3. Taxonomie von Lernzielen
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net zu sein. Es sind zwar einige Überschneidungen zwischen den Wis-
sensdimensionen von Lorin W. Anderson und David R. Krathwoh so-
wie der Typologisierung nach John R. Anderson vorhanden, Lorin W.
Anderson und David R. Krathwohl haben ihre Wissensdimensionen
jedoch explizit zur Klassifikation von Lernzielen entwickelt. Diese Ar-
beit stellt ebenfalls den Versuch dar, eine in der Praxis möglichst gut
anwendbare Taxonomie der Wissensdimensionen zu entwickeln, die
zudem auch die entsprechenden kognitiven Lernziele möglichst adä-
quat abbildet.
3.6 Die Klassifikationsmatrix zum
ULME-Kompetenzstufenmodell
3.6.1 Die Klassifikationsmatrix
Im Rahmen des Projektes ULME (Untersuchungen der Leistungen,
Motivation und Einstellung) an der Universität Hamburg wurde in
Anlehnung an Andersons und Krathwohls Taxonomietafel eine Klassi-
fikationsmatrix als Analyseinstrument zur Überprüfung des An-
spruchsniveaus von Testaufgaben entwickelt (vgl. Hofmeister 2005).
Die Klassifikationsmatrix ist folgendermaßen aufgebaut:
Leistung
Wissen
Reproduzieren Anwenden/
Verstehen
Kritisieren/
Reflektieren
Fakten
A
B
Konzepte
A
B
Prozeduren
A
B
Abb. 10: Klassifikationsmatrix nach Hofmeister 2005
Die Matrix dient bei der Testaufgabenerstellung als Hilfsmittel, zur
Feststellung des mit der Aufgabe anvisierten Leistungsniveaus. Um
den Zweck als Analyseinstrument zu erfüllen, musste bei der Klassifi-
kationsmatrix im Vergleich zur Taxonomie von Anderson und Krath-
3. Taxonomie von Lernzielen
4
wohl auf Kategorien verzichtet werden. Auch wurden verschiedene
Kategorien zusammengefasst.
Da es sich bei der Zielgruppe des ULME-Projektes um SchülerInnen in
Abschlussklassen der Berufsschulen handelte (vgl. Lehmann u. Seeber
2007), wurde die Kategorie metakognitive Fähigkeiten nicht über-
nommen. Dabei wird jedoch darauf verwiesen, dass metakognitive Fä-
higkeiten einen wesentlichen Bestandteil von Kompetenz darstellen.
(Vgl. Hofmeister 2005, S. 4)
Die Zusammenfassung der kognitiven Leistungsdimensionen erfolgte
in Anlehnung an Metzgers Taxonomie zum kognitiven Beitrag (vgl.
Metzger 1993). Metzger reduziert dabei die sechs Hauptklassen des
kognitiven Bereichs in Blooms sowie in Andersons Taxonomie auf drei
Kategorien. Es sind dies Informationserinnerung (Erinnern), Informa-
tionsverarbeitung (Verstehen und Anwenden) sowie Informationser-
zeugung (Analyse, Synthese und Beurteilen).
Die letzten drei Kategorien Analyse, Synthese und Beurteilen stellen
insofern ein gemeinsames Merkmal dar, als die Lernenden hier etwas
Neues erschaffen müssen.
BLOOMsche
Kategorien
Wieder- Wieder-
kennen geben
Sinn- An-
Erfassen wenden
Analyse Beurteilen
Synthese
Kategorien
nach
METZGER
Informations-
erinnerung
Informations-
verarbeitung
Informations-
erzeugung
Kriterium
Merkmal
geringer eigenstän-
diger Beitrag, d.h.:
gelernte Informatio-
nen in einem unver-
änderten Umfeld
wieder erkennen
bzw. unverändert
reproduzieren
mittlerer eigenstän-
diger Beitrag:
gelernte Informatio-
nen sinngemäß ab-
bilden, bzw. gelernte
Struktur auf einen
sprachlich neuarti-
gen, aber strukturell
gleichen Inhalt über-
tragen
hoher eigenständiger kog-
nitiver Beitrag, d.h.:
einen Sachverhalt umfas-
send und systematisch
untersuchen, wobei die
nötige Kriteriumsstruktur
neu zu schaffen ist bzw.
einzelne Informationen zu
einem neuartigen Ganzen
verknüpfen
Abb. 11: Taxonomie zum kognitiven Beitrag von Metzger
(nach Hofmeister 2005 und Metzger 1993)

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