Kommunikation mit dem Herausgeber 153
8.4 Kommunikation mit dem Herausgeber
Kommunikation mit Herausgebern verursacht zunächst kaum Probleme, zumal Sie, wenn Sie
bei besseren Journalen einreichen, meistens mit Redaktionsassistenten kommunizieren. Sie
brauchen sich folglich erst gar keine Mühe geben, geistvoll zu erscheinen. Probleme und
Konflikte können hingegen leicht entstehen, wenn die Gutachter Ihren Job nicht richtig ma-
chen beziehungsweise wenn Sie denken, die Gutachter hätten ihren Job nicht richtig ge-
macht. Dass Sie so etwas denken, könnte natürlich mit einer Ablehnung zusammenhängen.
Hier werden kurz alle Kommunikationsschritte während eines typischen Review-Prozesses
durchleuchtet.
8.4.1 Einreichen
Seit einigen Jahren erwarten nahezu alle Journale, dass man seine Manuskripte elektronisch
einreicht. Sie müssen demnach auf die Webseite der Journals gehen, sich und gegebenenfalls
Ihre Co-Autoren registrieren ein anonymisiertes Manuskript, ein Titelblatt und gegebenen-
falls Anhangmaterial elektronisch einreichen.
Wesentlich mehr gibt es zum Prozess des Einreichens nicht zu sagen. Sie können dem Her-
ausgeber ein paar Zeilen anfügen, in denen Sie ihm oder ihr mitteilen, dass Sie den Artikel
zur Begutachtung einreichen und dass sich das Manuskript bei keinem anderen Journal in
Begutachtung befindet. Ein Verstoß gegen das implizite Verbot, Artikelmanuskripte bei
mehr als einem Journal gleichzeitig einzureichen, kann durchaus ernste Konsequenzen nach
sich ziehen unterlassen Sie das besser.
Einige Journale bieten die Möglichkeit an, Gutachter vorzuschlagen oder sogar potentielle
Gutachter abzulehnen. Die erste Option können Sie problemlos wahrnehmen. Stellen Sie
sicher, dass Sie keine Kollegen, Co-Autoren oder wirklich enge Freunde vorschlagen. Das
sieht nicht gut aus. Die Option, Gutachter abzulehnen, habe ich noch nie wahrgenommen.
Zwar haben Wissenschaftler gelegentlich Gegner, manchmal auch Feinde, doch das liefert in
den seltensten Fällen einen Grund, eine Person a priori als Gutachter abzulehnen.
Mit den Jahren in der Wissenschaft fällt die Kommunikation mit Herausgebern übrigens
leichter. Man lernt sie schlicht kennen und einige sogar schätzen. Darin keinen Vorteil zu
sehen wäre naiv. Aber so groß wie Sie vielleicht denken, sind die Vorteile auch nicht.
8.4.2 Mahnen
Journale bitten ihre Gutachter mehr oder weniger freundlich um die Anfertigung der Gutach-
ten in 6-10 Wochen. Dementsprechend kann man als Autor von einem Herausgeber verlan-
gen, nach etwa 4 Monaten eine Entscheidung zu bekommen. Viele Journale halten diese Frist

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