Lektion 1: Virtuelle Computer mit hoher Verfügbarkeit 565
Lektion 1: Virtuelle Computer mit hoher Verfügbarkeit
Der beste virtuelle Computer ist ein verfügbarer virtueller Computer. Mit welcher Methode
man einen virtuellen Computer am besten hochverfügbar macht, hängt allerdings davon ab,
welche Workloads (Anwendungen) auf dem virtuellen Computer ausgeführt werden. In
diesem Kapitel geht es darum, für jeden virtuellen Computer die beste Strategie zu ermitteln.
Am Ende dieser Lektion kennen Sie sich mit folgenden Themen aus:
Methoden, mit denen sich die hohe Verfügbarkeit virtueller Computer erreichen lässt
Funktionsweise der schnellen Migration
Konfiguration redundanten VM-Speichers und redundanter Netzwerkkarten
Aufbau bestimmter Dienste in unterstützten Konfigurationen
Veranschlagte Zeit für diese Lektion: 60 Minuten
Grundlagen der hohen Verfügbarkeit virtueller Computer
In
Kapitel
3
haben
Sie
erfahren,
wie
man
Hostcluster
zu
Failover-Clustern
zusammenschließt.
Für Hostserver sind zwei Clustertypen vorgesehen: Ein-Standort-Cluster (oder Standort-
cluster) und standortübergreifende Cluster (oder Mehrfachstandortcluster). Standortcluster
verwenden
einen
gemeinsamen
Massenspeicher
(shared
storage)
in
Form
von
Fibre
Channel-
SANs (Storage Area Networks) oder iSCSI-Zielen. Trotz seiner Bezeichnung braucht sich
ein standortübergreifender Cluster nicht über mehrere Standorte zu erstrecken. Stattdessen
kann diese Konfiguration für den Aufbau eines Serverclusters verwendet werden, der mit
direkt angeschlossenem Speicher (DAS) arbeitet, wobei die Clusterknoten mit einer spezi-
ellen zusätzlichen Replikationssoftware synchronisiert werden müssen.
Wenn Hostserver zu Clustern zusammengeschlossen werden, lassen sich die auf den Cluster-
knoten ausgeführten virtuellen Computer so konfigurieren, dass sie hochverfügbar sind.
Diese hohe Verfügbarkeit gilt aber nicht direkt für die auf dem virtuellen Computer ausge-
führte Anwendung, für die sich erst einmal nichts geändert hat, sofern sie nicht speziell für
den Betrieb in einem Cluster ausgelegt ist. Allerdings wird auf diese Weise dafür gesorgt,
dass der virtuelle Computer auf einem anderen Knoten des Clusters weiterlaufen kann, falls
sein Host ausfällt (Abbildung 10.3). Für die meisten Anwendungen funktioniert dieses
Modell der hohen Verfügbarkeit, obwohl sie nichts von der Verschiebung von einem Knoten
auf den anderen wissen.
Einige Anwendungen, die mit zustandsbehafteten Daten arbeiten, wie zum Beispiel Micro-
soft Exchange, funktionieren mit diesem Modell aber nicht korrekt und können Daten ver-
lieren,
wenn
es
zu
einer
Verschiebung
kommt.
Anwendungen,
die
mit
Transaktionen
arbeiten,
insbesondere mit sehr schnellen Transaktionen, eignen sich nicht sehr gut für dieses Modell,
weil sich die Anwendung nicht so verhalten kann, wie es vorgesehen ist, wenn es zu einem
Failover kommt, und weil sie die Arbeit nicht mehr an dem Punkt der Unterbrechung wieder
aufnehmen kann, nachdem der Failover erfolgt ist.
566 Kapitel 10: Sichern der hohen Verfügbarkeit von virtuellen Computern
Abbildung 10.3 Interne Anwendungen erfahren nichts über
den Zustand eines hochverfügbaren virtuellen Computers
Deswegen sollten Sie überprüfen, ob es sinnvoll ist, hochverfügbare virtuelle Computer zu
verwenden. Damit ist gemeint, auf der Ebene der virtuellen Computer Cluster zu bilden.
Diese Cluster sollen für eine beständige hohe Verfügbarkeit und Stabilität der Anwendungen
sorgen, die sich für diese Art von Cluster eignen und in die virtuelle Schicht Ihres Ressour-
cenpools verlagert werden. Je nach Anwendungstyp können Sie dabei Failover-Cluster nach
dem Modell des Standortclusters oder des Mehrfachstandortclusters aufbauen.
Vergessen Sie aber nicht, dass Failover-Cluster nur für zustandsbehaftete Workloads sinnvoll
sind,
oder
für
Workloads,
bei
denen
Daten
von
einer
Benutzersitzung
zur
nächsten
gespeichert
werden. Für zustandslose Workloads oder für Workloads, bei denen Daten nur gelesen wer-
den, gibt es eine andere Hochverfügbarkeitslösung, nämlich den Netzwerklastenausgleich
(NLB).
Wie
die
Failover-Clusterunterstützung
ist
auch
NLB
eine
Hochverfügbarkeitslösung,
die auf der virtuellen Ebene vollständig unterstützt wird.
Letztlich haben Sie drei Optionen, um die Workloads in den virtuellen Computern hoch-
verfügbar zu machen:
Erstellen eines Failover-Hostclusters
Erstellen eines Failover-Gastclusters
Erstellen eines NLB-Gastclusters
Jede Option bietet eine bestimmte Verfügbarkeitsstufe für die virtuellen Computer und für
die Anwendungen, die darin verwendet werden.
Arbeiten mit Failover-Hostclustern
In Kapitel 3 haben Sie erfahren, wie man Failover-Hostcluster erstellt und implementiert.
Außerdem haben Sie erfahren, dass man jeden virtuellen Computer dadurch hochverfügbar
machen kann, dass man ihn zu einem Cluster hinzufügt. Allerdings ist ein virtueller Com-
puter nicht mit einer herkömmlichen Anwendung vergleichbar. Auch wenn jeder virtuelle
Computer immer oder zumindest weitgehend verfügbar bleibt, wenn man ihn auf einem
Hostcluster betreibt, gilt dieses Modell nicht für jede Workload aus Ihrem Produktivnetz-
werk.

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