Kapitel 9
Texte, Schriftfelder, Tabellen und Schraffuren
402
nutzt, wählen Sie vor dem Schreiben in der Statuszeile zum Beispiel den
Maßstab 1:5 aus und geben dann im Textbefehl nur noch die Texthöhe für den
Papierbereich wie etwa 3.5 an. Das Programm wird dann für Sie die nötige Text-
höhe für den Modellbereich automatisch ausrechnen, nämlich 3.5 x 5 = 17.5 (5 ist
der Kehrwert des Maßstabs 1:5). Wenn ein Text in verschiedenen Ansichtsfenstern
später unter mehreren Maßstäben zu sehen sein soll, kann man dem Text mehrere
Beschriftungsmaßstäbe zuordnen. In jedem Ansichtsfenster wird dann die jeweils
passende Maßstabsskalierung verwendet. Das Zuordnen von mehreren Maßstä-
ben zu einem Text-, Schriftfeld- oder Schraffur-Objekt kann über den E
IGENSCHAF-
TEN-MANAGER geschehen oder mit speziellen Werkzeugen.
Die B
ESCHRIFTUNGS-EIGENSCHAFT wird mit dem Zeichen angedeutet. Es gibt sie
seit Version 2008. Sie sorgt dafür, dass Texte, Schriftfelder, Schraffuren und auch
Bemaßungen je nach dem gewünschten Maßstab automatisch so skaliert werden,
dass immer die korrekten gleichen Papiertexthöhen bzw. Schraffurabstände in allen
Ansichtsfenstern erscheinen. Die B
ESCHRIFTUNGS-EIGENSCHAFT wird beim
betreffenden Textstil, Schraffurmuster oder später auch beim Bemaßungsstil und
Multi-Führungslinienstil aktiviert. Mit korrekt gewähltem Beschriftungsmaßstab
erhalten Sie die korrekte Darstellung der Beschriftungs-Objekte auf dem Papier.
Wenn Sie nicht Millimeter als Zeicheneinheiten verwenden, ist zu beachten, dass
Sie die Maßstabsliste um die benötigten Maßstäbe ergänzen, wie im vorangegan-
genen Kapitel erläutert.
9.2 Beispiel für Beschriftungsskalierung
Die Beschriftungsskalierung sorgt dafür, dass Ihre Texte später im Layout mit glei-
cher Texthöhe erscheinen, auch wenn verschiedene Maßstäbe gewählt werden.
Um diese Funktionalität durchzuspielen, zeige ich ein kleines Beispiel, das dann
etwas beschriftet wird und unter verschiedenen Maßstäben gezeigt werden soll.
Eine einfache Skizze zeigt Abbildung 9.1.
Tipp
Symbol für die Beschriftungseigenschaft
Oft wird das Symbol für die Beschriftungseigenschaft mit einer Schneeflocke
verwechselt. Es ist dagegen vom Querschnitt eines Zeichenlineals abgeleitet, wie
Abbildung 9.2 andeuten soll.
9.2
Beispiel für Beschriftungsskalierung
403
Abb. 9.1: Übungszeichnung für Beschriftungsmaßstäbe
Abb. 9.2: Dieses Zeichenlineal ist die Vorlage des Beschriftungs-Logos.
Diese Zeichnung wollen wir später im Layout im Maßstab 1:10 darstellen. Stellen
Sie deshalb den Maßstab 1:10 ein.
R200
R200
R200
700
2500
3200
R450
R200
1200
1400
1900
2100
200
200
150
350
400
900
R400
1550
Kapitel 9
Texte, Schriftfelder, Tabellen und Schraffuren
404
Die Bemaßung lassen wir zunächst weg, weil sie erst später vorgestellt wird. Wir
wollen aber einen kleinen Text dazu schreiben:
Mein neues Auto. Bevor Sie nun
schreiben, sollten Sie den vorhandenen Textstil B
ESCHRIFTUNG wählen.
