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Governance in der Planwirtschaft

Book Description

Marcel Boldorf führt zwei in der Forschung stets isoliert behandelte Themenfelder sollten zusammen: die Entnazifizierung und die Kaderauswahl im Rahmen der Errichtung einer zentralen Planwirtschaft. Aus dem Handeln der Führungskräfte werden Rückschlüsse auf Werte, Regeln und Grundsätze der Governance gezogen. In vier Stahlwerken und zwei großen Spinnereien betrachtet der Autor Entscheidungsprozesse der Werkleitungen und die Frage, inwieweit ihnen mit zunehmendem Zentralismus noch Handlungsspielräume verblieben. Als ehemals führende Kriegsindustrie war die Eisen- und Stahlbranche der SBZ/DDR ein machtpolitisch sensibler Faktor, der an der Basis der auf Autarkie zielenden Wirtschaftsordnung stand. Im Gegensatz dazu wurde die Textilindustrie im staatlichen Plansystem systematisch benachteiligt und zur Verarbeitung von Ersatzstoffen gedrängt. Aus einer komparativen Perspektive leistet das Buch einen Beitrag zum einem vertieften Verständnis des ostdeutschen Transformationsprozesses nach dem Zweiten Weltkrieg.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. I Einführung
    1. 1 Annäherung an das Thema
    2. 2 Wirtschaftliche Ausgangslage
      1. 2.1 Strukturmerkmale der Stahl- und Textilindustrie nach 1945
      2. 2.2 Stellenwert der ausgewählten Betriebe
      3. 2.3 Ordnungspolitische Weichenstellungen und Regulierung der Wirtschaft
      4. 2.4 Betriebliche Performance
        1. 2.4.1 Stahlwerke
        2. 2.4.2 Textilbetriebe
  6. II Nachkriegsumbruch (April bis Oktober 1945)
    1. 1 Deutsche Industrieelite zwischen Kapitulation und Kontinuität
      1. 1.1 Integrierte Funktionseliten im NS-Staat
      2. 1.2 Verfolgungspraktiken und Unternehmerfluchten
    2. 2 Machtkampf in „herrenlosen Betrieben“?
      1. 2.1 Muster des Führungskräftewechsels
      2. 2.2 Arbeiterbewegung und Macht im Betrieb
    3. 3 Politische Macht in der Wirtschaft bis zum Erlass des Sequesterbefehls
      1. 3.1 Ambivalenz der KPD-Wirtschaftspolitik
      2. 3.2 Revisionsbestrebungen der Flick-Konzernspitze
    4. 4 Unternehmerisches Handeln in der Zusammenbruchsgesellschaft
      1. 4.1 Besatzungsregime und Neuordnung der betrieblichen Governance
      2. 4.2 Arbeits- und Produktionsregime der Demontage
      3. 4.3 Produktionsregime der Reparationen
        1. 4.3.1 Stahlbranche
        2. 4.3.2 Textilbranche
  7. III Treuhandphase (November 1945-April 1948)
    1. 1 Etablierung der Treuhänder nach der Sequestrierung
    2. 2 Agieren der Stahlwerkleitungen zwischen Demontage-und Reparationsregime
      1. 2.1 Riesa
      2. 2.2 Hennigsdorf
      3. 2.3 Maxhütte
    3. 3 Umbruch zum SED-Betriebsregime
      1. 3.1 Schneidergeselle Hensel als Leiter der Maxhütte
      2. 3.2 Beharrungsvermögen des Riesaer Werkleiters Pfrötzschner
      3. 3.3 Die Lösung vom Amt: Willy Bochow in Hennigsdorf
    4. 4 Das Unternehmerische im Regulierten: die sächsische Textilindustrie
      1. 4.1 Unsichere Eigentumsrechte und personelle Kontinuität
      2. 4.2 Bedingungen für Strategie-, Produktions- und Absatzentscheidungen
  8. IV Aneignung der Betriebe durch die SED (1948-1950)
    1. 1 Eingriffe der SED-Kontrollkommissionen und der gelenkten Justiz
    2. 2 Vordingen der SED in die Leitung der Stahlwerke
      1. 2.1 Werksprüfungen des Zentralsekretariats
      2. 2.2 SED-Betriebsparteiorganisation als Führungsinstanz
      3. 2.3 Personalpolitische Abteilungen
    3. 3 Führungskräfte in der frühen Planwirtschaft
      1. 3.1 Agieren der Werkleiter
      2. 3.2 Technische Leitung in der Engpassökonomie
    4. 4 Geschiedene Wege? Private und volkseigene Betriebe im Textilsektor
      1. 4.1 Unterschiedliche Rechtsformen der Spinnereien
      2. 4.2 Ressourcenallokation und Strategieentscheidungen
      3. 4.3 Warenabsatz und Produktionsprofil
  9. V Governance und Kader in der Planwirtschaft (1950-1958)
    1. 1 Revisionen der Stahlwerke 1950/51
      1. 1.1 Riesa: Absetzung des Werkleiters Pfrötzschner
      2. 1.2 Maxhütte: Flucht des technischen Direktors Sedlaczek
      3. 1.3 Hennigsdorf: Demontage des SED-Betriebssekretärs Hähnel
    2. 2 Governancefelder bei der Leitung der Stahlwerke
      1. 2.1 Positionierung der Werkleitungen
      2. 2.2 Der neue Werkleitertypus
    3. 3 Zwischen Anpassung und Beharrung: die technischen Direktionen
      1. 3.1 Personalfluktuation
      2. 3.2 Materielle und immaterielle Anreize
      3. 3.3 Selbstbehauptung der technischen Direktoren
    4. 4 Betriebliche Governance und Verfügungsrechte in der Planwirtschaft
    5. 5 Textilsektor in der Planwirtschaft der 1950er Jahre
      1. 5.1 Betriebliche Umstrukturierung und Personalwechsel
      2. 5.2 Wandlungen der betrieblichen Governancestruktur
        1. 5.2.1 Tittel & Krüger: Ende der betrieblichen Autonomie (1950/51)
        2. 5.2.2 Mika: Reorganisation und Öffnung der betrieblichen Leitung (1952)
        3. 5.2.3 Jahresbilanz der VEB Wollgarnfabrik (Weihnachten 1954)
        4. 5.2.4 Analyse der Arbeitsanweisungen im VEB Wollgarnfabrik (1954)
        5. 5.2.5 Mika: Aufgaben des Technischen Rates (1954/55)
    6. 5.3 Verflechtungsgeschichte der Leipziger Kammgarnspinnereien
  10. VI Schluss
    1. 1 Entnazifizierung und personelle Umbrüche
    2. 2 Felder der Governance
  11. Fußnoten
  12. Biografischer Anhang
    1. Werkleiter und technische Leiter (Direktoren) in der Eisen- und Stahlindustrie der SBZ/DDR
  13. Verzeichnis der Tabellen im Text
  14. Quellen- und Literaturverzeichnis
    1. 1 Archive
    2. 2 Literatur