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Handbuch Staat und Migration in Deutschland seit dem 17. Jahrhundert

Book Description

Staaten rahmen und gestalten Migrationsprozesse, kanalisieren Migrationsbewegungen und kategorisieren Migrantinnen und Migranten. Unterschiedliche staatliche Akteure beschränken oder erweitern die Handlungsspielräume von Menschen, die danach streben, ihre Arbeits-, Erwerbs-, Siedlungs-, Bildungs- oder Ausbildungschancen mithilfe von Bewegungen zwischen geographischen und sozialen Räumen zu verbessern oder sich neue Chancen zu erschließen. Die Kontroll-, Steuerungs- und Regulierungsanstrengungen staatlicher Institutionen können Freiheit und Freizügigkeit von Einzelnen oder Kollektiven so weit beschränken, dass Formen von Zwangsmigration die regionale Mobilität dominieren.

Das Handbuch überblickt die Genese des Wechselverhältnisses von Staat und Migration in Deutschland in einer langen Perspektive vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart und fragt nach dem Wandel von weltanschaulichen und politischen Prinzipien, obrigkeitlich bzw. staatlich gesetzten Regeln und administrativen Entscheidungsprozeduren, die Einfluss auf Zuwanderung und Abwanderung genommen haben.

Prof. Dr. Jochen Oltmer, Mitglied des Vorstands des Instituts für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück.

Mit Beiträgen von Jochen Oltmer, Karl Härter, Matthias Asche, Alexander Schunka, Ulrich Niggemann, Andreas Fahrmeir, Bettina Hitzer, Uwe Plaß, Christiane Reinecke, Jens Thiel, Christoph Rass, Detlef Schmiechen-Ackermann, Mark Spoerer, Markus Leniger, K. Erik Franzen, Jan Philipp Sternberg, Frank Wolff, Monika Mattes, Patrice G. Poutrus, Jannis Panagiotidis, Marcel Berlinghoff, Barbara Dietz, Holger Kolb.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Inhalt
  5. Vorwort
  6. Einleitung: Staat im Prozess der Aushandlung von Migration
  7. Teil I: Territoriale Landeshoheit und verdichtete Verwaltungsstaaten: innere Staatsbildung und Migration von der Mitte des 17. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
    1. Grenzen, Streifen, Pässe und Gesetze. Die Steuerung von Migration im frühneuzeitlichen Territorialstaat des Alten Reiches (1648–1806)
    2. Bellizität, Staat und Migration im Alten Reich
    3. Konfession, Staat und Migration in der Frühen Neuzeit
    4. ›Peuplierung‹ als merkantilistisches Instrument: Privilegierung von Einwanderern und staatlich gelenkte Ansiedlungen
  8. Teil II: Obrigkeitliche Reformvorhaben und repressive Verfassungsstaaten: innere Marktbildung und Migration vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts
    1. Staatliche Abgrenzungen durch Passwesen und Visumzwang
    2. Freizügigkeit als Reformergebnis und die Entwicklung von Arbeitsmärkten
    3. Überseeische Massenmigration zwischen politischem Desinteresse und Staatsintervention
  9. Teil III: Autoritärer Nationalstaat und imperiales Machtstreben: innere Nationsbildung und Migration im Kaiserreich
    1. Migratorische Deregulierung durch Reichseinigung
    2. Staatliche Macht im Aufbau: Infrastrukturen der Kontrolle und die Ordnung der Migrationsverhältnisse im Kaiserreich
    3. Kriegswirtschaftliche Interventionen: die Etablierung von Zwangsarbeitsregimen im Ersten Weltkrieg
  10. Teil IV: Demokratischer Wohlfahrtsstaat und revisionistische Mittelmacht: Protektionismus und Migration in der Weimarer Republik
    1. Abwicklung einer Kriegsfolgelast: die Repatriierung der Kriegsgefangenen des Ersten Weltkriegs
    2. Schutz für Flüchtlinge in der Weimarer Republik
    3. Zuwanderung von Deutschen aus den abgetretenen Gebieten: Aufnahme und Abwehr von ›Grenzlandvertriebenen‹
    4. ›Volksdeutsche fremder Staatsangehörigkeit‹. Grenzen privilegierter Migration in der Weimarer Republik
    5. ›Schutz des nationalen Arbeitsmarkts‹: grenzüberschreitende Arbeitsmigration und Protektionismus in der Weimarer Republik
  11. Teil V: Interventionistischer Führerstaat und Imperium im Vernichtungskrieg: Rassismus und Migration im nationalsozialistischen Deutschland
    1. Wanderungslenkung und Kriegsvorbereitung 1933
    2. Rassismus, politische Verfolgung und Migration: Ausgrenzung und Austreibung ›unerwünschter‹ Gruppen aus dem nationalsozialistischen Deutschland
    3. Kriegswirtschaft, Arbeitskräftemigration, Kriegsgesellschaft
    4. ›Heim ins Reich‹: Deutsche Minderheiten als Objekte nationalsozialistischer Migrationslenkung
  12. Teil VI: Doppelte Staatlichkeit im Systemkonflikt des ›Kalten Krieges‹: wirtschaftliche Rekonstruktion, Sozialstaat und Migration 1945–1989
    1. Migration als Kriegsfolge: Instrumente und Intentionen staatlicher Akteure nach 1945
    2. Überseeische Auswanderung als Problem politischterritorialer Souveränität
    3. Deutschdeutsche Migrationsverhältnisse: Strategien staatlicher Regulierung 1945–1989
    4. Wirtschaftliche Rekonstruktion in der Bundesrepublik Deutschland und grenzüberschreitende Arbeitsmigration von den 1950er bis zu den 1970er Jahren
    5. Zuflucht im Nachkriegsdeutschland. Politik und Praxis der Flüchtlingsaufnahme in Bundesrepublik und DDR von den späten 1940er Jahren bis zur Grundgesetzänderung im vereinten Deutschland von 1993
    6. Staat, Zivilgesellschaft und Aussiedlermigration 1950–1989
    7. Die Bundesrepublik und die Europäisierung der Migrationspolitik seit den späten 1960er Jahren
    8. Aufnahme in die ›geschlossene Gesellschaft‹: Remigranten, Übersiedler, ausländische Studierende und Arbeitsmigranten in der DDR
  13. Teil VII: Staat um die Jahrtausendwende: die Aushandlung nationaler Souveränitätsrechte im europäischen Integrationsprozess und Migration im vereinigten Deutschland seit 1990
    1. Die Bundesrepublik Deutschland im Fokus neuer Ost-West-Wanderungen
    2. Migrationsverhältnisse, nationale Souveränität und europäische Integration: Deutschland zwischen Normalisierung und Europäisierung
    3. Die Autorinnen und Autoren
    4. Verzeichnis der Länder, Regionen und Orte
    5. Fußnoten