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Lehrkraft-Eltern-Interaktionen am Elternsprechtag

Book Description

Die Untersuchung authentischer Lehrkraft-Eltern-Interaktionen stellt für den deutschen Sprachraum ein geradezu disziplinenübergreifendes Forschungsdesiderat dar. So gibt es in der Gesprächsforschung, Pädagogik oder auch Soziologie bislang nur vereinzelt Studien, die sich dezidiert der Untersuchung tatsächlicher Interaktionsprozesse in diesen Gesprächen zuwenden; über das, was Lehrkräfte und Eltern realiter miteinander verhandeln, und wie dies in sprachlicher Hinsicht bewerkstelligt wird, ist also noch wenig bekannt. Die vorliegende Untersuchung nimmt sich dieser Forschungslücke gezielt an. Auf Basis eines Korpus von 142 authentischen Lehrkraft-Eltern-Interaktionen wird im Detail rekonstruiert, wie die soziale Wirklichkeit "Elternsprechtagsgespräch" von den Beteiligten sprachlich erzeugt wird. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt damit auf der linguistischen Analyse der für die kommunikative Gattung konstitutiven konversationellen Aktivitäten "Informieren", "Beraten" und "Zuschreiben von Verantwortung". Die gesprächs- und gattungsanalytisch ausgerichtete Arbeit leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Erschließung der sprachlich-kommunikativen Konstitution einer weitgehend unerforschten institutionellen Interaktionssituation.

