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Kleidung zieht jeden an

Book Description

Anfang des 20. Jahrhunderts beschäftigte die deutsche Bekleidungsindustrie etwa 1,3 Millionen Erwerbstätige. Die produzierte Kleidung konnte nicht nur den heimischen Markt versorgen, sondern auch in großem Maß exportiert werden. Heute bietet sich ein ganz anderes Bild: 2014 arbeiteten in der deutschen Bekleidungsindustrie nur noch ca. 27.000 Menschen in etwa 150 Betrieben. Die Produktion findet bis auf wenige Ausnahmen im Ausland statt. Die vorliegende Arbeit, die eine von der wirtschaftshistorischen Forschung bisher vernachlässigte Branche betrachtet, geht der Frage nach, wie es zu einem solch tiefgreifenden Strukturwandel kam und untersucht die Entwicklung der deutschen Bekleidungsindustrie von der Weimarer Republik – in der zunehmend „Kleiderfabriken“ entstanden und man von einer „Industrie“ im eigentlichen Sinne sprechen kann – bis zum Niedergang der Branche in den 1960er-/1970er-Jahren mit der Verlagerung der Fertigung ins Ausland. Die Studie geht sowohl auf der Branchen- als auch auf der Unternehmensebene Fragen zu Kontinuitäten und Brüchen sowie wirtschaftlichen und politi schen Einflüssen nach. Beschrieben werden Handlungsspielräume und Reaktionen der Unternehmen aus unterschiedlichen Bereichen der Branche.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Inhalt
  6. Tabellenverzeichnis
  7. Abbildungsverzeichnis
  8. Abkürzungsverzeichnis
  9. 1 Einleitung
    1. 1.1 Problemstellung, Erkenntnisinteresse und Fragestellung
    2. 1.2 Forschungsstand
    3. 1.3 Quellen der Arbeit und methodisches Vorgehen
  10. I. Teil 1: Branchenentwicklung im Überblick
    1. 2 Anfänge der Herstellung von Bekleidung nach Normgrößen für den anonymen Massenmarkt (1840 bis 1918)
      1. 2.1 Allgemeine Entwicklungstendenzen und Charakteristika der Bekleidungsindustrie bis 1914
      2. 2.2 Branchentrends in Zahlen: Die Reichsstatistik bis 1914
      3. 2.3 Die Entwicklung ausgewählter Konfektionszentren bis 1914
        1. 2.3.1 Berlin
        2. 2.3.2 Bielefeld-Herford
        3. 2.3.3 Aschaffenburg
        4. 2.3.4 Mönchengladbach
      4. 2.4 Zwischen Arbeitermangel und staatlicher Regulierung: Die Bekleidungsindustrie im Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918)
    2. 3 Fließband und Zentralisierung der Fertigung als Massentrend? Die Bekleidungsindustrie in der Weimarer Republik (1918 bis 1933)
      1. 3.1 Branchenentwicklung in Zahlen
      2. 3.2 Umstellung von Kriegs- auf Friedenswirtschaft
      3. 3.3 Die Entwicklung des Exports bis zur Mitte der 1920er Jahre
      4. 3.4 Krise der Bekleidungsindustrie 1925/26: Überproduktion und Lageraufbau
      5. 3.5 Weltwirtschaftskrise und Bekleidungsindustrie
      6. 3.6 Verbandspolitik und Konditionenstreit
      7. 3.7 Vertikalisierung in Einzelhandel und Textilindustrie als Konkurrenz für die Bekleidungsindustrie
      8. 3.8 Trend zur Fließbandfertigung und Abschaffung der Heimarbeit?
