Wenden wir uns kurz den zwei geläufigsten Formen des qualitativen Interviews gesondert zu. Im narrativen Interview wird versucht, durch einen einzelnen Stimulus den Erzählfluss des Interviewten so anzuregen, dass dieser in der Folge „über einen Sachverhalt, Ablauf oder aber über eine bestimmte Lebensphase frei und detailliert zu erzählen“ (Blatter u. a. 2007: 61; siehe Schütze 1983, 1987; Witzel 1982) beginnt. Es soll möglichst viel Raum für Assoziationen des Interviewten gegeben werden. Hintergrund ist, dass auf diese Weise die konstruktiven Regeln des Alltags und die darin entstehenden Entscheidungsprozesse rekonstruiert und sichtbar werden.36 Der Vorteil dieses Vorgehens ist, dass so Sinnstrukturen durch den Befragten zusammengeführt und ...

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