCP-Server die Klasse
definieren, indem Sie eine ID und einen Satz Optionen zuweisen. Dann weisen Sie ausge-
wählte Clientcomputer dieser Klasse zu, indem Sie den Befehl
ipconfig /setclassid ausfüh-
ren. Wenn diese Clients mit dem DHCP-Server kommunizieren, teilen sie ihre Klassen-
kennung mit und erben die Optionen dieser Klasse sowie die Optionen der Standard-
benutzerklasse. Wurde keine Klassenkennung manuell konfiguriert, erbt der Client nur
die Optionen der Standardbenutzerklasse.
Bereichsgruppierungen
Windows Server 2003-DHCP führte Bereichsgruppierungen (engl. superscope) ein, und
wahrscheinlich haben Sie dieses Thema für Ihre Windows Server 2003-Prüfungen eingehend
studiert. Bereichsgruppierungen sind administrative Sammlungen mehrerer Bereiche, die
mehrere logische IP-Subnetze im selben physischen Subnetz unterstützen. Sie enthalten eine
Liste aller Mitgliedsbereiche, die gleichzeitig aktiviert werden können. Es ist nicht möglich,
für Bereichsgruppierungen Eigenschaften auf Bereichsebene zu konfigurieren. Stattdessen
müssen Sie diese Einstellungen in den einzelnen Mitgliedsbereichen konfigurieren. Mithilfe
von Bereichsgruppierungen kann ein DHCP-Server den Clients in einem einzigen physi-
schen Netzwerk Leases aus mehreren Bereichen zur Verfügung stellen.
Multicastunterstützung
Die DHCP-Dienste in Windows Server 2003 und Windows Server 2008 unterstützen
MADCAP (Multicast Address Dynamic Client Allocation Protocol) mit Multicastbereichen.
MADCAP ermöglicht die dynamische Zuweisung und Konfiguration von IP-Multicast-
adressen in TCP/IP-Netzwerken. Diese Bereiche stellen bestimmte Abschnitte von Multi-
cast-IP-Adressen zur Verfügung. Multicastbereiche bieten keine Unterstützung für Optionen,
die über DHCP zugewiesen werden. Davon abgesehen können Sie einen Multicastbereich
aber genauso konfigurieren wie einen üblichen DHCP-Bereich.
Weitere Informationen MADCAP
Weitere Informationen über MADCAP finden Sie unter http://tools.ietf.org/rfc/rfc2730.txt.
Konfigurieren von Clients mit DHCPv6
Sie haben die Wahl zwischen statusfreier (engl. stateless) oder statusbehafteter (engl. state-
ful) Konfiguration, wenn Sie Hosts mithilfe von DHCPv6 konfigurieren. Statusfreie Kon-
figuration generiert keine Hostadresse (sie wird stattdessen automatisch konfiguriert), kann
aber etwa die Adresse eines DNS-Servers angeben. Statusbehaftete Konfiguration legt Host-
adressen fest.
40 Kapitel 1: Konfigurieren der IP-Adressierung
Unabhängig davon, ob Sie die statusbehaftete oder statusfreie Konfiguration wählen, können
Sie die IPv6-Adressen von DNS-Servern über die DHCPv6-Option 00023 (IPV6-Adressliste
für DNS-Server für rekursive Namen) zuweisen. Falls Sie die statusbehaftete Konfiguration
verwenden, können die IPv6-Adressen von DNS-Servern als Bereichsoption konfiguriert
werden, sodass unterschiedliche Bereiche jeweils andere DNS-Server verwenden. Bereichs-
optionen überschreiben Serveroptionen für den jeweiligen Bereich. Dies ist die bevorzugte
Methode zum Konfigurieren der IPv6-Adressen von DNS-Servern, die nicht über Router-
erkennung konfiguriert werden.
Bei DHCPv6 erhält ein IPv6-Host Subnetzpräfixe und andere Konfigurationsparameter.
DHCPv6 wird bei Windows-IPv6-Hosts oft dazu benutzt, die IPv6-Adressen von DNS-
Servern automatisch zu konfigurieren.
Wenn Sie einen IPv6-Bereich konfigurieren, geben Sie momentan das 64-Bit-Präfix an. In
der Standardeinstellung kann DHCPv6 Hostadressen aus dem gesamten 64-Bit-Bereich für
dieses Präfix reservieren. So ist es möglich, IPv6-Hostadressen über Adapterhardware zu
konfigurieren. Sie können auch Ausschlussbereiche festlegen. Wenn Sie beispielsweise nur
Hostadressen im Bereich fec0::0:0:0:1 bis fec0::0:0:0:fffe vergeben wollen, können Sie
Adressen von fec0::0:0:1:1 bis fec0::ffff:ffff:ffff:fffe ausschließen.
Schnelltest
Welches Protokoll ermöglicht die dynamische Zuweisung und Konfiguration von
IP-Multicastadressen in TCP/IP-Netzwerken?
Antwort zum Schnelltest
MADCAP
Es gibt etliche DHCPv6-Optionen. Die wahrscheinlich nützlichste Option gibt den DNS-
Server an. Andere Optionen betreffen die Kompatibilität zu anderen Systemen, die IPv6
unterstützen, zum Beispiel UNIX-NIS (Network Information Service).
DHCPv6 weist viele Ähnlichkeiten zu DHCPv4 auf. Zum Beispiel haben Bereichsoptionen
Vorrang vor Serveroptionen, und DHCPv6-Anforderungen und Bestätigungen können durch
BOOTP-fähige Router und Schicht-3-Switches weitergeleitet werden (praktisch alle moder-
nen Router und Switches arbeiten als DHCP-Relay-Agents), sodass ein DHCPv6-Server
Clients in einem Remotesubnetz konfigurieren kann.
Prüfungstipp
Wenn Sie einen Windows Server 2008-Server als DHCP-Relay-Agent konfigurieren, müs-
sen Sie den Rollendienst Routing- und RAS-Dienste installieren.
Wie bei DHCPv4 können Sie die 80:20-Regel befolgen, sodass ein DHCPv6-Server mit
einem Bereich für sein eigenes Subnetz konfiguriert ist, der 80 Prozent der verfügbaren
Adressen für dieses Subnetz enthält, und mit einem zweiten Bereich für ein Remotesubnetz,
das 20 Prozent der verfügbaren Adressen für dieses Subnetz enthält. Ein ähnlich konfigurier-
ter DHCPv6-Server im Remotesubnetz sorgt für das Failover. Auch wenn einer der Server
ausfällt, bekommen Hosts in beiden Subnetzen weiterhin ihre Konfigurationen.

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