    3. 4 Zwischen Arisierung und Uniformproduktion: Die Bekleidungsindustrie in der NS-Zeit (1933 bis 1945)
      1. 4.1 Branchenentwicklung in Zahlen
      2. 4.2 Uniformen für alle: Die Uniformherstellung als neues Betätigungsfeld der Bekleidungsindustrie
      3. 4.3 Faser- und Spinnstoffgesetze: Die textilpolitische Regulierung durch das NS-Regime
      4. 4.4 Die Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie
      5. 4.5 Die ADEFA und die „Entjudung“ der deutschen Bekleidungsindustrie
      6. 4.6 Arisierung in der Bekleidungsindustrie
      7. 4.7 Die Bekleidungsindustrie im Zweiten Weltkrieg: Bewirtschaftung, Rationalisierung, Spezialisierung und Auskämmung
      8. 4.8 Bekleidungsproduktion in Ghettos und Konzentrationslagern: Die Beispiele Ghetto Litzmannstadt und KZ Ravensbrück
    4. 5 Zwischen Stoffmangel und Jedermann-Programm: Die westdeutsche Bekleidungsindustrie in der Nachkriegszeit (1945 bis 1949)
      1. 5.1 Branchenentwicklung in Zahlen
      2. 5.2 Bewirtschaftung, Mangel und Wiederaufbau
      3. 5.3 Bergarbeiter und Jedermann: Notprogramme für die Bekleidungsindustrie
      4. 5.4 Arbeit der Verbände in den einzelnen Zonen
    5. 6 Zwischen „Kleiderwelle“ und Importdruck: Die Bekleidungsindustrie in der frühen BRD (1949 bis 1973)
      1. 6.1 Branchenentwicklung in Zahlen
      2. 6.2 Kleiderwelle: Boom in der Bekleidungsindustrie
      3. 6.3 Marktsättigung und zunehmender Konkurrenzkampf
      4. 6.4 Bedrohliche Importe: Konkurrenz aus den Niedriglohnländern
      5. 6.5 Flucht aufs Land
      6. 6.6 Verlagerung der Betriebe ins Ausland
      7. 6.7 Dem Strukturwandel preisgegeben: Die Rolle der Politik und der Niedergang der deutschen Bekleidungsindustrie
  11. II Teil 2: Die Entwicklung einzelner Unternehmen
    1. 7 Fallstudien: Die Firmen Valentin Mehler AG, Triumph International AG und C&A Brenninkmeyer 1918 bis 1973
      1. 7.1 Valentin Mehler AG
        1. 7.1.1 Die Weberei Valentin Mehler 1837 bis 1918: Vom Verlags- zum Fabrikbetrieb
        2. 7.1.2 Die „Ära Kayser“ bei der Mehler AG (1918 bis 1938): Von der Weberei zum diversifizierten Textil- und Bekleidungsbetrieb
          1. 7.1.2.1 Krisenjahre (1918 bis 1926)
          2. 7.1.2.2 Vertikalisierung: Die ersten Jahre der eigenen Konfektionsabteilung (1926 bis 1938)
          3. 7.1.2.3 Scheinarisierung: Hermann Wighardt und die Textilwerke GmbH (1933/34)
          4. 7.1.2.4 Arisierung der Mehler AG: Das Ausscheiden Kaysers aus der Firma (1938)
        3. 7.1.3 Die Mehler AG nach der Arisierung (1938 bis 1945): Auf dem Weg zum nationalsozialistischen Musterbetrieb
          1. 7.1.3.1 Ausbau der Konfektion bis Kriegsbeginn
          2. 7.1.3.2 Verlagerung der Fertigung auf technische Artikel
          3. 7.1.3.3 Verlagerung der Fertigung ins Ausland
          4. 7.1.3.4 Einsatz von Zwangsarbeitern
        4. 7.1.4 Die Mehler AG in der Nachkriegszeit (1945 bis 1952): Wiederaufbau und Treuhänderschaft
          1. 7.1.4.1 Erste Produkte: Mäntel und Kleider
          2. 7.1.4.2 Rückerstattungsverfahren Kayser-Kaus und Mehler-Wighardt
        5. 7.1.5 Die Mehler AG in der Wirtschaftswunderzeit (1952 bis 1972): Die Bekleidungssparte als Stütze des Unternehmens bei zunehmender Eigenkapitalschwäche
          1. 7.1.5.1 Die Abteilung Bekleidung als Aushängeschild des Unternehmens
          2. 7.1.5.2 Verlustgeschäft: Exportgesellschaften in den USA und Kanada
          3. 7.1.5.3 Arbeitskräftemangel: Betriebsstätten auf dem Land
          4. 7.1.5.4 Passive Lohnveredelung in Jugoslawien
          5. 7.1.5.5 Erwerb von Tochtergesellschaften
          6. 7.1.5.6 Eigenkapitalproblematik der Mehler AG
        6. 7.1.6 Die Mehler AG und die Ära Glöggler (1972 bis 1976): Eine unglückliche Konstellation
          1. 7.1.6.1 Die Glöggler-Gruppe und der Erwerb der Mehler AG
          2. 7.1.6.2 Die Unternehmenspolitik im Schatten des Beherrschungsvertrages mit der Glöggler-Gruppe
          3. 7.1.6.3 Verlustquelle Auslandsfertigung Valmeline S.A. Tarragona
