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Ikonizität in Gebärdensprachen

Book Description

In der strukturalistisch geprägten Linguistik wird Ikonizität meist als zu vernachlässigendes Randphänomen beschrieben. Diese Einschätzung beruht jedoch vor allem auf Untersuchungen zur Lautsprache. Analysen des gebärdensprachlichen Lexikons belegen hingegen ein hohes Ausmaß an sprachlicher Ikonizität. Es ist deshalb fraglich, ob ihr Status als Randphänomen vor allem an die Grenzen des lautsprachlich genutzten Mediums geknüpft ist, und ob demgegenüber das visuell-gestische Medium einen begünstigenden Einfluss nimmt. Die vorliegende Untersuchung zur Rolle der Ikonizität in Grammatik und Syntax der deutschen Gebärdensprache (DGS) liefert neue Evidenz zur weiteren Aufklärung dieser Fragen. Die Analyse zeigt, dass der Ikonizität gegenüber der Arbitrarität in Gebärdensprachen eine mindestens gleichwertige Rolle zuzuweisen ist und dabei sowohl medienspezifische als auch für Lautsprachen geltende Ikonizitätsprinzipien herrschen. Die Ergebnisse sprechen gegen die Betrachtung der Ikonizität als sprachliches Randphänomen und für ihre Berücksichtigung in der linguistischen Theoriebildung.

Table of Contents

  1. Linguistik –Impulse & Tendenzen
  2. Titel
  3. Impressum
  4. Widmung
  5. Vorwort
  6. Inhaltsverzeichnis
  7. 1. Einleitung
  8. 2. Sprachliche Ikonizität
    1. 2.1 Ikonizität und Arbitrarität
    2. 2.2 Typen sprachlicher Ikonizität
      1. 2.2.1 Bildhafte Ikonizität
      2. 2.2.2 Diagrammatische Ikonizität
        1. 2.2.2.1 Quantitätsprinzip
        2. 2.2.2.2 Proximitätsprinzip
        3. 2.2.2.3 Prinzip der sequenziellen Ordnung
    3. 2.3 Die Rolle des Sprachmediums
    4. 2.4 Die kognitive Basis lautsprachlicher Ikonizität
    5. 2.5 Schlussfolgerungen
  9. 3. Die Ausdrucksmittel der deutschen Gebärdensprache
    1. 3.1 Handform
    2. 3.2 Handstellung
    3. 3.3 Ausführungsstelle
    4. 3.4 Bewegung
    5. 3.5 Mundbild
  10. 4. Zur Rolle der Ikonizität in Gebärdensprachen: Forschungsstand
    1. 4.1 Die Ikonizitätsdiskussion in der Gebärdensprachforschung
    2. 4.2 Ikonizität in Gebärdensprachsystemen
    3. 4.3 Ikonizität im Gebärdenspracherwerb
    4. 4.4 Ikonizität in der sprachlichen Verarbeitung von Gebärdensprachen
    5. 4.5 Neurale Korrelate ikonischer Gebärdenlexeme
    6. 4.6 Schlussfolgerungen und Ziele der vorliegenden Untersuchung
      1. 4.6.1 Zusammenfassung des Forschungsstandes
      2. 4.6.2 Gegenstand und Ziele der vorliegenden Untersuchung
  11. 5. Ikonizität des Verbs
    1. 5.1 Einleitung
    2. 5.2 Pronominale Referenz
      1. 5.2.1 Personalpronomen
      2. 5.2.2 Klassifizierende Stellvertreterhandformen
    3. 5.3 Argumentkennzeichnung
      1. 5.3.1 ‚Übereinstimmungsverben‘
        1. 5.3.1.1 Traditionelle Übereinstimmungsverben
        2. 5.3.1.2 Körpergebundene Übereinstimmungsverben
        3. 5.3.1.3 Rückwärts gerichtete Übereinstimmungsverben
        4. 5.3.1.4 Übereinstimmungsverben ohne gerichtete sekundäre Bewegung
      2. 5.3.2 Einfache Verben
    4. 5.4. Adverbiale Ausdrücke
      1. 5.4.1 Ortsergänzungen an Raumverben
        1. 5.4.1.1 Direktionale Raumverben
        2. 5.4.1.2 Lokale Raumverben
        3. 5.4.1.3 Simultane Konstruktionen mit Raumverben
      2. 5.4.2 Adverbien
      3. 5.4.3 Ausdruck adverbialer Inhalte
        1. 5.4.3.1 Adverbiale Bewegungsmodifikationen
        2. 5.4.3.2 Adverbiale Mimik
    5. 5.5 Aspekt
  12. 6. Ikonizität der Nominalformen
    1. 6.1 Numerus
    2. 6.2 Attributive Modifikationen
  13. 7. Ikonizität der Adjektivformen
    1. 7.1 Gebärdensprachliche Adjektive
    2. 7.2 Komparation
  14. 8. Ikonizität von Funktionswörtern
    1. 8.1 Pronomen
    2. 8.2 Numeralia
    3. 8.3 Präpositionen
    4. 8.4 Konjunktionen
  15. 9. Ikonizität in syntaktischen Gefügen
    1. 9.1 Wortstellung in der komplexen Nominalphrase
    2. 9.2 Wortstellung im einfachen und erweiterten Satz
    3. 9.3 Satzgefüge
  16. 10. Ikonizität in der deutschen Gebärdensprache im Vergleich zu anderen Gebärdensprachen
    1. 10.1 Ikonizität in der deutschen Gebärdensprache
    2. 10.2 Die Rolle der Ikonizität in der DGS im Vergleich zu anderen Gebärdensprachen
    3. 10.3 Das Sprachmedium und Ikonizität im Rahmen kognitionstheoretischer Ansätze
    4. 10.4 Zusammenfassung und Ausblick
  17. Literatur
  18. Anhang
    1. Verzeichnis der Abbildungen
    2. Verzeichnis der Gebärdensprachabbildungen in Beispielen
    3. Verzeichnis der Abkürzungen
    4. Verzeichnis der Handformennamen (s. Heßmann 2001)
    5. Auszug aus der Aachener Glossenumschrift (AGS; nach Fehrmann et al. (in Vorb.))
  19. Namensregister
  20. Stichwortregister