Nachdem diese Kritik auch die Zustimmung von Innenminister Scelba gefunden hatte,1525 befand sich Pieraccini im römischen Senat auf verlorenem Posten; im Dezember 1949 bekräftigte er als einziger sein Vertrauen in die lombrosianische Lehre, augenscheinlich stand er allein. Doch der fehlende Rückhalt auf politischer Bühne darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Florentiner Arzt in Medizinerkreisen Rückhalt fand. In der Fachzeitschrift „Minerva Medica“ vollzog sich die Debatte unter anderen Vorzeichen. Zwar behauptete der Assistenzarzt Mario La Loggia dort, Mediziner, Historiker, Ökonomen und Soziologen seien sich einig, dass „Armut, Prostitution und Verbrechen drei schreckliche Seiten wirtschaftlicher Ungleichheit“ darstellten.1526 Doch der ...

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