          4. 7.1.6.4 Rettung durch Banken und das Land Hessen: Die Herauslösung der Mehler AG aus der zahlungsunfähigen Glöggler-Gruppe
        7. 7.1.7 Die Mehler AG seit 1976: Konzentration auf technische Textilien
      2. 7.2 Triumph International AG (bis 1959 Spiesshofer & Braun)
        1. 7.2.1 Spiesshofer & Braun 1886 bis 1918: Von der Korsettmanufaktur zum Fabrikbetrieb
        2. 7.2.2 Das „miederlose Vakuum“ in den 1920er Jahren: Neue Produkte müssen her (1918 bis 1933)
          1. 7.2.2.1 Diversifizierung in den Frottierbereich
          2. 7.2.2.2 Die geschäftliche Entwicklung 1919 bis 1933
        3. 7.2.3 Zwischen Zwangsmaßnahmen und ökonomischem Profit: Spiesshofer & Braun während der NS-Zeit (1933 bis 1945)
          1. 7.2.3.1 Spiesshofer & Braun 1933 bis 1939
          2. 7.2.3.2 Produktion im Deutschen Reich 1939 bis 1945
          3. 7.2.3.3 Produktion im Ghetto Litzmannstadt 1941 bis 1944
        4. 7.2.4 Neubeginn (1945 bis 1949)
        5. 7.2.5 Führender Miederhersteller in Europa: Errichtung der Triumph-Straße (1949 bis 1959)
          1. 7.2.5.1 Die Rückkehr der Mieder
          2. 7.2.5.2 Expansion in den bayrischen Raum
        6. 7.2.6 Structure follows strategy: Laufende Umstrukturierungen und Internationalisierung (1959 bis 1973)
          1. 7.2.6.1 Die deutschen Triumph-Gesellschaften
          2. 7.2.6.2 Die internationalen Triumph-Gesellschaften
          3. 7.2.6.3 Neue Wege in Marketing und Werbung
          4. 7.2.6.4 Der Set-Gedanke
          5. 7.2.6.5 Einstieg in die Strumpfproduktion
        7. 7.2.7 Anpassung an die Marktbedingungen: Neue Ideen im Inland, Produktion im Ausland (ab 1973)
      3. 7.3 C&A Brenninkmeyer
        1. 7.3.1 Die Entwicklung des Einzelhandelsgeschäfts bei C&A 1860 bis 1918
        2. 7.3.2 Der Beginn der Eigenfabrikation im Zentrum der deutschen Konfektion: Cunda und Herfa in Berlin (1921 bis 1933)
          1. 7.3.2.1 Anfänge mit Damenoberbekleidung: Die Cunda
          2. 7.3.2.2 Ergänzung des Programms durch Herrenoberbekleidung: Die Herfa
        3. 7.3.3 Ausbau der Betriebe, Militärlieferungen und Verlagerungen: Die Eigenbetriebe von C&A in der NS-Zeit (1933 bis 1945)
          1. 7.3.3.1 Gescheiterter Einstieg in die Uniformfertigung
          2. 7.3.3.2 Ausbau und Modernisierung der Betriebe in Berlin
          3. 7.3.3.3 Die C&A Betriebe in der Kriegswirtschaft: Abzug von Arbeitskräften, Stilllegung und Verlagerung
          4. 7.3.3.4 Leitbetrieb Daherna: Reparaturwerkstätten in Berlin
          5. 7.3.3.5 Beschäftigung von Zwangsarbeitern
          6. 7.3.3.6 Produktion im Ghetto Litzmannstadt
          7. 7.3.3.7 Das Verhältnis der Familie Brenninkmeyer zum NS-Regime
        4. 7.3.4 Nähstuben und Shetlandpony: Neubeginn in Mettingen (1945 bis 1949)
          1. 7.3.4.1 Wiederaufbau in der Gastwirtschaft
          2. 7.3.4.2 Nähabteilungen in den Häusern Essen, Köln und Duisburg
          3. 7.3.4.3 Enteignung und Umsiedlung der Berliner Betriebsstätten
        5. 7.3.5 Kaufhaus – Fabrikgelände – grüne Wiese: Die Expansionswege der Cunda- und Herfa-Betriebe (1949 bis 1973)
          1. 7.3.5.1 Vom Kaufhaus zur Fabrik: Essen und Ludwigshafen
          2. 7.3.5.2 Ausbau des Standortes Mettingen für Herrenoberbekleidung
          3. 7.3.5.3 Arbeitskräftemangel: Errichtung von Herrenkleiderfabriken im Emsland
          4. 7.3.5.4 Einstieg in den Wirk- und Strickwarenmarkt 1953: Die Gloria in Neu-Ulm
          5. 7.3.5.5 Hoffnung auf Kostenersparnis: Passive Lohnveredelung
          6. 7.3.5.6 Die Cunda Berlin
          7. 7.3.5.7 Die Geschäftslage der Eigenfabrikation 1949 bis 1973
        6. 7.3.6 Zu teuer: Das schleichende Ende der Eigenfabrikation bei C&A (1973 bis 2004)
    2. 8 Fazit
    3. 9 Anhang
    4. 10 Quellenverzeichnis
      1. 10.1 Unveröffentlichte Quellen
      2. 10.2 Gedruckte Quellen
      3. 10.3 Fachzeitschriften
      4. 10.4 Sonstige Zeitschriften
      5. 10.5 Zeitungen
      6. 10.6 Interviews
      7. 10.7 Internetadressen
    5. 11 Literaturverzeichnis
  12. Personenregister