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Microsoft Excel im Personalwesen, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage by Melanie Breden, Sven Mönkediek, Egbert Jeschke, Michael Paatz

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Kapitel 11: Kennzahlenanalyse
In den beiden vorangegangenen Kapiteln wurden Kennzahlen aus unterschiedlichen Bereichen in
einem Übersichtblatt, einem sogenannten Cockpit, zusammengefasst. Insbesondere im Controlling
sind derartige Managementsheets gebräuchlich. Der große Vorteil dieser Art der Darstellung liegt im
stets gleichen Erscheinungsbild regelmäßig zu erstellender Auswertungen. Aufgrund der häufig von
der Geschäftsleitung geforderten Ermittlung von Kennzahlen und deren übersichtlicher Darstellung
wird in diesem Kapitel die Idee eines Cockpits erneut aufgegriffen.
Im ersten Teil wird die Mitarbeiterfluktuation auf Basis aktueller Daten ermittelt und auf dieser
Grundlage für die kommenden Jahre prognostiziert. Der zweite Teil fasst periodisch erstellte Reports
mit identischem Aufbau zusammen und analysiert den Verlauf der darin enthaltenen Informationen
über einen wählbaren Zeitraum. Exemplarisch wird ein Monatsbericht eines HR-Systems über zwölf
Monate hinweg eingelesen und ausgewertet.
Fluktuationsbericht
In jedem modernen dynamischen Unternehmen ist eine Austauschrate im Personalbereich zu beob-
achten. Verlässt ein Mitarbeiter das Unternehmen, so ist das in der Regel schmerzlich, geht doch mit
ihm sein Wissen, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten verloren. Neben den altersbedingten Austritten
oder auch solchen, die aufgrund eines Projekts im Rahmen einer Befristung erfolgen, liegen Austritte
aufgrund einer Kündigung im Fokus jeder Fluktuationsauswertung. Ein neuer Mitarbeiter muss erst
einmal kosten- und zeitintensiv das Wissen des scheidenden Beschäftigten aufbauen und ist daher ein
relevanter Kostenfaktor. Im Falle eines Wechsels zum Wettbewerber wird dieser darüber hinaus durch
die Erfahrung des austretenden Beschäftigten gestärkt.
Einer arbeitnehmerseitigen Kündigung geht in aller Regel eine lange Zeit der Unzufriedenheit voraus,
was auch negativen Einfluss auf die Leistungsmotivation mit sich bringt, bis schließlich der Ent-
schluss zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses gefasst wird. Aus diesem Grund wird die Fluktua-
tionsquote auch als Indiz für die Mitarbeiterzufriedenheit und -motivation angesehen. Um über die
Analyse der Mitarbeitereintritte und -austritte Rückschlüsse auf die Zufriedenheit und Motivation
der Belegschaft zu ziehen, ist die Fluktuationsquote in vielen Kennzahlenberichten ein zentraler
Bestandteil (siehe Kapitel 10 »Datencockpit – Kennzahlen für die Geschäftsleitung«).
Trotz aller Instrumente, mit denen sich ein so wichtiger Indikator für betriebliche Unzufriedenheit in
einer Kennzahl quantitativ messbar machen lässt, sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass diese
Kennzahl auf Vergangenheitsdaten beruht. Sie gibt also niemals die Zufriedenheit zum aktuellen Zeit-
punkt wieder.
1
Berücksichtigt man dies, dann ist die Fluktuationsquote mit Sicherheit ein guter Hin-
weisgeber zur Durchführung genauerer Analysen der Mitarbeiterzufriedenheit im Unternehmen.
Eine präzisere und aktuellere Bestimmung der Zufriedenheit, die auch Aussagen über die Gründe
zulässt, könnte z.B. mittels einer Mitarbeiterbefragung erreicht werden. Wie Sie diese mit der Hilfe
von Excel durchführen können, zeigt Ihnen Kapitel 12 »Mitarbeiterumfragen mit Formularen«.
1
Vergleiche zur Fluktuationsquote und deren Ermittlung: Lisges/Schübbe, »Personalcontrolling; Personalbedarf planen, Fehl-
zeiten reduzieren, Kosten steuern«, Seite 175 ff., Rudolf Haufe, Verlag 2004.

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