8Moralpsychologie

“Moralisch” wird eine Entscheidung dann genannt, wenn sie sich auf Handlungen bezieht, für die Regeln gelten, die universell und für jeden verbindlich zu sein scheinen. Wer gegen sie verstößt, verdient Bestrafung. Eine Zuordnung zu den Kategorien “gut” oder “schlecht” ist möglich und die Handlung kontaminiert häufig auch den Handelnden, so dass auch er selbst “gut” oder “schlecht” erscheint. Das Subjekt erlebt dabei, dass moralische Urteile nicht seiner eigenen Beliebigkeit unterliegen, sondern eine unabhängige Gültigkeit beanspruchen. Dabei wird die eigene, subjektive Überzeugung aber als autoritativ erlebt und widersprechendes, fremdes Expertenwissen wird nicht anerkannt. Offensichtlich wird Moral also als etwas erlebt, das ...

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