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Aktualisieren Ihrer MCSA/MCSE-Zertifizierung auf Windows Server 2008 MCTS - Original Microsoft Training für Examen 70-648 und 70-649 by Ian L. McLean, Orin Thomas

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Lektion 1: Konfigurieren des Routings 67
Schicht-2- und Schicht-3-Adressen
Die Ziel-IP-Adresse (eine Schicht-3-Adresse) eines Pakets ändert sich niemals, sie bleibt
immer die IP-Adresse des Zielcomputers. Um Pakete an einen Router weiterzuleiten,
ohne die Ziel-IP-Adresse zu ändern, verwenden Computer die MAC-Adresse (Media
Access Control), also eine Schicht-2-Adresse. Wird das Paket zwischen unterschiedlichen
Netzwerken weitergeleitet, ändern sich Quell- und Ziel-IP-Adressen daher nicht. Aber in
jedem Netzwerk zwischen Client und Server werden Quell- und Ziel-MAC-Adressen
verändert.
Konfigurieren von statischen Routen mit Routing und RAS
Wenn Sie die Serverrolle Netzwerkrichtlinien- und Zugriffsdienste installiert haben, zeigen
Sie die IP-Routingtabelle an, indem Sie mit der rechten Maustaste auf Rollen\Netzwerkricht-
linien- und Zugriffsdienste\Routing und RAS\IPv4\Statische Routen klicken und den Befehl
IP-Routingtabelle anzeigen wählen. Routing und RAS zeigt die statische Routentabelle an
(die keine dynamischen Routen enthält, die mit RIP hinzugefügt wurden). In den Übungen
am Ende dieser Lektion installieren Sie die Serverrolle Netzwerkrichtlinien- und Zugriffs-
dienste und sehen sich die IP-Routentabelle an.
Arbeiten mit RIP
Statische Routentabellen einzurichten, ist recht effizient, solange Ihr Netzwerk nur wenige
Router (fünf gelten als Grenze) enthält und sich die Netzwerkkonfiguration nur selten än-
dert. In größeren (aber nicht sehr großen) Netzwerken mit bis zu 15 Routern oder in Netz-
werken, in denen sich die Netzwerktopologie ändert (etwa im dynamischen Netzwerk eines
kleinen, aber rasant expandierenden Unternehmens), ist es sinnvoller, ein Routingprotokoll
einzusetzen.
Die softwarebasierte Routinglösung von Microsoft eignet sich nicht für große, komplexe
Netzwerke, in denen Hardwarerouter oder Schicht-3-Switches benutzt werden. Folglich un-
terstützt Windows Server 2008 RIP (Routing Information Protocol), das entwickelt wurde,
um Routinginformationen innerhalb eines kleinen bis mittleren Netzwerks auszutauschen.
RIP ist einfach zu konfigurieren und bereitzustellen. Es lässt sich aber nicht für große oder
sehr große Netzwerke skalieren. RIP-Router können maximal 15 Abschnitte (engl. hop)
verwalten. Alle Netzwerke, die mehr als 15 Abschnitte entfernt sind, werden als nicht er-
reichbar betrachtet. Und wenn Netzwerke größer werden, verursachen die regelmäßigen
Ankündigungen, die jeder RIP-Router generiert, eine Menge Verkehr.
Im Vergleich zu komplexeren Routingprotokollen wie OSPF dauert es bei RIP lange, die
Konfiguration
wiederherzustellen. Wenn sich die Netzwerktopologie ändert, kann es mehrere
Minuten dauern, bis sich die RIP-Router selbst umkonfiguriert und an die neue Netzwerk-
topologie angepasst haben. Das Netzwerk konfiguriert sich zwar automatisch um, aber unter
Umständen entstehen dabei Routingschleifen, was dazu führt, dass Daten verloren gehen
oder nicht ans Ziel gelangen. Wenn Sie RIP einsetzen, werden Sie dennoch weniger verzö-
gerten oder verloren gegangenen Verkehr beklagen müssen, als wenn Sie die Routentabellen
auf 15 Routern von Hand konfigurieren.
68 Kapitel 2: Konfigurieren von IP-Diensten
Anfangs enthält die Routentabelle in jedem Router nur die Netzwerke, an die der Router
direkt angeschlossen ist. Ein RIP-Router sendet regelmäßig Ankündigungen mit einer Liste
seiner Routentabelleneinträge. Auf diese Weise informiert er andere lokale RIP-Router
darüber, welche Netzwerke er erreichen kann. RIPv1 benutzt für die Ankündigungen
IP-Broadcastpakete, RIPv2 entweder Multicast- oder Broadcastpakete. Abbildung 2.4
zeigt den Ablauf des Routeankündigungsprozesses.
Abbildung 2.4 RIP-Ankündigungen
Hinweis Silent-RIP
Silent-RIP nimmt Aktualisierungen von anderen Systemen entgegen, antwortet aber nicht
auf Anforderungen und sendet selbst keine Aktualisierungen. In der Standardeinstellung
sendet RIP eine vollständige Aktualisierung an alle Nachbarn und antwortet auf alle ein-
gehenden Anforderungen (nur im LAN). Dies wird gelegentlich als regelmäßiges RIP (engl.
periodic RIP) bezeichnet.
RIP-Router können auch so konfiguriert werden, dass sie Routinginformationen aussenden,
sobald Aktualisierungen ausgelöst werden. Solche ausgelösten Aktualisierungen (engl. trig-
gered update) finden statt, wenn sich die Netzwerktopologie ändert und aktualisierte Rou-
tinginformationen gesendet werden, um diese Änderungen bekannt zu machen. RIP-Router
senden ausgelöste Aktualisierungen sofort, sie warten nicht auf die nächste regelmäßige An-
kündigung. Nehmen wir an, ein RIP-Router erkennt den Ausfall einer Verbindung oder eines
Routers. Er aktualisiert sofort seine eigene Routentabelle und sendet aktualisierte Routen.
Jeder Router, der die ausgelöste Aktualisierung empfängt, ändert seine eigene Routentabelle
und verbreitet die Änderung weiter.
Windows Server 2008-RRAS unterstützt RIPv1 und RIPv2. RIPv2 unterstützt Multicast-
ankündigungen, einfache Kennwortauthentifizierung und mehr Flexibilität in Umgebungen

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