Dass er die Beschriftungseigenschaft hat, erkennen Sie an dem Symbol . An
diesem Symbol erkennen Sie immer die Beschriftungsobjekte, die also ihre Größe
im Modellbereich stets so anpassen können, dass sie im Layout später durchs
Ansichtsfenster gesehen immer die gleiche Größe haben, auch bei verschiedenen
Maßstäben.
Abb. 9.3: Beschriftungsmaßstab vor dem Schreiben wählen
9.2
Beispiel für Beschriftungsskalierung
405
Nun schreiben Sie den Text mit dem DTEXT-Befehl, klicken auf den Textstartpunkt,
wählen für P
APIERHÖHE 10 und für DREHWINKEL 0. Schreiben Sie Ihren Text und
beenden Sie den Befehl mit zweimal
(Enter).
Weil der Textstil die Beschriftungseigenschaft besitzt, wurden Sie nach der P
APIER-
HÖHE gefragt, also nach der Höhe, die der Text nachher im Layout relativ zum
Papier besitzt.
Abb. 9.4: Texthöhen
Klicken Sie den fertigen Text kurz an, und wählen Sie im Kontextmenü (Rechts-
klick) die S
CHNELLEIGENSCHAFTEN. Sie sehen, dass hier beide Texthöhen zu
finden sind: einerseits die P
APIERTEXTHÖHE 10, die Sie vorgegeben haben, und
andererseits die M
ODELLTEXTHÖHE 100, die zehnmal größer ist, weil wegen des
Maßstabs 1:10 der Text im Modellbereich zehnmal höher geschrieben werden
muss.
Nun gehen Sie in das Layout über das Registerfähnchen L
AYOUT1, doppelklicken
Sie in das Ansichtsfenster hinein, zoomen Sie auf die Grenzen mit Doppelklick
aufs Mausrad und stellen Sie dann den Ansichtsfenster-Maßstab in der Status-
leiste ebenfalls auf 1:10 ein.
Kapitel 9
Texte, Schriftfelder, Tabellen und Schraffuren
406
Abb. 9.5: Ansichtsfenster mit Maßstab 1:10
Was passiert nun, wenn Sie den Maßstab auf 1:20 wechseln? Das Auto wird halb
so groß dargestellt, aber der Text verschwindet! Weil der Text mit dem Maßstab
1:10 erzeugt wurde, besitzt er nur diese eine Maßstabseinstellung und wird nor-
malerweise im Layout nicht unter anderen Maßstäben angezeigt. Was tun?
Damit Sie den Text überhaupt sehen können, gibt es in der Statusleiste das Werk-
zeug B
ESCHRIFTUNGSOBJEKTE ANZEIGEN – IMMER (Systemvariable ANNOALLVI-
SIBLE). Dieses Werkzeug steuert die Anzeige von Beschriftungsobjekten. Ist es
blau (eingeschaltet), werden auch solche Beschriftungsobjekte angezeigt, die nicht
zum aktuellen Ansichtsfenster-Maßstab passen. Wenn es grau bzw. ausgeschaltet
ist, sind nur die Beschriftungsobjekte zu sehen, deren Maßstab mit dem Ansichts-
fenster-Maßstab übereinstimmt. Schalten Sie nun also mit einem Klick ein. Sie
werden Ihren Text zwar sehen, aber nicht mit der gewünschten Texthöhe von 10
mm im Papierbereich. Er ist nur noch halb so hoch.
Nun gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Text wieder die richtige Papier-
bereichshöhe zu geben. Die Werkzeuge dafür finden Sie unter B
ESCHRIFTEN|
B
ESCHRIFTUNGS-SKALIERUNG. Mit AKTUELLEN MAßSTAB HINZUFÜGEN klicken
Sie den Text an und sehen ihn nach
(Enter) wieder mit der richtigen Höhe. Das
Objekt hat den Maßstab 1:20 dazubekommen und ist nun korrekt skaliert. Wenn
Sie nun zwischen 1:10 und 1:20 wechseln, bleibt der Text immer mit seiner festen
Höhe stehen.

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