Table of Contents

  1. Cover
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Vorwort
  5. Inhalt
  6. 1 Einleitung – Gegenstand, Ziel und Aufbau der Arbeit
  7. 2 Forschungsstand zu LehrerIn-Eltern-Gesprächen
    1. 2.1 Studien mit authentischen Gesprächsdaten als Grundlage
    2. 2.2 Weitere wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Arbeiten
  8. 3 Theoretischer und methodischer Rahmen
    1. 3.1 Linguistische Gesprächsanalyse
    2. 3.2 Gattungsanalyse
  9. 4 Datengrundlage
    1. 4.1 Datenkorpus
    2. 4.2 Verschriftlichung der Daten
  10. 5 Konstitutive Gattungsmerkmale von Elternsprechtagsgesprächen
    1. 5.1 Institutionalität
      1. 5.1.1 Institutionelles Setting
      2. 5.1.2 Inter-Institutionalität
      3. 5.1.3 Asymmetrien
    2. 5.2 Gesellschaftliche Funktionen der Gattung und Ziele der GesprächsteilnehmerInnen
      1. 5.2.1 Gesellschaftliche Funktionen der Gattung
      2. 5.2.2 Ziele der GesprächsteilnehmerInnen
        1. 5.2.2.1 Eltern
        2. 5.2.2.2 Lehrkräfte
        3. 5.2.2.3 SchülerInnen
    3. 5.3 Gesprächsphasen, Themen und konversationelle Aktivitäten
      1. 5.3.1 Gesprächseröffnung
      2. 5.3.2 Gesprächsmitte
        1. 5.3.2.1 Themen
        2. 5.3.2.2 Konversationelle Aktivitäten
      3. 5.3.3 Gesprächsbeendigung
    4. 5.4 Zusammenfassung
  11. 6 Die konversationelle Aktivität Informieren
    1. 6.1 Gute/schlechte Nachrichten und das „Face/Gesicht“-Konzept
    2. 6.2 Begriffsklärungen
      1. 6.2.1 „Beurteilungen“ vs. „Bewertungen“
      2. 6.2.2 „Positive“ vs. „negative“ Beurteilungen/Bewertungen
    3. 6.3 Unterschiede in der Behandlung positiver und negativer Beurteilungen/Bewertungen durch die Eltern
    4. 6.4 Unterschiede in der Übermittlung positiver und negativer Beurteilungen/Bewertungen durch die Lehrkräfte – ein Fall für die Präferenzorganisation
    5. 6.5 Ausgewählte sprachlich-kommunikative Verfahren der Übermittlung negativer Beurteilungen/Bewertungen durch Lehrkräfte
      1. 6.5.1 Verfahren konversationeller Indirektheit
        1. 6.5.1.1 Litotes-Konstruktionen
        2. 6.5.1.2 (Mögliche) Aposiopese-Konstruktionen
        3. 6.5.1.3 Beschreibungen (die als Bewertungen fungieren)
        4. 6.5.1.4 Metakommunikative Interpretationsanweisungen
        5. 6.5.1.5 Humoristische Rahmung
      2. 6.5.2 Verfahren der Relativierung
        1. 6.5.2.1 Die Produktion von positiven Beurteilungen/Bewertungen nach negativen
        2. 6.5.2.2 Die Betonung des Versagens bzw. Fehlverhaltens des Klassenkollektivs
        3. 6.5.2.3 Die Betonung unzureichender Motivation und/oder Konzentration statt fehlender Intelligenz der SchülerInnen
        4. 6.5.2.4 Das Aufzeigen einer Diskrepanz zwischen dem aktuellen Leistungsstand und dem konstatierten Potential des Schülers
        5. 6.5.2.5 Die Betonung widriger situativer Umstände
        6. 6.5.2.6 Die Betonung der Vorläufigkeit der Bewertungen/Beurteilungen
      3. 6.5.3 Verfahren zur Herstellung einer mit den RezipientInnen geteilten (kritischen) Perspektive
      4. 6.5.4 Ausnahmen von der Regel: Die direkte Konfrontation der RezipientInnen mit negativen Beurteilungen/Bewertungen
    6. 6.6 Zusammenfassung
  12. 7 Die konversationelle Aktivität Beraten
    1. 7.1 Initiierung von Beraten
      1. 7.1.1 Fremdinitiierung durch Eltern und SchülerInnen
        1. 7.1.1.1 Fragesätze
        2. 7.1.1.2 Beschreibung eines problematischen Sachverhalts
        3. 7.1.1.3 Formulierung eines zukünftigen Ziels
      2. 7.1.2 Selbstinitiierung durch Lehrkräfte
    2. 7.2 Durchführung von Beraten
      1. 7.2.1 Syntaktische Äußerungsformate
        1. 7.2.1.1 Imperativsätze
        2. 7.2.1.2 Aussagesätze
        3. 7.2.1.3 Fragesätze
        4. 7.2.1.4 Sonstige
      2. 7.2.2 Ausgewählte lexiko-semantische Mittel und interaktive Verfahren
        1. 7.2.2.1 Die Verwendung von Modalwörtern
        2. 7.2.2.2 Die Verwendung von Modalpartikeln
        3. 7.2.2.3 Die Verwendung von Modalverben
        4. 7.2.2.4 Adressierungsverfahren
        5. 7.2.2.5 Adressatenspezifisches Vokabular
        6. 7.2.2.6 Wiederholungen
        7. 7.2.2.7 Rahmungen mit dem evaluativen Ausdruck „ganz wichtig“
    3. 7.3 Reaktionen auf Beraten
      1. 7.3.1 SchülerInnen
      2. 7.3.2 Eltern
    4. 7.4 Zusammenfassung
  13. 8 Die konversationelle Aktivität Zuschreiben von Verantwortung
    1. 8.1 Zuschreiben von Verantwortung im Hinblick auf Vergangenes – die exemplarische Analyse eines ausgewählten Elternsprechtagsgesprächs
      1. 8.1.1 Der thematische Einstieg in das Gespräch
      2. 8.1.2 Die kritische Perspektive der Lehrerin auf die Schülerin
      3. 8.1.3 Die Konstitution des problematischen Sachverhalts und die allmähliche Entwicklung einer moralischen Kommunikation
      4. 8.1.4 Die Anweisungen der Lehrerin an die Schülerin und die Gesprächsbeendigungsinitiative der Lehrerin
      5. 8.1.5 Die Kritik der Mutter und der Schülerin an der Lehrerin
      6. 8.1.6 Die Kritik des Vaters an der Lehrerin
      7. 8.1.7 Die Erklärung der Lehrerin und der Abschluss des Themas
      8. 8.1.8 Fazit
    2. 8.2 Zuschreiben von Verantwortung im Hinblick auf Zukünftiges – die exemplarische Analyse der „…mal kucken/schauen/sehen…“Konstruktion
      1. 8.2.1 Selbstzuschreiben von Verantwortung
      2. 8.2.2 Zuschreiben von Verantwortung an das Gegenüber
      3. 8.2.3 Zuschreiben von Verantwortung an Abwesende
      4. 8.2.4 Zuschreiben von Verantwortung an ein „wir“-Kollektiv
      5. 8.2.5 Fazit
    3. 8.3 Zusammenfassung
  14. 9 Schlussbetrachtung – Zusammenfassung und Ausblick
    1. 9.1 Zusammenfassung der Analyseergebnisse
    2. 9.2 Ausblick: Anwendungsbezug
  15. Literaturverzeichnis
  16. Index
  17. Fußnoten